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Stadt Peine Nach Demo gegen Rechts: Wurden Aktivisten von Neonazis angegriffen?
Stadt Peine Nach Demo gegen Rechts: Wurden Aktivisten von Neonazis angegriffen?
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12:50 11.03.2018
Zeitgleiche Veranstaltungen: Das Peiner Bündnis für Toleranz demonstrierte auf der Beethovenstraße. Quelle: Thomas Freiberg
Peine

„Die Veranstaltungen verliefen aus polizeilicher Sicht völlig friedlich“ – so lautete das Fazit der Polizei am späten Nachmittag des 3. Februar nach der Kundgebung der rechtsgesinnten Gruppierung „Patrioten Niedersachsen“ und der Gegendemo, zu der das „Peiner Bündnis für Toleranz“ aufgerufen hatte, in Peine. Doch jetzt schildert Doris Meyermann vom Bündnis einen ernsten Zwischenfall: Demnach wurden Aktivisten der Gegendemo während der Rückreise im Zug von Mitgliedern der rechten Szene angegriffen.

„Eine Gruppe von acht Personen wartete am Bahnhof auf den Zug in Richtung Hannover“, erzählt Meyermann. Die Polizei hatte dabei die Rechten und die Gegendemonstranten am Bahnsteig getrennt. „Nach Eintreffen des Zuges stiegen beiden Gruppen in den Zug ein, während die Polizei zur Überraschung der Rückreisenden auf dem Bahnhof verblieb“, schildert Meyermann. Und dann eskalierte wohl auch schon die Situation.

Meyermann: „Neonazis gingen zu körperlichen Übergriffen über“

„Innerhalb kürzester Zeit wurde die Gruppe von etwa acht bis zwölf Personen umzingelt, welche um die 30 Jahre alt waren und sich aggressiv verhielten. Anhand ihrer Tattoos und der Kleidung waren sie eindeutig der rechten Szene zuzuordnen“, erzählt Meyermann. „Schnell gingen die Neonazis von Beschimpfungen und Drohungen zu körperlichen Übergriffen über. Glücklicherweise wurde kurz darauf die nächste Haltestelle durchgesagt, so dass die Angegriffenen versuchten, unbeschadet zur Tür zu gelangen, um vor den Neonazis zu fliehen.“

Körperlich unbeschadet stiegen die Gegendemonstranten aus dem Zug, nach Aussage von Meyermann verließ jedoch eine weitere Gruppe schwarz gekleideter Männer, die augenscheinlich ebenfalls der rechten Szene zuzuordnen waren, den Zug, weshalb die Betroffenen auch den Bahnhof schnellstmöglich verlassen hätten und in ein nah gelegenes Wohnhaus geflüchtet seien.

„Nur durch glückliche Umstände kam es nicht zu körperlichen Schäden. Trotz des einschüchternden Erlebnisses rufen die Betroffen übrigens dazu auf, auch weiterhin gegen Faschismus aufzustehen“, sagt Meyermann und betont, dass das Bündnis für Toleranz diese Übergriffe aufs Schärfste verurteile.

Von Tobias Mull

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