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Stadt Peine Multitalent Joey Kelly: „Ich habe bis heute nicht einen Tag bereut“
Stadt Peine Multitalent Joey Kelly: „Ich habe bis heute nicht einen Tag bereut“
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08:00 22.06.2018
Joey Kelly war zu Gast in Peine. Quelle: Archiv
Peine

Einst sang er mit seiner Familie auch auf den Straßen von Peine, heute füllt er Stadien und reist für seine extremen Sport-Abenteuer durch die ganze Welt. PAZ-Redakteurin Janine Kluge sprach mit dem Multitalent über seine eigenen Ziele, die Familie und seinen ganz persönlichen „Wahnsinn“.

Joey Kelly, Sie sind Musiker, Extremsportler und Unternehmer. Welcher Job ist Ihnen der liebste und warum?

„Keine meiner Aufgaben bezeichne ich als Job. Ich mache nur Dinge, die mir liegen und die mir Spaß machen. Musiker ist für mich kein Beruf. Ich mache mit meiner Familie Musik, wir sind so aufgewachsen und als Erwachsener konnte jeder selbst entscheiden, was er weiter macht. Ich hatte neben der Musik immer meinen Ausdauersport, ich bin Freiberufler und Kleinunternehmer. Ich hatte immer das Ziel, das zu machen, und habe es bis heute nicht einen Tag bereut.“

Als Sportler haben Sie an unzähligen Marathonläufen und Ausdauerwettbewerben teilgenommen. Was ist Ihre Motivation und warum macht es immer noch Spaß, sich zu „quälen“?

„Es lohnt sich auch noch nach mehr als 20 Jahren Ausdauersport. Ich reise gern, arbeite auf der ganzen Welt. In vier Wochen fliege ich nach Kolumbien, um den Amazonas entlang zu paddeln. Im August bin ich in Namibia bei einem Abenteuerwettbewerb und auch im Herbst steht wieder etwas an. Es ist jeden Mal spannend und ein tolles Gefühl, seine Ziele zu erreichen.“

Aber muss man für Abenteuer wie einen Wettlauf zum Südpol oder einen Lauf quer durch Deutschland zur Zugspitze ohne Geld, Essen und Unterkunft nicht auch ein bisschen verrückt sein?

„Positiv verrückt, ja. Man muss natürlich Spaß an Abenteuern haben. Solche Touren durch Deutschland kann jeder machen. Das kostet kein Geld. Ich hatte nicht mal ein Zelt dabei, nur eine Plastikplane. Auf diesen 900 Kilometern hat man keine Verpflegung, nur das, was einem die Natur bietet oder an was man so kommt. Da nimmt man zwölf bis 15 Kilo ab. Das ist bitterhart, überall locken Versuchungen und man muss gegen seinen eigenen Schweinehund kämpfen. Aber ist man dann dort oben auf der Zugspitze, ist das grandios. Das ist niemand, kein Publikum, kein Applaus. Man macht es einfach für sich selbst.“

Haben Sie hinsichtlich Ihrer sportlichen Aktivitäten noch einen Traum oder eine besondere Herausforderung, der Sie sich noch stellen möchten?

„Ich habe viele Ziele. Es sind so viele, dass ich es in meinem Leben nicht mehr schaffen werde, sie alle zu erreichen. Ich möchte zum Beispiel gern mal mit dem Fahrrad um die Welt fahren. Mein nächstes Projekt mache ich aber mit einem alten T1-Bulli. Ich bin autoverrückt, vor allem Bullis sind meine Leidenschaft. Sie geben mir ein Heimatgefühl. Meine Eltern hatten einen und ich verbinde damit Abenteuer. Ich werde nächstes Jahr mit einem alten Bulli, den ich derzeit restauriere, durch die Welt reisen – ohne Geld und ohne zusätzlichen Sprit. Start ist Berlin, Ziel ist Peking. Etwas Ähnliches habe ich schon einmal von New York nach Los Angeles gemacht.“

Und das klappt?

„Ich habe damals viele Konzepte ausprobiert, um an Geld, Sprit und Essen zu kommen. Eines davon ging damals durch die Decke: Ich habe rund 5000 vierblättrige Kleeblätter gepresst, in Folie geklebt und fein säuberlich ausgeschnitten. Diese übergab ich meinen Unterstützern als Dank und als Glücksbringer. Ich habe die Menschen angesprochen, ihnen meine Geschichte erzählt und versprochen, dass sie später ein Exemplar meines Buches über die Reise erhalten werden, in welchem ich jeden Helfer namentlich erwähnte. Dieses Versprechen habe ich auch eingehalten. Das war toll! So hatten die Menschen das Gefühl, Teil der Challenge zu sein.“

Das zeigt, wie überzeugend Sie sind. Sie gelten ja auch in der Öffentlichkeit als Motivator. Gibt es Dinge, für die Sie sich selbst vielleicht auch schlecht motivieren können?

„Nein. Ich mache nur Sachen, die ich mag. Ich bin absolut ausgelastet. Ich verfolge das, wofür ich brenne. Man ist automatisch motiviert, wenn man das tut, was man gern macht. Ist man nicht motiviert, ist es wohl der falsche Job und man sollte ihn vielleicht wechseln.“

Zu Ihrer Musik: Sie sollen einmal gesagt haben: „Ich würde nie auf die Idee kommen, meine Musik zu kaufen.“ Finden Sie Ihre eigene Musik wirklich so schlimm?

„Ja, das habe ich gesagt – und es stimmt. Allerdings wurde das damals in einen falschen Zusammenhang gebracht. Ich würde nie auf die Idee kommen, ein Solo-Album zu machen – also Musik von mir allein zu kaufen. Von den 22 Alben, die ich mit meiner Familie rausgebracht habe, würde ich schon ein paar kaufen. Aber auch nicht alle. Ich habe einfach auch einen anderen Musikgeschmack.“

Wie passt das? Eigentlich machen Sie doch nur Dinge, die Ihnen Spaß machen.

„Das mache ich auch. Dabei geht es nicht um CDs. Vor 10 000 Leuten auf der Bühne zu stehen ist abgefahren. Das ist verrückt. Mit meinen Geschwistern zusammen Musik zu machen ist das Größte. Früher haben wir in Peine auf der Straße gespielt, in der Neunzigern dann vor 56 000 Menschen in Hannover im Stadion und nun vor 14 000 Fans in der TUI-Arena. Dass ich sowas machen darf, ist verrückt. Dieses ganze Konzept geht seit 40 Jahren, damals war ich fünf Jahre alt. Das ist doch Wahnsinn! Das hat meine Familie geschafft, wir sind kein kommerzielles Produkt, wir haben nicht unsere Seele verkauft, sind uns treu geblieben und haben unseren Weg gemacht. Ich bin sehr stolz auf meine Familie – vor allem auf meine Eltern.“

Also ist genau das auch der Grund, warum Sie beim Comeback der Kelly Family dabei sind?

„Es gibt verschiedene Gründe, aber einer ist ein ganz wesentlicher: Ich vermisse meine Geschwister! Früher haben wir Tag und Nacht zusammen gelebt, im Bus oder auf dem Boot. Dann ging jeder seinen eigenen Weg. Jetzt wieder zusammen Musik zu machen, sich regelmäßig zu sehen und zu quatschen, ist toll. Das Schöne ist, wir können uns ganz auf unsere Musik konzentrieren. Es ist ein Selbstläufer und wir können auf Tour gehen, ohne darüber nachzudenken, ob eine Platte gut ankommt oder nicht. Die Stimmung in der Familie ist super. Ich bin einem meiner Brüder wieder nähergekommen, mit dem ich die letzten fünf Jahre keinen Kontakt hatte. Durch die Musik ist die Freundschaft wieder gewachsen.“

Was ist Ihre schönste Erinnerung an die große Zeit der Kelly Family?

„Die schönste Erinnerung habe ich an die Zeit vor dem großen Durchbruch in den Neunzigern. Wie wir mit meiner Mutter und mit meinem Vater im Bus gereist sind – das war wie ein Abenteuer. Später blieb mir dann vor allem der Auftritt in Italien vor 20 000 Menschen im Stadion an der Seite des Tenors Luciano Pavarotti im Kopf, das war Wahnsinn. Oder beim Welt-Jugend-Tag, als wir vor 600 000 Jugendlichen spielten und uns der Papst im Anschluss die Hand reichte und jedem von uns einen gesegneten Rosenkranz übergab. Solche Momente bleiben für immer in Erinnerung.“

Von Janine Kluge

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