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Mit türkischem Pass Polizei-Karriere starten

Burak Güler Mit türkischem Pass Polizei-Karriere starten

Der Mann brennt vor Begeisterung für seinen Beruf: 18 Jahre alt, erweiterten Realschulabschluss, sportlich, sympathisches Wesen und offensichtlich hoch motiviert. Burak Güler ist Türke und möchte deutscher Polizeibeamter werden, am liebsten bei einem Spezial-Einsatzkommando. Im Polizeikommissariat Peine absolviert er ein einjähriges Praktikum.

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Burak Güler und Polizeisprecher Peter Rathai vor dem Dienstgebäude an der Peiner Schäferstraße: Dort ist der 18-Jährige für ein Jahr Praktikant.

Quelle: cb

„Ich wollte schon immer Polizist werden“, erzählt Burak Güler. „Aber mein Vater sagte, ich müsste dazu Deutscher sein.“ Sein deutscher Opa las dann aber in einer Annonce, dass auch junge Menschen mit „Migrationshintergrund“ sich bewerben könnten. Burak Güler schrieb an die Polizeiakademie Hann. Münden und wurde zum Test eingeladen. „Vier Stunden Theorie mit Deutsch, Mathe, Merkfähigkeit, Konzentration und logischem Denken“, sagt er, „wer diese Prüfung hinter sich hatte, konnte gleich weiter zum sportlichen Teil.“

Burak Güler war dabei, die erste Hürde war genommen. „40 Prozent der Bewerber fallen beim Eignungstest durch“, sagt Peter Rathai, Pressesprecher der Peiner Polizei. „Die Anforderungen sind hoch, manch einer überschätzt sich oder bereitet sich nicht genügend vor.“

Burak Güler ist in Deutschland geboren, in einem kleinen Dorf bei Braunschweig. „Ich bin sehr froh, dass meine Eltern mich immer gefördert haben und dass ich mit der deutschen und der türkischen Sprache aufgewachsen bin“, erzählt der junge Mann. „Ich war auch immer mit deutschen Freunden zusammen, zu manchen jungen Türken hier in Peine habe ich keinen Draht.“ Mit „Ey, Bruder“ braucht dem 18-Jährigen niemand zu kommen: „Wenn ich später im Einsatz bin, muss ich nach dem deutschen Gesetz handeln und nicht nach Sympathie oder Staatszugehörigkeit.“

Sein Traum ist es, eines Tages einem Spezial-Einsatzkommando anzugehören, in erster Reihe Menschen in bedrohlichen Lagen zu helfen. Dass die Anforderungen für diese „schwarzen Männer“ besonders hoch sind, weiß er: Neben körperlicher Spitzenverfassung muss er auch eine starke Psyche besitzen.

Ein Jahr dauert das Praktikum bei der Peiner Polizei, drei Tage in der Woche macht Burak Güler normalen Streifen- und Innendienst mit, „ich hatte auch schon Nachtschicht“, erzählt er in perfektem Deutsch. Die anderen zwei Tage geht er in Braunschweig zur Otto-Benemann-Schule, lernt Rechtspflege und Verwaltung. Das zweite Jahr ist dann komplett Schule, danach beginnt das dreijährige Studium an der Polizeiakademie. Zwei Jahre Bereitschaftspolizei schließen sich an. Und dann eines Tages das Spezial-Einsatzkommando – möglich ist alles.

Burak Gülers besonderer Vorteil: Er versteht und spricht die türkische Sprache, kennt die Mentalität seiner Landsleute. „Ich war schon bei Einsätzen dabei und konnte den Kollegen übersetzen, was die anderen sagten“, freut er sich. Er sagt schon „Kollegen“, spricht von Freunden und Zusammenhalt in der Polizei, was ihm sehr gefällt. Burak Güler weiß, was er will.

de

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