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Minister Lindemann: Deutliche Worte zur Massentierhaltung

Vöhrum Minister Lindemann: Deutliche Worte zur Massentierhaltung

Vöhrum. Der niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) besuchte gestern die BBS Peine. Er sprach mit Schülern über Agrarpolitik und die Europäische Union. Am Rande des Besuches hielten Gegner von Massentierhaltung eine Mahnwache ab.

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Diskussion mit dem CDU-Politiker Gert Lindemann: Die Schüler der BBS Peine.

Quelle: cb

Knapp 90 Minuten sprach der Minister mit rund 20 Elftklässlern des Wirtschaftsgymnasiums über Themen wie Agrarpolitik in Niedersachsen oder den Einfluss der EU auf die Landespolitik. „Das Zusammenwachsen Europas hat viele positive Komponenten, wie den Abbau von Handelshemmnissen. Gleichzeitig ist es aber manchmal problematisch, da keine wirtschaftspolitischen Sonderwege möglich sind.“

So hätte zum Beispiel ein Verbot von Massentierhaltung, wie von den Demonstranten gefordert (im Hintergrund), deutliche negative Auswirkungen: „Die Konsequenz wäre, dass die Zucht hier deutlich teurer werden würde, die Landwirte sich aber immer noch dem europäischen Handel stellen müssten. Wenn Betriebe dann nicht mehr wirtschaftlich laufen und schließen müssen, würde aus anderen EU-Ländern importiert, in denen ganz andere Tierschutzgesetze gelten, als bei uns.“

Lindemann mahnte dennoch: „Wir müssen uns der Verantwortung gegenüber Tieren in menschlicher Obhut stellen. Die Tiere dürfen nicht an die Haltungssysteme angepasst werden, sondern andersherum.“

Bei der anschließenden Fragerunde hakten die Schüler kritisch nach und wollten mehr über verseuchte Lebensmittel oder Gentechnik wissen. Der Minister sagte: „Es mag Bereiche in der Wirtschaft geben, für die das Klonen von Tieren Sinn macht. Die Grüne Gentechnik, der Anbau genetisch veränderter Pflanzen, ist eine mögliche Zukunftstechnik.“ Diese Form der Gentechnik müsse zuvor aber gründlich erprobt und untersucht werden und Produkte mit solchen Inhaltsstoffen klar gekennzeichnet werden.

js

Mahnwache beim Besuch von Minister Gert Lindemann

Die Mahnwache organisiert hatte die Bürgerinitiative „Lahstedt-Ilsede für Tier, Mensch und Umwelt“. Einige Mitstreiter fanden sich gegenüber der BBS zusammen, um Flagge zu zeigen gegen Massentierhaltung und Biogas-Anlagen. Helga Laue von der Initiative sagte auf PAZ-Nachfrage: „In landwirtschaftlichen Betrieben geht es immer mehr nur um Rendite. Es gehört aber Liebe zum Beruf dazu, vor allem im Umgang mit Tieren“. Besonders Massentierhaltung verurteilt die Initiative. „Diese Form der Haltung kann kein Mensch mit seinem Gewissen vereinbaren. Man muss Tieren die Haltung zugestehen, die ihnen gerecht wird. Herr Minister Lindemann muss sich einsetzen, dass der Tierschutzplan, der auf 30 Jahre angelegt ist, sofort umgesetzt wird.“ Laue zog ein positives Fazit: „Wir haben viele Menschen erreicht und gute Rückmeldungen bekommen. Wir können bei den Themen nur schrittchenweise vorangehen.“ Neben der Massentierhaltung prangert die Initiative Biogas-Anlagen und die Subventionierung von landwirtschaftlichen Betrieben an.

js

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