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Minister Althusmann will Bürokratie abbauen

Kaufmannsgilde Peine Minister Althusmann will Bürokratie abbauen

Der niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Bernd Althusmann (CDU), sprach Dienstagabend bei der traditionellen Morgensprache der Peiner Kaufmannsgilde im Restaurant der Festsäle.

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Hoher Besuch: Minister Bernd Althusmann (4. von links) war zu Gast bei der Peiner Kaufmannsgilde.

Quelle: Thomas Freiberg

Peine. Den anwesenden 100 Gästen stellte er seine Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage in Niedersachsen vor und präsentierte Lösungsansätze für den Rückgang des Einzelhandels in Städten wie Peine.

Zu Beginn der Veranstaltung informierte Gildemeister Carsten Senge über den aktuellen Stand des Peiner Einzelhandels und über Möglichkeiten für die Zukunft. Man müsse enger zusammenrücken und gemeinsam ein Gesamtkonzept erstellen, das mehr umfasse als nur das Lindenquartier. Für Senge ist vor allem das Beleben der Innenstadt durch Freizeitaktivitäten wichtig. „Das Leben muss sich zwischen Bahnhof sowie Marktplatz abspielen und Hobbys mit Einkaufsmöglichkeiten kombinieren“, so der Gildemeister. Daneben kündigte Senge an, dass sich Kaufmannsgilde und City-Gemeinschaft zusammenschließen werden. Weitere Infos sollen folgen.

Auf diese Ansätze ging Minister Althusmann in seiner Rede ein. Entgegen vieler Einschätzungen sei der Einzelhandel in einer insgesamt guten Lage. Nur rund zwei Prozent der befragten Betriebe würden ihre Lage als negativ beschreiben. Dennoch müsse man hier ansetzen, da der Verkauf in kleineren Städten, vor allem durch den Internetversand, mehr und mehr zurückginge.

Um dieses Problem zu lösen, müsse man an mehreren Faktoren ansetzen. „Viel ist heute die Rede von der erforderlich werdenden Belebung von Innenstädten. Es gibt nach meiner Auffassung dafür aber nicht die eine Lösung“, betonte Althusmann. Hier seien sowohl die Kommunen, die in attraktive Innenstadtlagen investieren sollten, als auch der Einzelhandel, der interessante Angebote und guten Service bieten müsse, gefragt. An dieser Stelle greift auch der Wettbewerb mit dem Motto „Gemeinsam aktiv – Handel(n) vor Ort“ der niedersächsischen Landesregierung, der nach Handelskonzepten für Städte mit weniger als 50 000 Einwohnern sucht. Dieser habe 2017 eine hohe Resonanz erzielt und soll deshalb in 2018 fortgesetzt werden. Althusmann dazu: „Ich würde mich sehr freuen, wenn sich auch die Peiner Kaufmannsgilde als Gemeinschaft oder einzelne Händler am Wettbewerb beteiligen würden.“

Allerdings seien Kommune und Einzelhandel für den Erfolg nicht allein verantwortlich. Die Landesregierung müsse hier tatkräftig unterstützen. „Bürokratieabbau, mehr Investitionen in Verkehrsinfrastruktur, Digitalisierung, Fachkräftesicherung, Beschleunigung von Planungsverfahren – das sind Themen, die wir angehen wollen“, so der CDU-Landesvorsitzende. Kleine Unternehmen seien von unnötiger Bürokratie stark betroffen, weshalb die Landesregierung dort ansetzen und diese Bürokratie verringern müsse.

Für Althusmann gehört aber auch die Anbindung an ein schnelles Internet zu den wichtigsten Standortfaktoren, weshalb man nun mit dem Ausbau von Breitbandanschlüssen beginnen müsse. Als Beispiel führte er an: „85 Prozent der Gebäude in der Stadt Peine verfügen über 50 Megabit pro Sekunde, aber nur 52 Prozent im Landkreis Peine.“ Das müsse sich möglichst bald ändern.

Von Tilman Kortenhaus

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