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Messerstecherei: Sieben Jahre Haft gefordert

Menschen vor Gericht Messerstecherei: Sieben Jahre Haft gefordert

Dem wegen Totschlagsversuch angeklagten 35 Jahre alten Peiner droht ein langer Gefängnisaufenthalt. Staatsanwalt Wolfgang Scholz forderte gestern eine siebenjährige Haftstrafe für den Mann. Morgen will das Landgericht Hildesheim sein Urteil verkünden.

Hildesheim . Nach der mehrtägigen Beweis-Aufnahme bestehe kein Zweifel daran, dass der Beschuldigte einem Bekannten im Streit ein Messer in den Bauch gerammt habe, meinte Scholz. „Wer so handelt, kann nicht mit dem Überleben des Opfers rechnen“, sagte der Anklage-Vertreter in seinem Plädoyer. Die nach langem Schweigen von dem 35-Jährigen schriftlich vorgelegte Erklärung, er habe in Notwehr zugestochen, wies Scholz als Schutzbehauptung zurück. Der Angeklagte „hätte es besser mit einem Geständnis versuchen sollen“.

Der aus Georgien stammende Angeklagte hatte seinem Bekannten im August auf offener Straße einen Stich mit einem Taschenmesser versetzt. Die Verhandlung hatte sich dadurch als äußerst schwierig gestaltet, weil das Opfer nicht aussagen konnte. Der 32-Jährige war im November an einer Überdosis Rauschgift gestorben.

Auch der Beschuldigte hat ein schweres Drogenproblem. Er nimmt am Methadon-Programm teil. Am Tag vor der Tat hatte er wegen einer Familienfeier seine Dosis der Heroin-Ersatzdroge aber nicht bekommen. Deshalb habe er merkliche Entzugserscheinungen, erklärte die Ehefrau des 35-Jährigen. Eine Cousine des Mannes bestätigte diese Aussage. Das vorübergehende Aussetzen der Methadon-Einnahme führe zwar nicht immer zu einer verminderten Schuldfähigkeit, erklärte ein psychiatrischer Sachverständiger gestern. Die Möglichkeit, dass hier dann doch solch ein Fall vorliege, sei allerdings nicht auszuschließen.

Auf diesen Aspekt verwiesen die Verteidiger Henning Sonnenberg und Christoph Rautenstengel in ihren Plädoyers. Den für einen Schuldspruch wegen versuchten Totschlags erforderlichen sogenannten bedingten Tötungsvorsatz bestritten sie. Sie waren sich allerdings mit dem Staatsanwalt darüber einig, dass ihr Mandant wegen mehrerer Diebstähle und Hehlereien in Zusammenhang mit Fahrrädern bestraft werden müsse.

jkr

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