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Messerstecherei: Fünf Jahre Haft für Peiner

Hildesheimer Landgericht Messerstecherei: Fünf Jahre Haft für Peiner

Das ist die Quittung, die ein 35-Jähriger für eine Messerattacke auf einen 32-Jährigen vom Landgericht Hildesheim erhielt. Der ursprüngliche Vorwurf hatte auf Totschlagversuch gelautet. Das ließ sich allerdings nicht halten.

Hildesheim. Der ursprüngliche Vorwurf des Totschlagsversuchs ist vom Tisch. Dennoch muss der wegen einer Messerattacke auf einen Bekannten angeklagte 35-jährige Peiner hinter Gitter. Das Landgericht Hildesheim verurteilte den Mann gestern wegen gefährlicher Körperverletzung zu fünf Jahren Haft.

Der Beschuldigte hatte dem Opfer auf der Werderstraße die Klinge seines Taschenmessers in den Bauch gestoßen. Der 32-Jährige erlitt eine lebensgefährliche Verletzung. Zuvor hatten sich die drogensüchtigen Männer um das Geld für einen gescheiterten Heroinkauf gestritten.

Die Verhandlung war schwierig. Das Opfer war vor einigen Monaten an einer Überdosis Drogen gestorben. Der Angeklagte hatte zunächst geschwiegen. Dann hatte er schriftlich erklärt, er habe dem 32-Jährigen den Messerstich in Notwehr versetzt. „Diese Einlassung ist einfach nur dämlich. Sie hätten lieber die Wahrheit sagen sollen“, kommentierte Richter Ulrich Pohl.

Bei der Tat habe der Beschuldigte den Tod des anderen Mannes billigend in Kauf genommen, sagte Pohl. Er sei jedoch dann von seinem bedingten Tötungsvorsatz zurückgetreten, weil er nach dem Messerstich nicht weiter auf das Opfer eingedrungen sei, obwohl er gesehen habe, dass der 32-Jährige noch lebte und den Tatort verließ. Deshalb komme ein Schuldspruch wegen versuchten Totschlags nicht in Betracht. Allerdings gehe das Gericht auch nicht davon aus, dass der Angeklagte wegen etwaiger Entzugserscheinungen nur vermindert schuldfähig gewesen sei.

Weil sein knappes Gehalt nicht für seine Drogenkäufe ausreichte, hatte der 35-jährige Peiner mit georgischen Wurzeln in den vergangenen Jahren mehrere Fahrräder gestohlen und an osteuropäische Lastwagen-Fahrer weiterverkauft. Außerdem hatte er sich als Hehler für andere Fahrraddiebe betätigt. Die Strafe für diese Taten, die der Mann gestanden hatte, ist in das gestrige Urteil einbezogen.

jkr

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