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Messer-Attacke: Verdächtiger schweigt

Landgericht Hildesheim Messer-Attacke: Verdächtiger schweigt

Eisiges Schweigen: Im Prozess gegen einen wegen Totschlagsversuchs angeklagten Mann aus Peine hat der Beschuldigte wieder nichts zum Tatvorwurf gesagt. Auch die gestern vom Landgericht Hildesheim vernommenen Zeugen konnten nicht Licht ins Dunkel des Falles bringen.

Hildesheim. Der Angeklagte soll einem Bekannten an einem Sonntag im August auf offener Straße ein kurzes Messer in den Bauch gerammt haben. Dem Angriff soll ein Streit zwischen den beiden Männern vorausgegangen sein. Unstrittig ist, dass der 32-Jährige im Peiner Klinikum wegen der Verletzung behandelt wurde. Er zeigte den Beschuldigten auch an – allerdings erst Wochen später.

Warum er sich so viel Zeit ließ, kann er dem Gericht nicht mehr sagen. Er ist im November an einer Überdosis Drogen verstorben.

Der mutmaßliche Täter äußert sich im Prozess nicht zur Sache. Fragen zu seinem Lebenslauf beantwortete der 35-Jährige aber gestern. So erzählte er, dass er den noch in seiner georgischen Heimat das Friseurhandwerk erlernt habe. Das könne er aber wegen einer Haarallergie nicht ausüben. Später habe er einige Zeit gar nicht gearbeitet, „weil ich es nicht nötig hatte“. Diese Äußerung kommentierte der Vorsitzende Richter Ulrich Pohl spontan mit: „Jetzt bin ich aber schwer beeindruckt.“

Dreimal habe er anschließend versucht, in Deutschland Asyl zu erhalten. Dafür sei er in zwei Fällen sogar unter falschem Namen eingereist. Stets hätten die Behörden ihn abgeschoben. Erst die Heirat mit einer Peine lebenden Frau habe ihm das Bleiberecht verschafft. Eine Scheinehe führe er aber nicht, betonte der 35-Jährige.

Ein Arzt, der das Opfer untersucht hatte, brachte die Richter ebenfalls nicht viel weiter. Die Wunde lasse nicht auf die Art der Messer-Attacke schließen, sagte er im Zeugenstand. Ein hannoverscher Rechtsanwalt, der das Opfer mehrfach verteidigt und betreut hatte, erklärte, sein Mandant habe ihm von dem Angriff erzählt. Er meine, der 32-Jährige habe zwei Türken als Täter genannt, „es kann aber auch sein, dass ich mich in dieser Hinsicht irre“.

Die Verhandlung wird in der kommenden Woche fortgesetzt. Dann werden die Plädoyers erwartet.

jkr

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