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Stadt Peine Melskotte steigt groß in den Peiner Busverkehr ein
Stadt Peine Melskotte steigt groß in den Peiner Busverkehr ein
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21:44 06.09.2018
Das Unternehmen ONS/Melskotte übernimmt ab Januar 2019 zu 50 Prozent den Personennahverkehr im Landkreis Peine. Quelle: Tobias Mull
Kreis Peine

Nicht selten klingelt in der PAZ-Redaktion das Telefon und aufgebrachte Peiner beschweren sich über die Personenbeförderung im öffentlichen Nahverkehr. Die Routen nicht eingehalten, Busausfälle, schlecht ausgebildete und unfreundliche Fahrer – die Liste der Beschwerden ist lang. Dass nun ausgerechnet das Unternehmen die Personenbeförderung im Kreis Peine übernehmen soll, dass so oft in der Kritik steht, ruft bei vielen Fahrgästen Skepsis hervor.

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Doch die Landesnahverkehrgesellschaft Niedersachsen (LNVG), die die Konzession erteilt hat, beruhigt: „Die Rahmenbedingungen stimmen. Es gibt keinerlei Hinweise, dass das Unternehmen die Anforderungen nicht leisten kann“, sagt LNVG-Geschäftsführer Klaus Hoffmeister. Und auch Bernd Melskotte, Geschäftsführer der ONS GmbH, versichert: „Wir sind gut aufgestellt und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Ich bin guter Dinge, dass wir im Januar problemlos starten können.“

Derzeit teilt sich die PVG den Busverkehr im Landkreis Peine mit der Regionalbus Braunschweig (RBB). Anfang des Jahres lief die aktuelle Konzession für die RBB aus, so dass eine neue Ausschreibung stattfand. Doch lediglich die Firma ONS, die momentan bereits zwei Drittel der RBB-Routen als Subunternehmer bedient, akzeptierte die geforderten Rahmenbedingungen und gab ein Angebot ab.

Landkreis hat Qualitätsansprüche dargelegt

„Wir standen in enger Abstimmung mit dem Regionalverband Braunschweig und dem Landkreis Peine“, sagt Hoffmeister. Von beiden Seiten habe es grünes Licht gegeben. Und das, obwohl der Kreisverwaltung Beschwerden von Fahrgästen, die insbesondere das bisherige Subunternehmen ONS betreffen, vorlagen.

Deshalb hat der Landkreis dem Regionalverband in einem Schreiben seine Qualitätsansprüche umfassend dargelegt. Gemeinsam reichten sie eine Stellungnahme bei der LNVG ein. „Der Landkreis hat unter anderem den Einsatz von qualifiziertem Personal sowie einer Servicestelle vor Ort für Fahrkartenangelegenheiten und Beschwerdemanagement gefordert“, erklärt Kreis-Sprecher Fabian Laaß.

LNVG hat Wirtschaftlichkeit geprüft

Diese Dinge seien in die Rahmenbedingungen aufgenommen worden, so Hoffmeister. Zusätzlich zum gängigen Verfahren habe man zudem die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens ONS überprüft. „Es ist alles gut“, versichert Hoffmeister. „Aber wie bei uns üblich, werden wir natürlich prüfen, ob künftig auch eingehalten wird, was sie angeboten haben.“

Betreiber-Wechsel: ONS-Chef äußert sich

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Ab Januar 2019 übernimmt das Edemisser Unternehmen ONS von Bernd Melskotte zu 50 Prozent die Personenbeförderung im Peiner Nahverkehr (Text oben). Der Geschäftsführer kündigt schon jetzt große Veränderungen an.

Neue Busse sind gekauft, Busfahrer befinden sich in der Ausbildung – Melskotte ist optimistisch: „Wir sind gut aufgestellt. Wir haben das Angebot für die Peiner Fahrgäste stark erweitert – es wird viel besser.“ Anfang des Jahres hatte die Firma die Konzession durch die Niedersächsische Landesnahverkehrsgesellschaft erhalten, seither sind Melskotte und sein Berater Werner Bettels dabei, das umfangreiche Konzept für den Start 2019 umzusetzen. „Wir haben die Pläne des LNVG aufgegriffen“, sagt Melskotte und verrät: „Viele Leerfahrten werden wegfallen und am Wochenende werden zusätzlich Kleinbusse mit 18 und 20 Sitzen fahren.“

Auch eine engere Zusammenarbeit mit der Peiner Verkehrsgesellschaft, die für 50 Prozent der Personenbeförderung im Kreis Peine zuständig ist, kündigt Melskotte an. „Wir werden einen einheitlichen Fahrkartendrucker haben. So können wir jetzt wirklich verzahnt fahren und den Fahrplan zusammen gestalten.“

Zudem soll das Unternehmen in das Echtzeit-Programm mit aufgenommen worden sein. Dort können via Bildschirm alle Busse in Echtzeit verfolgt werden. „Fahrgäste können dann über eine App verfolgen, ob der Bus Verspätung hat oder vielleicht sogar etwas zu früh losgefahren ist“, erklärt Melskotte. „Dieses Programm wird vom Land bezuschusst.“

Hinsichtlich der Beschwerden, die immer wieder an das Unternehmen herangetragen werden (Text oben), verspricht Melskotte Besserung. „Wir wollen den Pavillon am Busbahnhof übernehmen, um dort den Fahrkartenverkauf abzuwickeln und um Ansprechpartner vor Ort zu sein“, so der Unternehmer. Gespräche dazu würden noch laufen. „Auch das Thema Fahrermangel ist ja bekannt. Das ist ein hausgemachtes Problem für alle Busunternehmen.“

Um dem entgegenzuwirken, setzt Melskotte qualifiziertes Personal aus Osteuropa ein. „Die Busfahrer befinden sich bereits jetzt in der Ausbildung. Zusätzlich belegen sie jeden Sonntag einen Deutschkurs. Das läuft zurzeit sehr gut“, versichert Melskotte. „Das ist allerdings nicht mit der Qualität deutscher Fahrer zu vergleichen, sie werden langsam an die Sache herangeführt.“

Von Janine Kluge

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