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Mädchen (4) missbraucht: Bewährung für Täter

Landgericht Braunschweig Mädchen (4) missbraucht: Bewährung für Täter

Ein Jahr und sieben Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung für einen 27-Jährigen, der in mindestens zwei Fällen eine zur Tatzeit Vierjährige sexuell missbraucht hat. So lautet das Urteil, das am Dienstagmorgen das Landgericht Braunschweig gesprochen hat.

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Der Angeklagte sagte gestern, dass ihm die Taten sehr leid tun. Das Gericht glaubte seinem reumütigen Verhalten und sprach ein mildes Urteil, das zur Bewährung ausgesetzt wurde.
 

Quelle: Thorsten Pifan

Braunschweig/ Vechelde.   Der Mann soll das Kind einmal in seiner Wohnung in Braunschweig missbraucht haben und einmal auf dem Teppich im Kinderzimmer des Mädchens in Vechelde. Der Braunschweiger hatte die Taten zu Beginn des Prozesses gestanden (PAZ berichtete). Vor allem deshalb kam er mit einer Bewährung davon, die auf vier Jahre angesetzt worden ist.

Strafmildernd hatte sich ausgewirkt, dass der Täter zu Beginn des Prozesses ein Geständnis abgelegt hatte. Damit ersparte er es dem Mädchen, vor Gericht auszusagen. Auch die Mutter und weitere Zeugen brauchten nicht direkt im Saal auszusagen. Insbesondere der Mutter des Kindes war es wichtig gewesen, nicht vor Gericht erscheinen zu müssen und dabei dem Täter zu begegnen.

Vertrauensverhältnis schamlos ausgenutzt

Gegen den 27-Jährigen, der sowohl von der Lebenshilfe Braunschweig betreut wird und zudem einen rechtlichen Betreuer von der Stadt Braunschweig an die Seite gestellt bekommen hat, sprach, dass er das Vertrauensverhältnis zur Mutter und dem Kind schamlos ausgenutzt hat. Die Mutter des Mädchens führte zur Tatzeit eine platonische Beziehung mit dem Mann, war zeitweise sogar in dessen Wohnung nach Braunschweig gezogen.

Beide Taten hatten sich ereignet, während sich die Mutter in der gleichen Wohnung befunden hatte. Als heraus kam, was der Verurteilte mit dem Kind gemacht hatte, befand sich die Mutter bereits in einer neuen Beziehung: Die Mutter hatte morgens mit ihrem neuen Lebensgefährten im Bett gelegen und unter der Bettdecke „gekuschelt“. Als das Mädchen ins Zimmer kam, sagte sie laut Aussage der Mutter: „Ich weiß, was ihr da macht, das hat der E. (Name geändert) auch immer mit mir gemacht.“ Lebensgefährte und Mutter wurden daraufhin hellhörig und erstatteten schließlich Anzeige.

Kein Besuch in Schwimmbädern ohne einen anderen Erwachsenen

Das Gericht verhängte strenge Auflagen: Der Täter muss sich einer Sexualtherapie unterziehen. Den Erstkontakt mit einem Therapeuten muss er innerhalb von drei Monaten nachweisen. Damit die Gefahr eines Rückfalls minimiert wird, darf er sich nicht ohne Begleitung eines anderen Erwachsenen in der Nähe von Spielplätzen, Schulen oder Kindergärten sowie in Schwimmbädern aufhalten. Vor allem letzteres war dem Staatsanwalt wichtig, nachdem bekannt geworden war, dass sich der 27-Jährige gern allein in Schwimmbädern aufhält.

Dem Verurteilten Straftäter ist der Kontakt zu Kindern unter 14 Jahren komplett untersagt, schon gar nicht darf er sie mit in seiner Wohnung nehmen. Außerdem muss er 600 Euro an das Opfer zahlen. Das Geld soll er in Raten überweisen, monatlich 25 Euro. Diese Forderung von der Staatsanwaltschaft hatte insbesondere die Vertreterin der Nebenklägerin befürwortet, damit der 27-Jährige ständig an die Folgen seiner Tat erinnert wird.

Das Opfer leidet und heftigen Alpträumen und nässt ins Bett

Das heute siebenjährige Mädchen leidet immer noch an dem Missbrauch, der sich zwischen März und September 2014 ereignet hat. Die Anwältin der Nebenklage teilte mit, dass das Kind heftige Alpträume hat und nachts in Bett nässt. Zudem habe sie starke Konzentrationsschwierigkeiten in der Schule, so dass die Versetzung in die nächste Klasse gefährdet ist. Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Missbrauch und den Folgen für das Mädchen sei zwar nicht herzustellen, aber naheliegend, sagte die Vertreterin der Mutter.

Von Thorsten Pifan

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