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Lückenfüller mit Halt

PAZ-Gesundheitsserie Lückenfüller mit Halt

Weiß und ebenmäßig – so sieht das perfekte Gebiss aus. Doch nur wenige haben es. Im Laufe des Lebens können Karies und Parodontitis, aber auch Unfälle zum Verlust eines Zahnes oder mehrerer Zähne führen. Um die Lücken zu füllen, entscheiden sich immer mehr Patienten für Zahnimplantate.

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Zahnimplantate bestehen meist aus einer Titanlegierung. In den Kiefer eingesetzt, geben sie dem Zahnersatz festen Halt.

Quelle: haz

Kreis Peine . Zweieinhalb Zähne fehlen durchschnittlich jedem deutschen Erwachsenen. „Der Hauptgrund ist Parodontitis“, erklärt der Peiner Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurg Arash Aref. Gemeinsam mit seiner Kollegin Dina Gisvalinova hat er sich auf Zahnimplantologie spezialisiert.

„Im Vergleich zur Brücke haben Implantate den Vorteil, dass sie wie echte Zähne fest im Kiefer sitzen und einen optimalen Biss sowie ein hohes Maß an Lebensqualität gewährleisten“, sagt Aref. „Außerdem kommen Implantate – anders als Brücken – ohne Beschleifen der Nachbarzähne aus und verhindern einen Abbau des Kieferknochens.“ Ein weiterer Pluspunkt sei die Langlebigkeit, bei optimaler Pflege sollen Implantate ein Leben lang halten.

Der Eingriff wird in der Regel mit örtlicher Betäubung durchgeführt, möglich sind aber auch Vollnarkose oder Sedierung (Dämmerschlaf). Der Arzt formt zunächst mit einem Spezialbohrer im Kiefer eine genau passende Bohrung für das Implantat und setzt es ein. Im Durchschnitt dauert der Eingriff etwa eine Stunde.

Drei bis sechs Monate bleibt das Implantat unbelastet, um eine optimale Einheilung zu gewährleisten. Anschließend setzt der behandelnde Zahnarzt die Krone auf. „Zahnarzt, Chirurg und Zahntechniker spielen in diesem Behandlungsdreieck zusammen“, erklärt Aref.

Neben dem fachgerechten Einbringen des Implantats spielt die richtige Nachsorge eine entscheidende Rolle. „Besonders wichtig ist die Zeit nach einer Implantation, weil die Knochenzellen jetzt mit der rauen Oberfläche des Implantats einen Verbund eingehen müssen. Dieser Vorgang gewährleistet dann den festen Sitz des Implantats im Kieferknochen. Wird dieser Prozess gestört, etwa durch Entzündungen des Zahnfleisches oder in der Kieferknochens, kann es passieren, dass das Implantat wieder entfernt werden muss“, sagt Dina Gisvalinova, Fachzahnärztin für Oralchirurgie.

Daher gilt es, besonders auf die Mundhygiene zu achten. Mehr noch als bei den eigenen Zähnen, denn: „Das Implantat hat im Gegensatz zum Zahnhalteapparat keine Abwehrkräfte“, erklärt Gisvalinova. Eine sorgfältige Zahnpflege ist unerlässlich. Dazu gehören auch die Nachsorgetermine: Drei Mal pro Jahr sollte bei Implantatpatienten eine professionelle Zahnreinigung vorgenommen, die Tiefe der Zahnfleischtaschen gemessen und Röntgenbilder gemacht werden.

„Man sollte nicht erst dann ein Implantat einsetzen, wenn es mit der Brücke nicht mehr geht“, sagt Aref. „Denn das Implantat trägt zum Erhalt des Knochens bei.“ Zudem lassen sich auch Prothesen mit Implantaten fixieren.
Die Kosten für ein Implantat sind abhängig vom Behandlungsbedarf. Während der chirurgische Eingriff privat gezahlt werden muss, bezuschussen die gesetzlichen Krankenkassen die Prothesekosten.

Mirja Weber

Hintergrund

Nach der Implantation

Um die Risiken nach einer Zahnimplantation so gering wie möglich zu halten, empfehlen Zahnmediziner Folgendes:

Für die nächsten Tage auf heiße Kost und belagbildende Milchprodukte verzichten. Die behandelte Seite beim Kauen möglichst schonen.

Alkohol, Kaffee, Cola, schwarzen Tee und blutverdünnende Medikamente wie Aspirin in den ersten zwei Tagen nach der Operation vermeiden.

Bis zur Nahtentfernung nicht rauchen.

Am Tag der Operation keine Mundspülung benutzen. Am folgenden Tag kann wieder mit der normalen Mundpflege begonnen werden.

Für zwei bis drei Tage auf körperliche Anstrengung verzichten und wenig sprechen.

Beim Schlafen den Kopf nachts zwei bis drei Tage hoch lagern.

Die Stelle des Eingriffs von außen mit einem nasskalten Waschlappen (kein Eis!) mit Unterbrechung von 30 Minuten kühlen. Wärme, zum Beispiel in Form direkter Sonneneinstrahlung, sollte während der ersten beiden Tage vermieden werden.

Bei Operationen mit Beteiligung der Kieferhöhle nicht die Nase schnäuzen. Husten und Niesen bei geöffnetem Mund.

Treten hohes Fieber (über 38,5 Grad) oder Schluckbeschwerden auf, sollte der Arzt aufgesucht werden.

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