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Stadt Peine Krötensterben in Duttenstedt: Peta erstattet Strafanzeige
Stadt Peine Krötensterben in Duttenstedt: Peta erstattet Strafanzeige
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18:37 25.04.2018
Eine der Erdkröten am Rand eines Sammeleimers auf dem Gelände des Duttenstedter Kieswerks. Quelle: Thomas Freiberg
Peine

Vorgeworfen wird dem Unternehmen ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Die Firma habe durch mangelhafte Versorgung den Tod der Kröten verschuldet. Die Eimer, in denen die Tiere gesammelt und sicher transportiert werden sollten, seien demnach offenbar zu lange nicht geleert worden und quollen regelrecht über.

„Die verzweifelten Kröten müssen in den überfüllten Sammelbehältern sehr gelitten haben“, so Peter Höffken, Fachreferent bei Peta. „Statt die geschützten Erdkröten zu versorgen und sie bei der Wanderung zu unterstützen, wie es eigentlich der Auftrag war, hat Biodata die Tiere anscheinend elendig austrocknen lassen.“

Für die Tierrechtler nicht glaubhaft

Die Firma hatte zu ihrer Verteidigung erklärt, dass sie von der plötzlich aufgetretenen Häufung an Tieren auf der Wanderstrecke überrascht worden sei. „Doch genau mit der Absicht, der Amphibienwanderung bei dem Kieswerk gerecht zu werden, wo ein besonders hohes Aufkommen an Kröten bereits aus dem vergangenen Jahr bekannt war, hatte der Landkreis Peine die Fachfirma doch beauftragt“, moniert Peta.

Dass die Spezialisten mit Beginn und Ausmaß der Krötenwanderung in dieser Form nicht gerechnet haben sollen, ist für die Tierrechtler nicht glaubhaft.

„Die Mitarbeiter haben besonders unter den Voraussetzungen ihrer fachlichen Fähigkeiten grob achtlos gehandelt und müssen sich mit der Anzeige nun dafür verantworten, keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen zu haben, um die artenschutzrechtlich streng geschützten Tiere zu schützen“, heißt es weiter in der Presseerklärung von Peta.

Biodata weist Anschuldigungen von Peta zurück

Wegen des Krötensterbens im Duttenstedter Kieswerk hat die Tierrechtsorganisation Peta Strafanzeige gegen die mit der Überwachung der Krötenwanderung beauftragten Firma Biodata erstattet (siehe Text oben) und schwere Vorwürfe erhoben. Das Braunschweiger Unternehmen weist diese Anschuldigungen zurück.

„Es sind keine Tiere durch mangelhafte Betreuung des Schutzzaunes durch Mitarbeiter von Biodata verletzt oder getötet worden“, erklären Mathias Fischer und Uwe Kirchberger von der Braunschweiger Firma. „Die Fangeimer wurden regelmäßig durch unsere Mitarbeiter kontrolliert und dadurch insgesamt 4500 Erdkröten am Amphibienzaun erfasst und ins Gewässer umgesetzt.“

Auch seien die Mitarbeiter trotz anderslautender Berichte nicht überrascht gewesen von der Häufung an Tieren entlang der Wanderstrecke. Am 4. April habe dann eine Biodata-Mitarbeiterin etwa 30 tote Amphibien am Ufer der Kiesgrube entdeckt, die teilweise Verletzungen aufwiesen. „Diese Amphibien wurden dort offensichtlich abgelegt“, so Fischer.

„Es sind keine Tiere in den Auffangbehältern gestorben“

Der Fund sei von der Mitarbeiterin fotografisch dokumentiert und noch am gleichen Tag der Unteren Naturschutzbehörde gemeldet worden, die der Firma den Auftrag zur Überwachung der Krötenwanderung gegeben hatte.

Die toten Tiere seien dann in den folgenden Tagen eingetrocknet. „Am 9. April wurden die Kröten von ehrenamtlichen Amphibienschützern entdeckt, und es wurde die Presse informiert“, sagt Fischer. „Es sind aber keine Tiere in den Auffangbehältern des Krötenzaunes ausgetrocknet oder gestorben.“

Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Peine wollte sich zu den Anschuldigungen von Peta nicht äußern. „Mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen geben wir keine Stellungnahme ab“, hieß es auf PAZ-Anfrage aus dem Kreishaus.

Von Tobias Mull

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