Menü
Peiner Allgemeine | Ihre Zeitung aus Peine
Anmelden
Stadt Peine Kritik an der Bewilligungsquote im Kreis Peine
Stadt Peine Kritik an der Bewilligungsquote im Kreis Peine
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:00 19.09.2018
Sozial benachteiligt: So wie dieses Mädchen auf einem gestellten Foto sind auch andere Kinder und Jugendliche von vielen Freizeit-Aktivitäten ausgeschlossen. Quelle: dpa
Kreis Peine

Die Leistungen für benachteiligte Kinder und Jugendliche sind unzureichend und ermöglichen weder Teilhabe noch Bildungsgerechtigkeit. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Expertise, die der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Deutsche Kinderschutzbund veröffentlicht haben. Allerdings steht der Kreis Peine überdurchschnittlich gut da.

Quote in Niedersachsen unter Schnitt

Die Expertise der Paritätischen Forschungsstelle bezieht sich auf Zahlen aus dem Zeitraum 2016/17. Laut ihr profitierten von den sogenannten soziokulturellen Teilhabeleistungen bundesweit nur 14 Prozent der Sechs- bis 15-Jährigen, die Hartz-IV bekommen. In Niedersachsen hätten sogar nur 11,5 Prozent diese Leistungen in Anspruch genommen.

„Das Paket ist gescheitert“

„Die Studie verdeutlicht, dass das Bildungs- und Teilhabepaket gescheitert ist“, sagt Birgit Eckhardt, Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Niedersachsen und kritisiert: „Es geht an der Lebenswirklichkeit und an den Strukturen vor Ort vorbei. Und die Leistungen kommen nicht bei denen an, die sie brauchen.“ Die 2011 eingeführten soziokulturellen Teilhabeleistungen sehen eine monatliche Förderung von 10 Euro pro Kind für beispielsweise Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen oder Musikunterricht vor.

Peine hinter Verden und Wolfsburg

Die Studie zeigt für Niedersachsen eine große Bandbreite an Bewilligungsquoten. Hinter dem Sonderfall Verden, in dem 91,3 Prozent der Anträge bewilligt wurden, folgen das reiche Wolfsburg (52,4 Prozent) und auf Platz drei bereits Peine mit 28,4 Prozent. Fast alle umliegenden Kreise und Städte kommen nicht mal auf die Hälfte dieses Wertes.

„Wie ein Bittsteller“

„Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer sozialen Situation sowie schon stigmatisiert sind, müssen in einem bürokratischen Verfahren als Bittsteller auftreten“, kritisiert Eckhardt weiter. „Und dann erhält der Großteil von ihnen keine Bewilligung, und die Teilnahme bleibt ihnen weiterhin verwehrt.“

Kritik am Landkreis Peine

Auch Heike Horrmann-Brandt, Geschäftsführerin des Paritätischen Peine, übt Kritik – und zwar an der Bewilligungsquote im Landkreis Peine. Gemessen an Verden sei diese zu gering: „Hier ist nach Gründen zu forschen, dass trotz Bildungskarte nur eine Quote von 28,4 Prozent erreicht wird.“ In Verden gilt übrigens eine besonders niedrigschwellige Variante: Die Teilhabeleistungen werden dort quasi automatisch mitbeantragt – und beim Geldfluss gibt es wenig Bürokratie.

Eckhardt betont: „Teilhabe-Chancen dürfen weder von der Herkunft abhängen noch an einem bürokratischen Konzept scheitern, das Familien, Verwaltung und Leistungsanbieter belastet.“ Die komplette Expertise der Paritätischen Forschungsstelle findet sich auf www.paritaetischer.de.

Von Alex Leppert

Die Ergebnisse der aktuellen Schuleingangs-Untersuchungen des Landkreises (PAZ berichtete) ziehen immer weitere Kreise. Kreis-Sozialdezernent Dr. Detlef Buhmann hat nun die enormen Unterschiede zwischen der Kernstadt und übrigen Kreis-Kommunen hervorgehoben und die Stadt zum Handeln aufgefordert.

19.09.2018

Gräber als Doppelstellen, die Lichtung für kleine Seelen und die sogenannte rückfahrbare Pflege: Beim Aktionstag auf dem Friedhof an der Gunzelinstraße bekamen die Teilnehmer interessante Informationen.

19.09.2018

Hohe Auszeichnung: Die Peiner Grundschule in der Südstadt ist das sechste RTL-Kinderhaus der Region. Am Mittwoch-Vormittag weihten die Kinder gemeinsam mit ihren Lehrern und vielen Gästen den Ort ein. Ermöglicht wird die Schaffung von Kinderhäusern durch die RTL-Stiftung „Wir helfen Kindern“ und die Volksbank-Brawo-Stiftung mit der United-Kids-Foundation.

19.09.2018