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Kreismuseum: Der Peiner Geschichte auf der Spur

Amtmann Ziegler Kreismuseum: Der Peiner Geschichte auf der Spur

Es gibt sicher sympathischere Zeitgenossen als Amtmann Ziegler. Nichtsdestotrotz ist er in Peine sehr bekannt, viele Ältere erinnern sich sogar noch an sein Haus, das bis 1971 in der Nähe der Weinhandlung Euling stand. Relikte daraus sind im Kreismuseum zu sehen, unter anderem Möbel aus seiner guten Stube.

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Jens Koch schlüpfte im Kreismuseum in die Rolle des Amtmann Ziegler.

Peine. Die Bekanntheit des Amtmanns nahm nun Jens Koch zum Anlass und lud zur Erlebnisführung im Kreismuseum ein. 25 Interessierte hatten sich Sonnabendnachmittag dort eingefunden und lauschten fasziniert den Ausführungen Kochs, der samt stilechtem Uniform-Gehrock in die Rolle des Amtmanns geschlüpft war.

„Sieh an, meine alte Uniform. Wie oft habe ich sie getragen, wenn ich vierspännig zur Kirche fuhr oder auf Reisen war, zur Kur in Marienbad. Ja das war was anderes als der Pöbel in Peine“, schwärmte der Amtmann. Er war nicht gerade beliebt bei den Peinern und dafür bekannt, als Alleinherrscher zu regieren. So strafte er schon mal einen 15jährigen Lehrling mit 45 Peitschenhieben und zwei Tagen Kerker für eine Nichtigkeit.

„So war das damals. Es war ja vor der Gewaltenteilung und der Amtmann war so etwas wie Kreisdirektor, höchster Richter im Amt Peine und Gefängnisdirektor zugleich. Außerdem unterhielt er eine eigene Leibgarde. Sein Haus erinnerte an ein Barockschlösschen“, führte Koch aus.

Er zeigte ein Bild des Hauses, das dann im 20. Jahrhundert immer mehr verfiel. Viele Bürger nahmen Dinge aus dem Haus an sich, von denen mittlerweile viele im Kreismuseum gelandet sind. Ein Porträt des Amtmanns ist dort auch zu sehen. „Er sah sich selbst gerne als Dichter und Denker, deswegen auch der Federkiel und die Bibliothek im Hintergrund. Man sieht aber auch sein Pferd und seine Flinte“, erklärte Koch.

Relativ neu seien die Erkenntnisse zu Zieglers Rolle beim Brand in Adenstedt. Er ritt damals sofort in den Ort und gab Anweisungen, die Schlimmeres verhinderten. Seine Ideen, Adenstedt moderner und weitläufiger wieder aufzubauen stießen beim „Bauernpack“ aber auf wenig Gegenliebe.

Im Anschluss an die Führung stand Koch noch für Fragen der Besucher zur Verfügung. Weitere Erlebnisführungen sind geplant. Voraussichtlich sollen sie immer am zweiten Sonnabend des Monats stattfinden. Themen und Termine werden rechtzeitig im Vorfeld angekündigt.

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