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Stadt Peine Kreishaus II im Lindenquartier: Architekt stellt Ideenskizze vor
Stadt Peine Kreishaus II im Lindenquartier: Architekt stellt Ideenskizze vor
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06:00 27.01.2018
Rolf Keunecke, Architekt aus Klein Ilsede, hat eine Ideenskizze für das Kreishaus II im Lindenquartier angefertigt.  Quelle: Michael Lieb
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Peine

 „Als das Kreishaus II geplant wurde, hat die Möglichkeit der Platzierung in der Innenstadt nicht bestanden und somit war gegen den Entwurf auch nichts einzuwenden. Ich bin aber der Meinung, dass wir der komplett neuen Situation Rechnung tragen müssen und diese historisch einmalige Chance nicht vorübergehen lassen dürfen“, sagt Keunecke.

Bekanntlich hatte der Projektentwickler OFB Mitte Dezember einen Rückzieher gemacht, nun hat die Stadt mit dem Zweitplatzierten im noch laufenden Investorenwettbewerb, der THI Holding aus Hannover, die Verhandlungen aufgenommen.

Die bisherigen Argumente gegen den Bau des Kreishauses II im Lindenquartier lässt der Architekt so nicht gelten, auch wenn der Landkreis den Auftrag zum Neubau an der Werner-Nordmeyer-Straße bereits vergeben hat. „So lange nichts gebaut ist, kann man auch noch an eine andere Stelle ausweichen – auch ins Lindenquartier“, ist sich Keunecke sicher. Er geht davon aus, dass die Mitarbeiter des Kreishauses sich in der Innenstadt wohler fühlen würden.

Mehrkosten sollen sich im Rahmen halten

Und was ist mit eventuellen Mehrkosten? „Die sollten sich eigentlich im Rahmen halten – und sollten bei einem so wichtigen Projekt, das definitiv in die Innenstadt gehört, auch nicht ausschlaggebend sein“, sagt der Architekt. Der beauftragten Baufirma könne es jedenfalls egal sein, wo das Kreishaus II gebaut wird. Am Entwurf könne man wie geplant festhalten.

„Wenn man das ehemalige Hertie-Gebäude aus der Fläche des Lindenquartiers herauslösen und der bereits beauftragten Baufirma für das Kreishaus II übertragen würde, könnte man – wenn man denn wollte – praktisch sofort mit dem Abriss und dann dem Bau beginnen“, sagt Keunecke und fügt hinzu: „Dass behördlich noch einige Hürden zu nehmen sind, muss natürlich angenommen werden.“

Das Lindenquartier könne gut in mehreren Bauabschnitten realisiert werden. Eine Gesamtplanung aus einem Guss sollte natürlich zuvor erfolgen. Größere Probleme, etwa in Bezug auf den Bauuntergrund im Lindenquartier sieht Keunecke nicht: „Soweit ich weiß, ist der Boden dort ausreichend tragfähig. Diese Argumente können in Anbetracht der Wichtigkeit des Projekts gar nicht ziehen.“

Ideenskizze: Das pink eingezeichnete Gebäude zeigt den möglichen Standort für das neue Kreishaus II, von dem bereits der Entwurf vorliegt (kleines Bild) sowie ein Wasserbecken darunter.

Keunecke sieht in seiner Ideenskizze eine städtebaulich gute Lösung mit attraktiven Sichtachsen. Überrascht war er selbst, als das Kreishaus II an der Stelle des Hertie-Komplexes einzeichnete. Denn: Er wählte dabei exakt die gleiche Himmelsrichtung des Plans für die Werner-Nordmeyer-Straße – und siehe da: Der Eingangsbereich zeigte in nordöstliche Richtung, so dass dieser von der Fußgängerzone aus zu sehen wäre. Keunecke: „Besser geht es nicht. Das ist ideal, aber ehrlich gesagt Zufall.“

Vor dem Kreishaus II könnte sich der Architekt Wasserbecken und Wasserelemente vorstellen, dahinter hat er den Parkplatz für das Lindenquartier platziert, der – wie er sagt – mehr als doppelt so groß wäre wie an der Werner-Nordmeyer-Straße. Genug Platz also auch für die Besucher der Innenstadt.

Zu viel Gewerbe in der Umgebung könnte kontraproduktiv sein

In die umliegend angedachte Bebauung könnten etwa einige kleinere Geschäftshäuser oder Arztpraxen in unterschiedlichen Geschosshöhen entstehen. Zu viel Gewerbe hält auch er für kontraproduktiv: „Aufgrund der bestehenden Leerstände in der Innenstadt und der zu erwartenden Entwicklung beim Online-Shopping halte ich die Erstellung von mehreren großen Geschäftshäusern jedenfalls nicht für erforderlich.“ Als optische Abgrenzung zu den umliegenden Flächen in der City und zum Parkplatz schlägt er einen modern gestalteten Grüngürtel vor.

Keunecke sagt abschließend: „Im Detail geht das natürlich auch anders, es handelt sich hier nur um eine Ideenskizze. Mir ist es wichtig, die Möglichkeiten aufzuzeigen. Dabei möchte ich garantiert niemandem vor das Schienbein treten.“ Letztlich weist er darauf hin, dass es ihm als Architekt keinesfalls darum gehe, selbst einen Auftrag zu erhalten. „Mir liegt schlicht und einfach meine Heimatstadt Peine und deren Entwicklung am Herzen.“ Die bisherige Bebauung des Hertie-/City-Center-Geländes über circa 40 Jahre sei sicherlich kein Aushängeschild für gute Architektur gewesen.

Von Michael Lieb

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