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Stadt Peine König „Ferris der Erste“: Jahner von Kindesbeinen an
Stadt Peine König „Ferris der Erste“: Jahner von Kindesbeinen an
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00:19 30.11.2018
Ferris Klingenberg wird während der Proklamation von seinen Kameraden zur Bühne getragen. Quelle: Tobias Mull
Peine

Obwohl der Jahner-König mit seinen 18 Jahren die jüngste Majestät des diesjährigen Freischießens ist und einer der jüngsten Könige überhaupt, kann er schon auf eine längere Mitgliedschaft in seiner Kooperation zurückblicken. „Einen Tag nach meiner Geburt hat mich mein Vater bereits bei Vater Jahn angemeldet“, erzählt Klingenberg mit einem Schmunzeln.

Aktiver Spielmann

Für seine ersten Schießversuche hat er sich dann jedoch ein wenig Zeit gelassen, „erst“ seit 2014 ist er in der betreffenden Abteilung aktiv. Doch der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. 2015 wurde er Jugendkönig, gewann in den weiteren Jahren zudem die Jugendscheibe beim Schafferschießen der Peiner Bürgerschaffer – und ist auch aktueller Jugendkönig des MTV. Seit 2016 ist Klingenberg zudem im Spielmannszug aktiv, an der Trommel sorgt er dabei für den richtigen Rhythmus.

Und wo andere Jugendliche in seinem Alter am 18. Geburtstag so richtig auf die Pauke hauen, hatte der junge Jahner für diesen Ehrentag einen ganz eigenen Plan: Er marschierte mit seiner Korporation zum Schießen auf den Sundernschießstand, um erstmals am Königsschießen teilzunehmen.

Der Jahner-König während seines Balls. Quelle: Tobias Mull

Vier Schüsse gab Klingenberg ab, vier gingen „ins Schwarze“ (zu Freischießen-Deutsch: vier Nagel hat er geschossen). „Ich habe schon irgendwie gemerkt, dass es gute Schüsse waren – aber das gleich im ersten Anlauf ein Volltreffer dabei war, ist natürlich Wahnsinn“, sagt der 18-Jährige noch immer voller Freude.

Der dritte war der Königsschuss

Der dritte Schuss sei dabei der Königsschuss gewesen, erfuhr Klingenberg im Nachhinein. Denn beim Schießen selbst wissen die Schützen noch nichts von ihrem Glück, die Auswertung der einzelnen Schüsse erfolgt erst später. Die Namen der neuen Könige sind aber selbst dann noch bis zur Proklamation am Freischießen-Montag die bestgehütetsten Geheimnisse der gesamten Fuhsestadt.

Und so stand auch Ferris Klingenberg an diesem Tag nichts ahnend auf dem Peiner Marktplatz. Obwohl: So kleinere Hinweise gab es dann vielleicht doch. „Mir wurde von allen Seiten immer wieder gesagt, dass ich meine Uniform ordentlich machen sollte, so hatte ich etwa den Überzug für meine Mütze vergessen“, erzählt der 18-Jährige mit einem Lachen.

Historische Aufnahme des Jahner-Königs Ferris Klingenberg: Die  Fuhsewasser-Taufe – aus einem Freischießen-Glas 1989, dem Königsjahr seines Vaters im CDB. Quelle: Archiv

Während der Proklamationsrede von Bürgermeister Klaus Saemann wurde es dann langsam konkreter. „Bis zur Hälfte der Rede hätten es genau zwei Personen in unserer Kooperation sein können – doch dann war es irgendwann klar: Ich war wirklich Jahner-König““, erinnert sich Klingenberg an diesen einzigartigen Moment.

Wobei in Anbetracht der bisher schon famosen Schießergebnisse die Frage zu stellen ist, ob es wirklich ein „einzigartiger Moment“ bleibt – oder ob Klingenberg nicht noch die eine oder andere Königswürde nachlegt. Bürgermeister Saemann war sich bei seiner Proklamationsrede dabei ganz sicher: „Ich prophezeie, dass wir ihn noch häufiger hier oben stehen sehen werden.“

Historische Aufnahme des Jahner-Königs Ferris Klingenberg: Beim Freischießen 2001 hatte er eine komplette Jahneruniform an, die die Oma selbst genäht hatte. Quelle: Archiv

So eine Aussage ehre ihn natürlich, sagt der 18-Jährige. Ob er nochmals König werde – wer weiß. Fest stehe auf jeden Fall, dass er auch künftig am Peiner Freischießen teilnehmen werde. „Ich freue mich schon das ganze Jahr auf dieses Fest“, so Klingenberg. „Vor allem schätze ich an Freischießen, dass man Leute trifft, die man vielleicht schon längere Zeit nicht gesehen hat. Und dann macht es einfach auch unglaublich viel Spaß.“

Und diesen Spaß wünscht er sich auch für sein Regentschaftsjahr. Der obligatorische Ball war dabei schon mal ein guter Anfang. Bis tief in die Nacht wurde getanzt – und es gab reichlich Geschenke für „Ferris den Ersten“, wie der 18-Jährige nun liebevoll genannt wird. Das schönste Geschenk hatte er sich im Sommer selbst gemacht: Dieser eine akkerate Schuss auf dem Sundern-Schießstand, der sein Leben ganz schön auf den Kopf gestellt hat. Und es sind genau diese Geschichten, die so nur das Peiner Freischießen schreibt...

Von Tobias Mull

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