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Kinder-Pornos: Bewährungsstrafe für Peiner

Amtsgericht Kinder-Pornos: Bewährungsstrafe für Peiner

Ohne Reue: Zu einer Bewährungsstrafe von fünf Monaten auf drei Jahre festgesetzt und 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit wurde ein Peiner (49) jetzt vom Amtsgericht verurteilt.

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Amtsgericht Peine: Hier wurde verhandelt.
 

Quelle: Archiv

Peine.  Der vorsitzende Richter ging dabei über das geforderte Strafmaß der Staatsanwältin hinaus, da der Angeklagte keinerlei Reue erkennen ließ. Allein die Tatsachen, dass der bis dato nicht auffällig gewordene Mann von Anfang an mit der Polizei zusammenarbeitete, geständig war und somit den Ermittlern viele Wochen Arbeit erspart hatte, wirkte sich bei der Verurteilung positiv aus.

Was war passiert? Im Frühjahr letzten Jahres wurden auf dem PC und mehreren Festplatten des Angeklagten Tausende von Bildern mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten sowie einige Videos gefunden. Diese Dateien waren so umfangreich, dass die ermittelnden Beamten für eine detaillierte Auswertung des Materials 500 Arbeitsstunden veranschlagt hatten.

Durch das Geständnis des Angeklagten reichte eine Grobauswertung. Dabei wurde ersichtlich, dass der Mann sich das Material zwar aus dem Internet heruntergeladen hatte, jedoch keinerlei Handel oder Tausch damit betrieb. Er selber gab an, dass er die Bilder und Videos nur aus Sammelleidenschaft gehortet hätte und seine sexuelle Veranlagung nichts mit dem Material zu tun habe.

Als Gründe für das Sammeln machte der Angeklagte verworrene Angaben. Zum einen ginge es ihm seit einigen Jahren nicht gut, er sei schon sehr lange arbeitslos, zum anderen waren die Bilder und Videos kostenlos. Außerdem wäre er schon immer daran interessiert gewesen, was Menschen einander zufügen könnten. „Anfangs fand ich es witzig, diese Bilder zu sammeln“, gab er an.

Sowohl Richter als auch Staatsanwältin konnten offenbar diese Gründe nicht nachvollziehen. Auf bereuende Worte wartete das Gericht vergeblich. Im Gegenteil: Der Mann zeigte immer wieder auf, wie einfach es wäre, an solches Bildmaterial zu kommen. Er hätte schließlich nur gesammelt. Den Einwurf seitens des Gerichts, welches Leid den Kindern und Jugendlichen beim Entstehen solcher Bilder und Videos zugefügt werde, tat er mit einem Schulterzucken und dem Hinweis, dass er ja keinen Auftrag dazu gegeben habe, ab.

Von Grit Storz

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