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Jongleur Tilman Kortenhaus: Alle Hände voll zu tun

Peine Jongleur Tilman Kortenhaus: Alle Hände voll zu tun

Ausbildungs- und berufsbedingt jongliert PAZ-Mitarbeiter Tilman Kortenhaus mit Worten. Womöglich ist die journalistische Begabung des 22jährigen auch Grund dafür, weil er Geist und Sinne bereits seit knapp zehn Jahren auch mit Ball- und Keulenjonglage trainiert.

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Tilman Kortenhaus mit seinem Bruder Julius (beide schwarz) spielen Volleyclub auf der Jonglierconvention in Berlin.

Quelle: Privat

Peine. Dabei hatte eigentlich sein zwei Jahre älterer Bruder Julius einst ein Jonglier-Set samt schriftlicher Anleitung zu Weihnachten bekommen. Brüderliches Interesse entwickelt sich spontan direkt nach der Bescherung zu jahrelanger sinnvoller und bis heute andauernder gemeinsamer Freizeitgestaltung.

Denn: „Jonglieren macht mit mehreren Spielern noch mehr Spaß“ erklärt der Geschicklichkeitskünstler und greift nach seinen drei Spielgeräten, die er fachsprachlich „Keulen“ nennt, lässt sie erst wie in Zeitlupe vor sich schweben, dann flott wirbeln, um sie nach diversen Runden elegant und sicher wieder aufzufangen.

Völlig entspannt wirkt er dabei, bezeichnet dieses Kunststück bescheiden als „Aufwärmübung“, erzählt von Konzentration, Gehirntraining und Entwicklung der Sinne und wird dabei nicht müde, seinen älteren Bruder immer wieder respektvoll als „meinen Lehrmeister“ zu bezeichnen. Mit ihm pflegt er nämlich inzwischen die gemeinsame Leidenschaft für die 250 Gramm schweren Jonglierkeulen im Mannschaftssport „Volleyclub“, einer Art Kreuzung von Beach-Volleyball und Keulenjonglage.

Auf einem Sand- oder Rasenplatz von acht mal acht Metern stehen sich, durch ein zwei Meter hohes Netz getrennt, zwei mit jeweils zwei Keulen ausgestattete Spieler gegenüber.

Als Spielgerät dient eine weitere, farblich speziell gekennzeichnete Spielkeule, die gewissermaßen die Aufgabe des Balles hat und ebenso regelkonform wie raffiniert angeschnitten der gegnerischen Mannschaft zugespielt wird.

Ein Spiel- und Sportgeschehen, das, obwohl europaweit bei Liebhabern der Jonglage überaus beliebt, trotz nationaler und europäischer Wettbewerbe ein Nischendasein führt. „Vielleicht, weil es uns Jongleuren nicht um persönlichen Ehrgeiz, sondern allein um Freude am Spiel geht“, vermutet Kortenhaus, der bei der diesjährigen europäischen Jonglierconvention mit rund 3000 Teilnehmern im polnischen Lublin gegen seinen Bruder, den späteren Vize-Europameister, antrat und sich ihm genau vor dem Einzug in das Viertelfinale geschlagen geben musste.

Die Freude am Jonglieren appelliere auch stets an den persönlichen Durchhaltewillen, sagt der Hobby-Artist, während er sein Spielgerät lässig auf dem Handgelenk kreisen lässt. Denn ohne tägliches Training entwickle man sich, ähnlich wie ein Musiker, nicht weiter, fügt er hinzu, bevor er sich die Computertastatur zurechtrückt und wieder der journalistischen Wortjonglage widmet.

Von Ullrich Jaschek

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