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Johanna von Koczian glänzte in Festsälen

Peine Johanna von Koczian glänzte in Festsälen

Unter dem Titel „Glorious“ war die Komödie am Kurfürstendamm mit Johanna von Koczian in der Titelrolle mit der Foster Jenkins-Story zu Gast in den gut besuchten Peiner Festsälen. Hervorragend besetzt übrigens, denn auch das sängerische Original hatte seine Glanzzeit Mitte der 1970er-Jahre.

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Peiner Festsäle: Eine Szene aus dem Theaterstück „Glorious“ (Johanna von Koczian, Mitte).

Peine. Um es vorweg zu nehmen: Jeder Mensch ist musikalisch – irgendwie. Auch die amerikanische Sängerin Florence Foster Jenkins, jene außerordentlich ungeeignete Sängerin, deren schräge Konzerte in den 1940er-Jahren vor allem bei Insidern zu musikalischen Erlebnissen der besonderen Art wurden.

Unter der Regie von Martin Woelfer bedient das Ensemble mehrere Zielgruppen. Auf ihre Kosten kommen jene, denen die Unterhaltung durch grandios falsche Gesangseinlagen ausreicht – ebenso wie die, die an den Folgen der mangelnden Selbsteinschätzung und den falschen Ratgebern der Titelheldin mitleiden.

Die von Koczian ist in der Anti-Nachtigallen-Rolle in ihrem Element. Sie kräht und schreit, wenn sie auch als ausgebildete Sängerin überwiegend in die zutreffenden Töne „abrutscht“. Apropos ausgebildet: Auch das Original hatte, wenn auch ohne messbaren Erfolg, Unterricht genommen, wurde aber vermutlich ebenso Opfer ihres mangelhaften Gehörs wie ihrer enormen Selbstwahrnehmungs-Schwäche. Nur so konnte es dazu kommen, dass sie die Lachtränen, die das Publikum während ihrer ausverkauften Konzerte vergoss, für solche der Rührung und Anteilnahme hielt.

Das Multitalent der Peiner Aufführung ist allerdings Horst Maria Merz als ihr Pianist und Mime Cosme McMoon. Als Bühnen-Irrwisch fungiert routiniert Ute Willig als Freundin Dorothy und lockert auf, was sich bei genauem Hinsehen eigentlich als menschliches Drama abzeichnet. Ein Drama übrigens, das sich auch heute in zweifelhaften TV-Gesangs- und Talentwettbewerben vor einem Millionenpublikum beinahe wöchentlich wiederholt. Obwohl jeder Mensch musikalisch ist – irgendwie.

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