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Stadt Peine Jochen Wippo war Mitschüler von Sally Perel
Stadt Peine Jochen Wippo war Mitschüler von Sally Perel
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00:20 14.09.2018
Sally Perel steht in der mittleren Reihe als siebter von rechts, Jochen Wippo steht rechts neben Lehrer Otto Rademann. Wilhelm Hübner ist der sechste Junge von rechts in der oberen Reihe. Quelle: privat
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Peine

Die Schulzeit von Jochen Wippo (91) uns Wilhelm Hübner (91) ist schon lange her, doch beide können sich an einen Mitschüler besonders gut erinner: Salomon (Sally) Perel, der am 20. September wieder seine Geburtsstadt Peine besucht. Perel ist Jude, und seine Familie hat Peine 1935 verlassen. Sally Perel selber überlebte den Krieg, weil er sich als Volksdeutscher ausgab. Später veröffentlichte er seine Geschichte unter dem Buchtitel „Ich war Hitlerjunge Salomon“.

Gemeinsame Schulzeit begann 1933 an der Wallschule

Die Ankündigung in der PAZ über den Besuch Perels in Peine nahm Wippo zum Anlass, ein altes Schulfoto einzureichen. Ein Zeugnis über die gemeinsame Schulzeit an der Wallschule, wo sowohl Perel, Wippo und auch Wilhelm Hübner zu Ostern 1933 in die 8. Klasse der Volksschule eingeschult wurden.

Jochen Wippo mit dem Klassenfoto von 1934 Quelle: Antje Ehlers

„Wir waren zwar 42 Jungen in unserer Klasse, aber es war sehr angenehm“, beschreibt Jochen Wippo seine Erfahrungen in der Wallschule. Später sei die Klasse jedoch geteilt worden, ein Teil der Schüler habe zur Wilhelmschule gemusst, der andere Teil zur Bodenstedtschule.

„Eines Tages war die Familie weg“

Jochen Wippo und Sally Perel haben nah beieinander gewohnt, Wippos an der Rosenthaler Straße 5, Perels am Damm 1. Die Familien hätten sich flüchtig gekannt, erzählt Wippo, nähere Kontakte habe man jedoch nicht gehabt. „Eines Tages war die Familie weg“, erinnert er sich. Als Kind habe er zwar einiges von den Schrecken des Nazi-Regimes mitbekommen, zum Beispiel habe er den Mord an Hans Marburger beobachten müssen, aber im Grunde habe er eine ordentliche Kindheit erlebt.

Für das Untereinander und Miteinander in der Schule spielten Herkunft und Religion kaum eine Rolle. „Zwar gab es vereinzelt dumme Sprüche“, so Wippo, „aber wir sind gut miteinander ausgekommen.“

Wilhelm "Henner" Hübner Quelle: Antje Ehlers

Auch Wilhelm („Henner“) Hübner, der später durch seinen Bratwurststand auf dem Wochenmarkt bekannt wurde,kann sich noch gut an die Jahre auf der Wallschule erinnern. Auch er beschreibt die Zeit mit seinen Mitschülern als angenehm. Besondere Erinnerungen an Sally Perel hat er allerdings nicht. „Wir hatten nichts miteinander zu tun.“ Seine Familie habe auch in einer anderen Gegend gewohnt. Wenn Hübner die Gelegenheit hätte, würde aber auch er seinen ehemaligen Mitschüler gern wiedertreffen.

Perel kommt nach Peine

Sally Perel kommt in seine Geburtsstadt Peine. Er folgt damit einer Einladung des Industrie- und Wirtschaftsvereins, der Burgschule, des Serviceclubs Round Table und der PAZ. Am Donnerstag, 20. September, wird der seit 1945 in Tel Aviv (Israel) lebende jüdische Autor vor etwa 200 Schülern des neunten und zehnten Jahrgangs der Grund- und Hauptschule Burgschule sowie des neunten Jahrgangs der Gunzelin-Realschule lebendigen Geschichtsunterricht erteilen.

Er wird aus seinem Buch „Ich war Hitlerjunge Salomon“ vorlesen und anschließend darüber diskutieren. Eine zweite Lesung und anschließende Gespräche mit dem Schriftsteller finden am Abend ab 18 Uhr ebenfalls in der Burgschule an der Burgstraße 4 statt. Karten gibt es für je acht Euro in der PAZ-Geschäftsstelle, Werderstraße 49.

Von Antje Ehlers

Aufgepasst: Die Kinder- und Jugendfeuerwehren der Stadt Peine kommen am Sonntag, 30. September, anlässlich des Theaterstücks „Feuerwehrmann Sam – Rettet den Zirkus“ ab 13.30 Uhr mit vier Großfahrzeugen sowie Spiel und Spaß im Gepäck auf den Friedrich-Ebert-Platz.

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