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Stadt Peine Interessenverband Südlink: Forderung weiterhin nicht berücksichtigt
Stadt Peine Interessenverband Südlink: Forderung weiterhin nicht berücksichtigt
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00:21 29.10.2018
Der Strom, der im Norden durch Windkraft erzeugt wird, soll über die Trasse Südlink nach Bayern gelangen. Die Landwirte fordern dafür eine jährliche Konzessionsabgabe (kleines Bild). Quelle: Archiv
Kreis Peine

Der ins Stocken geratene Stromnetzausbau soll weiter voran getrieben werden, doch die betroffenen Grundeigentümer werden von der Politik weiterhin nicht mit ins Boot geholt. „Dabei könnten wir das Vorhaben maßgeblich beschleunigen“, sagt der Röhrser Hans-Werner Behrens, Vorsitzender des Interessenverbands Südlink.

Beim Netzgipfel in Berlin hatte sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altusmann mit den Landesministern getroffen, um wieder mehr Bewegung in den Stromnetzausbau zu bekommen. Behrens hatte große Erwartungen an das Treffen (PAZ berichtete) – doch er wurde enttäuscht. „Es ging nur um den Netzausbau im Allgemeinen“, sagt der Röhrser Landwirt. „Unsere Forderung wurde in keinster Weise thematisiert.“

Eine Einmalentschädigung ist nicht mehr zeitgemäß

Der Interessenverband Südlink vertritt mehr als 150 direkt von der Südlink-Trasse betroffene Grundeigentümer, darunter insgesamt rund 25 Peiner Institutionen (davon 16 Kirchenkreise) sowie 125 Grundbesitzer. Durch ihre Flurstücke soll die neue Stromautobahn verlegt werden.

Der Röhrser Landwirt Hans-Werner Behrens Quelle: Archiv

Dafür sollen die betroffenen Grundeigentümer eine Einmalentschädigung erhalten. „Das ist doch längst nicht mehr zeitgemäß“, kritisiert Behrens. „Wir wollen uns nicht mit einer Einmalentschädigung, wie es vor 50 Jahren üblich war, abspeisen lassen.“ Vielmehr fordern die Grundbesitzer regelmäßig wiederkehrende Zahlungen.

Ministerium plant Treffen mit Interessensgemeinschaften

„Wenn ich auf meine private Stromrechnung blicke, sehe ich, dass ich jedes Mal eine Konzession an die Stadt zahlen muss, weil mein Strom durch ihre Straßen und Wege fließt“, verdeutlicht Behrens. „Warum soll das nicht auch für private Grundeigentümer gelten, durch deren Land die neue Stromtrasse verlegt werden soll?“

Das Bundeswirtschaftsministerium hat dem Verband nun zugesagt, dass es „im Herbst ein Treffen mit den Interessensverbänden und Bürgerinitiativen“ geben wird. „Der Herbst ist lang“, sagt Behrens, der selbst mit fünf seiner Flurstücke betroffen ist. „Ich habe schwachen Glauben, dass bei dieser Versprechung etwas rauskommt.“

„Wir können den Bau schneller vorantreiben“

Dabei wollen die Mitglieder des Verbands ja den Stromnetzausbau unterstützen. „Wir sind die Basis“, macht Behrens deutlich. „Wir wollen ein gewisses Wörtchen mitreden.“ Ortskenntnisse, Nutzung von privaten Feldwegen und Wassergräben, Pläne von Drainagen und Kenntnisse über unterirdisch verlaufende Leitungen – die Grundbesitzer kennen ihr Land, meint Behrens. „Wenn man uns mitnimmt, können wir den Bau schneller voran treiben.“

Das ist die Südlink-Trasse

Viel Wind um viel Geld: Die Südlink-Trasse liegt im Verantwortungsbereich des Netzbetreibers Tennet, eine 100-prozentige Tochter des holländischen Finanzministeriums. Tennet möchte mit der etwa 600 Kilometer langen Hochspannungsleitung Südlink norddeutschen Windstrom bis nach Bayern transportieren.

„Das Unternehmen verdient damit viel Geld, nämlich gesetzlich garantierte Renditen von aktuell jährlich mindestens neun Prozent des eingesetzten Kapitals“, sagt Hans-Werner Behrens, Vorsitzender des Interessenverbandes Südlink. Im Februar 2014 schlugen die beiden Betreiberfirmen einen Verlaufsplan für die Trasse von Wilster bei Hamburg nach Grafenrheinfeld bei Schweinfurt vor. Die Leitungstrasse führt dabei von Schleswig-Holstein über Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen nach Bayern. Zunächst waren riesige Strommasten geplant, auch als Reaktion auf massiven Druck der Öffentlichkeit soll das so bezeichnete Kernprojekt der Energiewende nun unter die Erde verlegt werden.

Im Kreis Peine könnte die Leitung nach derzeitigem Stand durch die Gemarkungen Röhrse, Oelerse, Vöhrum, Schwicheldt, Hofschwicheldt, Solschen und Adenstedt führen. Die Baukosten betragen etwa zehn Milliarden Euro, mit der Fertigstellung wird nicht vor 2025 gerechnet.

Von Janine Kluge

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