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Stadt Peine Hubert Klinke verlässt nach 38 Jahren die Theaterbühne
Stadt Peine Hubert Klinke verlässt nach 38 Jahren die Theaterbühne
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06:00 05.09.2018
Hubert Klinke (83), Gründer der Hukl -Bühne in Vöhrum, verabschiedet sich in den Theaterruhestand. Quelle: Archiv
Vöhrum

Klinkes positiven Blick auf die vielen schönen Jahre trübt das nicht. Wenn er von den Anfängen der Laienschauspielgruppe im Zusammenspiel mit dem Vöhrumer AWO-Kindergarten 1970 erzählt, beginnen seine Augen zu leuchten.

Es war der Auftakt zu etwas ganz Besonderem, das der hauptberufliche Postbeamte, mit viel Leidenschaft, Schaffenskraft, aber eben auch Können auf die Beine stellte.

Gefragte Institution

Eine private Theatergruppe, die jedes Jahr einen Dreiakter vor großem Publikum spielt, gibt es nicht überall. Die Hukl-Bühne ist über die Jahre zur gefragten Institution geworden.

Hubert Klinke in der Bütt als Bauer Piepenbrink bei einem Faschingsvergnügen. Quelle: Archiv

Bis heute gab es 135 Aufführungen, die von insgesamt 110 000 Zuschauern gesehen wurden. Die Auftritte im Dorfgemeinschaftshaus am Hainwaldweg sind fast immer ausverkauft. Doch was ist eigentlich das Geheimnis des Erfolges der Schauspielgruppe?

Begeisterung für Geschichten

Es ist mit Sicherheit auch die Begeisterung für Geschichten, für kleine, große und skurrile Stücke. Wenn Klinke alljährlich zum Pressevorbericht einlud, um das aktuelle Stück anzukündigen, merkte man ihm stets die geradezu übersprudelnde Vorfreude an.

Schauspielerisch inspirieren ließ sich er sich einst vom sogenannten fahrenden Volk, das nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit Pferden und Wagen durch die Dörfer zog. Den Eintritt zu den Aufführungen konnten sich viele Kinder damals nicht leisten und spähten wie Klinke durch die Fenster der Kneipen – und staunten.

Jahre später war es Klinke dann selbst, der auf der Bühne stand. 1973 wurde die Hukl-Gruppe erweitert, es spielten von da an nicht mehr nur Kinder, sondern auch Erwachsene mit. „Dann wollten die Leute noch mehr sehen“, erzählt er mit einem Schmunzeln. Und das bekamen sie: So wurden von 1979 an nur noch Dreiakter gespielt, meist gab es drei Aufführungen an einem Wochenende.

„Die Eul´ zu Pein“ war absoluter Höhepunkt

Ein absoluter Höhepunkt für Klinke war die Aufführung des Stücks „Die Eul‘ zu Pein‘“ 2014 in den Peiner Festsälen. Der damalige katholische Pfarrer Thomas Blumenberg hatte die Hukl-Bühne um Unterstützung gebeten. Der Dreiakter entführte das Publikum in das Peine im Jahr 1520 und erzählte unter anderem, wie die florierende Stadt zu ihrem Wappentier, der Eule, kam – und wie das Freischießen entstand.

Klinke wurde wie seine Frau Renate im niederschlesischen Dorf Tarnau geboren. Die Mütter waren Schulfreundinnen, und die Familien unternahmen viel zusammen. Auch Krieg und Vertreibung konnten die Familien nicht trennen – und so kamen alle per Viehwaggon zunächst nach Rietze bei Edemissen, bevor die Familie in Vöhrum heimisch wurde.

Renate und Hubert Klinke feiern goldene Hochzeit. Quelle: Archiv

1963 heirateten Hubert und Renate, 1964 kam der erste Sohn Stefan zur Welt, 1969 folgte Christof. Mittlerweile gibt es drei Enkelkinder.

Klinke trägt das Bundesverdienstkreuz

Bis zu seiner Pensionierung 1996 arbeitete Klinke bei der Post. 33 Jahre war er für die Christdemokraten in der Kommunalpolitik aktiv, unter anderem im Ortsrat und im Stadtrat (1980 bis 2011). Darüber hinaus engagierte er sich 35 Jahre im Kulturring Peine. In Vöhrum war er Mitbegründer des Wandervereins. Im Jahr 2000 erhielt er das Bundesverdienstkreuz, 2012 den Bodenstedtpreis der Stadt Peine.

Der Abschied von der Schauspielerei fällt Klinke schwer: „Ich habe zwei leibliche Kinder, das dritte war das Theater. Doch jetzt muss ich die Segel streichen. Mit 83 Jahren ist es einfach genug.“

Stefanie Goyer übernimmt Bühnenleitung

Der Hukl-Bühne will er natürlich erhalten bleiben, aber eben nicht mehr im Rampenlicht. Die Nachfolge ist bereits geklärt: Stefanie Goyer übernimmt die Bühnenleitung.

Ausgerechnet bei einer Aufführung von Loriot, den er stets bewunderte und mit großer Begeisterung mimte, verletzte sich Klinke im vergangenen Oktober an der Schulter. Beim Stück „Herren im Bad“ rutschte er beim Aussteigen aus der Badewanne aus und stürzte.

Jetzt will er sich ganz auf seine Familie konzentrieren und sein Leben chronologisch ordnen. „Ich schreibe meine Memoiren“, sagt der 83-Jährige. Zu erzählen gibt es mit Sicherheit viel...

Von Michael Lieb

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