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Stadt Peine Heinen-Esser und Lautsch: „Wir benötigen etwa 200 neue Mitarbeiter“
Stadt Peine Heinen-Esser und Lautsch: „Wir benötigen etwa 200 neue Mitarbeiter“
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13:19 19.02.2018
Von links:Thomas Kröger (PAZ), Ursula Heinen-Esser, Dr. Thomas Lautsch (beide BGE), Dr. Nicole Laskowski (PAZ) und Monika Hotopp (Pressereferentin BGE).  Quelle: Thomas Freiberg
Peine

Das Unternehmen mit 1800 Angestellten will neue Arbeitsplätze schaffen und anbauen.

Dr. Nicole Laskowski und Thomas Kröger von der PAZ sprachen mit Ursula Heinen-Esser (Vorsitzende) sowie Dr. Thomas Lautsch aus dem BGE-Vorstand.

Viele Peiner kennen die DBE. Warum haben DBE sowie BGE fusioniert, und welche Aufgaben hat die Gesellschaft genau?

Ursula Heinen-Esser: Es gab zuvor drei Organisationen, die DBE, die BGE und die Asse-GmbH. Der Bund hat den Vorschlag gemacht, diese aus Gründen der besseren Zusammenarbeit zusammenzulegen. Seit dem 20. Dezember vergangenen Jahres sind die Firmen zur BGE fusioniert, der Hauptsitz der Bundesgesellschaft ist in Peine. Herausforderung ist, die unterschiedlichen Strukturen zusammenzuführen. Unsere Aufgaben liegen darin, Schacht Konrad als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle zu Ende zu bauen, Morsleben stillzulegen, den Abfall aus der Asse zu holen und schließlich einen Standort für ein Endlager für hoch radioaktiven Abfall zu finden.

Wie viele Mitarbeiter sind für die BGE insgesamt und in Peine tätig?

Dr. Thomas Lautsch: Mit insgesamt etwa 1800 Mitarbeitern und vielen Auftragnehmern sind wir ein wichtiger Faktor für den Arbeitsmarkt in der Region. Für 2018 planen wir 50 Neueinstellungen am Standort Peine. Dazu kommen noch ebenfalls 50 neue Kollegen am Standort Schacht Konrad bis 2020. Auf Sicht werden wir vermutlich 200 weitere Mitarbeiter benötigen.

Werden Sie dafür das Gebäude erweitern? Wenn ja, wann und wie?

Heinen-Esser: Ja, das müssen wir, denn es ist jetzt schon eng. Im Frühsommer werden zunächst Container aufgestellt, die im ersten Schritt Platz für rund 45 Mitarbeiter bieten und im zweiten dann für insgesamt 90 Mitarbeiter. Aber der Anbau mit Räumen für 150 Mitarbeiter ist schon in Planung.

Was ist eigentlich eine Bundesgesellschaft – eine Behörde oder ein Unternehmen?

Heinen-Esser: Wir sind ein ganz privates Unternehmen zu 100 Prozent im Bundesbesitz mit einem Gesellschafter, dem Bundesumweltministerium, und einem Aufsichtsrat.

Sind die Energieversorger nach wie vor beteiligt? Wer sind die Auftraggeber der BGE?

Heinen-Esser: Die Energieversorger sind nicht dabei, sie haben im vergangenen Sommer die DBE an den Bund übertragen. Der Bund ist zudem nicht nur Gesellschafter, sondern auch Auftraggeber unserer Projekte.

Wer außer Ihnen ist noch in der Geschäftsführung tätig?

Heinen-Esser: Es gibt vier Geschäftsführer – Dr. Ewold Seeba ist stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführer der BGE, Professor Dr. Hans-Albert Lennartz ist der kaufmännische und Dr. Thomas Lautsch technischer Geschäftsführer. Für unsere Arbeit ist es wichtig, einen gesamtgesellschaftlichen Konsens zu erzielen und deshalb vertreten wir – bis auf Dr. Lautsch – auch ein bestimmtes Parteienspektrum

Warum ist Peine denn der richtige Standort für die BGE?

Heinen-Esser: Das bestehende Gebäude verfügt über die notwendige Größe und bietet viel Platz für Erweiterung. Es ist zudem für mich persönlich sicher mit das schönste Gebäude, in dem ich je gearbeitet habe. Die Räume sind groß und hell und die Mitarbeiter fühlen sich hier am Standort wohl. Die Bundesumweltministerin hat aber auch allen Mitarbeitern an den anderen Standorten wie zum Beispiel Salzgitter eine Garantie gegeben, auf Wunsch dort zu bleiben.

Was möchten Sie denn der Stadt mit auf den Weg geben, wie Peine als Wohn- und Lebensstandort attraktiv sein kann?

Heinen-Esser: Viele unserer Mitarbeiter wohnen bereits hier und schätzen das. Peine bietet ein ruhiges Umfeld und liegt nahe Hannover und Braunschweig, was ein großer Vorteil ist, wenn man mal Großstadtluft schnuppern möchte. Selbst Berlin ist schnell erreicht. Die Stadt Peine hat alles, was man zum Leben braucht, viele Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt und freundliche Menschen. Ich habe mich schon gut aufgenommen gefühlt, als ich noch gar nicht richtig hier war. Peine ist mir sehr sympathisch und so positiv aufgeräumt im Vergleich mit anderen Städten.

Wo haben Sie beide zuvor gearbeitet?

Heinen-Esser: Studiert habe ich Volkswirtschaft und zunächst als Journalistin gearbeitet. Nach meiner Wahl in den Bundestag bin ich als Parlamentarische Staatssekretärin im Landwirtschafts- und später im Umweltministerium zum Thema Energie gekommen. Nach meinem Ausscheiden aus dem Bundestag wurde ich eine von den beiden Vorsitzenden der Endlagerkommission. Als mich die Umweltministerin fragte, ob ich Geschäftsführerin der BGE werden möchte, war ich sehr stolz und habe nicht lange überlegt. Es ist ein Lebensprojekt für mich.

Dr. Lautsch: Ich komme aus dem Ruhrgebiet und war nach dem Studium zum Bergbauingenieur 13 Jahre unter Tage. Dann habe ich mich beruflich ins Ausland orientiert und sechs Jahre in den USA und in Australien die Auslandsgesellschaft der Ruhrkohle mit aufgebaut und letztlich auch verkauft. Danach gab es Stationen bei Vattenfall und mehreren mittelständischen Unternehmen in Ostdeutschland und Polen. Seit vier Jahren bin ich nun in Peine. Für mich ist das Bauen und Betreiben von Bergwerken immer mein Ding gewesen. Daher passen die Projekte Asse, Konrad und Morsleben gut in meinen Lebenslauf, auch wenn die Herausforderung hier eine Besondere ist.

Ein gutes Stichwort – was können Sie denn zum Reizthema „Asse-Wasser“ sagen, das die Menschen in der Region sehr beschäftigt?

Dr. Lautsch: Ich kann die Bedenken der Menschen gut verstehen. Es wurde in der Vergangenheit beim Thema Asse viel gelogen und verschwiegen. Das hat nun einen Nachhall, der uns auch morgen noch beschäftigen wird. Das Wasser aus der Asse ist definitiv unbelastet. Man muss keine Angst vor Radioaktivität haben. Es handelt sich um Zutrittswasser von oberhalb der Abfälle. Allerdings ist das Wasser salzhaltig, was immer der Fall ist, wenn Wasser tiefer als 100 Meter unter der Erdoberfläche liegt. In Thermalsolebädern wird Geld dafür verlangt, dass die Menschen darin baden können. Aber wir können salzhaltiges Wasser natürlich nicht einfach in den nächsten Bach einleiten. Sehnde braucht salzhaltiges Wasser zum Fluten des Kalibergwerkes. Vielleicht wird das Wasser durch den Landkreis Peine transportiert werden, aber die Strecke steht noch nicht endgültig fest. Mit zwölf Kubikmetern pro Tag reden wir auch über recht kleine Mengen.

Wieder zum Thema Endlager: Die Lagerung von atomarem Müll ist in Deutschland seit Jahrzehnten umstritten und umkämpft. Wie wollen Sie das ändern?

Heinen-Esser: Wichtig ist zunächst ein gesellschaftlicher Konsens über das Verfahren der Endlagersuche. Bis zum Ausstieg aus der Kernenergie nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima gab es immer nur die Pro- und Contra-Diskussion über Gorleben. Dann wurde auch für die Endlagersuche ein Neustart beschlossen und wir sehen heute Deutschland als weiße Landkarte. Niedersachsen war schon immer besonders engagiert, sich mit der Endlagersuche auseinanderzusetzen, denn Gorleben, Konrad und die Asse liegen nun mal in diesem Bundesland, Morsleben direkt nebenan in Sachsen-Anhalt an der Grenze zu Niedersachsen.Wir haben nun die Aufgabe, erst einmal alle Fakten und Daten zu sichten und auszuwerten. Anschließend müssen in verschiedenen Regionen übertägige und später auch untertägige Erkundungen stattfinden. Wir suchen einen Standort, der für eine Million Jahre die größtmögliche Sicherheit garantiert. Das hört sich unheimlich lang an, ist für Geologen aber eher ein kurzer Zeitraum. Jetzt müssen wir erstmal so planen, dass der Müll für 500 Jahre bergbar bleibt. Der endgültige Standort soll bis 2031 gefunden sein.

Bisher war die DBE ja immer sehr verschwiegen. Möchten Sie Ihre Arbeit künftig öffentlicher machen?

Heinen-Esser: Das hat sich geändert. Die DBE war gebunden, aber wir setzen auf eine größtmögliche Transparenz. Unsere Aufgabe ist es, mit den Menschen und der Region hier zusammenzuwachsen und nicht ein Bundesunternehmen zu sein, das zufällig in Peine sitzt. Ideen dazu gibt es schon, zum Beispiel für einen Tag der offenen Tür und andere Veranstaltungen bei uns hier im Haus.

Von Dr. Nicole Laskowski

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