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Stadt Peine Goltzplatz-Debatte: Bleibt nun doch alles beim Alten?
Stadt Peine Goltzplatz-Debatte: Bleibt nun doch alles beim Alten?
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00:19 13.09.2018
Das Goltzplatz-Areal: Im Hintergrund sind die Fußballplätze zu erkennen, davor stand einst das Haus für Sport und Jugend. Quelle: Tobias Mull
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Peine

So sieht die von der Stadtverwaltung favorisierte Entwurfsvariante aus, die während der Sitzung des städtischen Planungsausschusses am morgigen Mittwoch diskutiert werden soll. Zum besseren Verständnis: Vor der ganzen Debatte um das Areal an der Spiegelbergstraße und die bereits erfolgte Sanierung verunreinigter Flächen gab es dort zwei Fußballfelder, einen Parkplatz – und in dem mittlerweile abgerissen Haus für Sport und Jugend Umkleidekabinen und Toiletten.

Die Debatte geht dabei auf das Jahr 2005 zurück. Damals wurde ein Bauleitplanverfahren auf den Weg gebracht. Nach dem Willen der Stadt sollten auf dem Areal zehn Bauplätze entstehen. Bei der Untersuchung des Baugrunds wurde festgestellt, dass der Boden teilweise mit Umweltgiften belastet ist. Im Hinblick auf die prognostizierten Kosten für die Sanierung wurde die geplante Bebauung zurückgestellt.

Diskussion flammte 2015 wieder auf

Im Jahr 2015 flammte die hitzige Diskussion wieder auf, da die Stadt rund 600 000 Euro Fördergelder für die Sanierung der verunreinigten Flächen einwerben konnte. Das Sporthaus wurde abgerissen, die Sanierungsarbeiten auf den Weg gebracht. Doch dann bröckelte die rot-grüne Ratsmehrheit für das Neubaugebiet. Dabei ging es vor allem um den Erhalt der Wiese, die an die Spiegelbergstraße grenzt – wichtig für die Krötenwanderung und den Wildwechsel.

Daraufhin schlugen SPD und Grüne vor, einen 20 Meter breiten Grünstreifen zu erhalten. Zudem sollte es statt zehn Bauplätzen nun vier Mehrfamilienhäuser mit bezahlbaren Mietwohnungen geben. Die Opposition lehnte auch diese Pläne ab – sie forderte eine Renaturierung des Geländes.

Knackpunkt der Debatte zu diesem Zeitpunkt war die Frage, ob die finanzielle Förderung der Sanierung des mit Dioxin belasteten Bodens am Goltzplatz an eine spätere Bebauung gekoppelt sei. Die damalige Ratsmehrheit und die Stadtverwaltung waren davon ausgegangen, die Opposition bestritt diesen Zusammenhang. In der Vorlage heißt es nun, dass „abweichend von früheren Aussagen“ die zuständige NBank mitgeteilt habe, dass eine Veränderung der Folgenutzung unschädlich sei.

Verschiedene Nutzungskonzepte

In der Vorlage sind zudem verschiedene Nutzungskonzepte skizziert, die die verschiedenen politischen Positionen der Vergangenheit aufgreifen. Diese reichen von einer Renaturierung über verschiedene Varianten einer Bebauung bis schließlich zu einer Komplettbebauung. Die Verwaltung empfiehlt die Variante 1.1: Zwei Fußballfelder, ein Parkplatz sowie Umkleiden und Toiletten.

Die Sitzung des Planungsausschusses findet am Mittwoch, 12. September, ab 17 Uhr im großen Besprechungsraum des Rathauses statt.

Opposition sieht sich bestätigt

Fußballfelder statt Wohnhäuser – die Opposition im Peiner Stadtrat hat den Goltzplatz-Vorschlag aus dem Rathaus (siehe Text oben) wohlwollend zur Kenntnis genommen. „Mit der Stellungnahme der Verwaltung sieht sich die CDU-Fraktion mit ihrer sachlichen und nachhaltigen Kommunalpolitik erneut bestätigt“, so Fraktionsvorsitzender Andreas Meier.

„Nachdem dort zunächst Eigenheime geplant waren – und die Grünen im Weiteren unsinnigerweise sogar mehrstöckige Wohnblöcke einschließlich Sozialwohnungen favorisiert hatten, wird nun der Natur der Vorzug gegeben. Genau das haben wir in den Sitzungen immer wieder zu verstehen gegeben“, sagt Meier zufrieden.

Dr. Rainer Döring (FDP/Piraten) ergänzt: „Unsere Forderung war seit Jahren: Der Goltzplatz und sein Vorgelände werden nicht bebaut.“ Dem jetzigen Verwaltungsvorschlag könne man deshalb nun zustimmen. „Damit bleibt der ,Golle’ in seiner Tradition als Freizeit- und Erholungsgebiet der Stadt neben dem Herzberg erhalten – und das ist klug“, meint Döring.

Die Peiner Bürgergemeinschaft sieht ihre jahrelangen Anstrengungen ebenso bestätigt. Fraktionsvorsitzender Karl-Heinrich Belte: „Die PB hat sich bereits seit 2000 gegen eine Bebauung des Goltzplatzes beziehungsweise der Grünzone zwischen dem Herzberg und dem Barumer Moor ausgesprochen. Alle vorgesehenen Baumaßnahmen wären ein schlimmer Eingriff in Natur und Landschaft gewesen.“ Durch eine Bebauung wäre laut Belte die einzige Verbindung zwischen dem Naturschutzgebiet Fuhseniederung und dem Landschaftsschutzgebiet Herzberg und damit ein wesentlicher Lebensraum der dort lebenden Tiere für immer zerstört worden.

„Nach dem leider erfolgten Abriss des ‚Hauses für Jugend und Sport’ muss nunmehr ein neues und sinnvolles Nutzungskonzept für eine Freizeit-und Begegnungsanlage auf den Tisch“, skizzieren Belte, Döring und Meier ihre weiteren Überlegungen.

Von Tobias Mull

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