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Geplante Bauschutt-Deponie: Bürger in Sorge

Peine-Berkum Geplante Bauschutt-Deponie: Bürger in Sorge

Berkum. Nachdem die Planungen für eine neue Deponie bei Berkum bekannt geworden sind (PAZ berichtete) sind die Sorgen bei den Anwohnern in Berkum und Handorf groß. „Uns werden schon wieder viele Versprechen gemacht. Das hatten wir schon“, sagte Berkums Ortsvorsteher Jürgen Müller (SPD).

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Zur Deponie gehört das Ahornwäldchen im Hintergrund (v.l): Henning Kolshorn, Jürgen Müller und Martin Haslacher.

Quelle: Thorsten Pifan

Bei den Anwohnern der ehemaligen Deponie bei Berkum sind derzeit noch viele, viele Fragen offen. Die neue Eigentümerin des Geländes, die Deponie Berkum Gesellschaft, will dort eine Deponie für Bauschutt eröffnen. Im Gegenzug ist die Gesellschaft bereit, die alte Deponie komplett zu sanieren. So soll zum Beispiel auch der Unterboden abgedichtet werden.

Das war bisher nicht geplant. Die Peiner Träger Gesellschaft - bisherige Eigentümerin des Geländes - hatte lediglich die Auflagen, die alte Deponie abzudichten. Ortsvorsteher Müller sagte zu den Plänen: „Das ist schon ein Schritt in die richtige Richtung.“ Allerdings müsse in diesem Fall auch der alte Teil der Deponie nach unten abgedichtet werden - und auf dem steht schon ein Ahornwäldchen, das dann abgeholzt werden müsse.

„Es sind auch weitere Fragen offen“, sagte Müller. So sei zum Beispiel unklar, ob die neuen Betreiber genug Rücklagen bilden oder bilden können, um am Ende des geplanten Deponiebetriebs die Renaturierung des Geländes wie versprochen umzusetzen.

Angedacht ist zum Beispiel eine spätere Nutzung des Areals als Golfplatz, barocker Irrgarten oder Wildnis-Spielplatz, wie Michael Heinemann, Geschäftsführer der Umweltdienste Kedenburg, der PAZ sagte. Heinemann wird mit Dirk Brozio, Prokurist der Heilit Umwelttechnik, die Spitze der Deponie Berkum Gesellschaft mit Sitz in Hildesheim bilden.

Weitere Sorgen hat der Realverband Berkum wie dessen Vorsitzender Henning Kolshorn sagte: „Über die Deponie führt ein Entwässerungsgraben von unseren Feldern. Es ist auch unklar, was bei der Abdichtung nach unten mit diesem Graben passieren soll.“

pif

Kessler: „Deponie ist im rechtsverbindlichen Flächennutzungsplan nicht mehr vorgesehen“

Zu der geplanten Deponie bezieht Peines Bürgermeister Michael Kessler wie folgt Stellung: „Die Verwaltungsspitze wurde in der vorangegangenen Woche von der neuen Eigentümerin und der Peiner Träger GmbH über die Absichten bezüglich der Deponie Berkum mündlich informiert.

In dem Gespräch wurde unter anderem die derzeitige Rechtslage insbesondere zum Planungsrecht erörtert. Der Bürgermeister hat anschließend zeitnah die Vorsitzenden der im Rat vertretenen Fraktionen und die betroffenen Ortsbürgermeister über diese Ankündigungen informiert.

Bezüglich der Rechtslage ist es die Position der Stadt, dass die Deponie Berkum nicht einfach weiterbetrieben werden kann, da der Betrieb vor Jahren abgeschlossen wurde. Dazu gab es die Auflage, bis Ende 2012 eine Oberflächenabdichtung vorzunehmen. Neue Einlagerungen setzen eine neue Genehmigung und Absicherung des Standortes mindestens in einem Planfeststellungsverfahren voraus. Im Übrigen ist die Deponie im rechtsverbindlichen Flächennutzungsplan nicht mehr vorgesehen. Das wird im weiteren Verfahren eine Rolle spielen: Damit die Deponie wieder geöffnet werden kann, muss die Stadt den Flächennutzungsplan erneut ändern.

Nun bietet der neue Eigentümer für den Fall des Weiterbetreibens an, dass er eine Abdichtung der Deponie gegenüber dem Grundwasser vornehmen würde. Dies wäre aus Sicht der Stadt ein gewichtiger Unterschied und objektiv eine Verbesserung zur bisher vorgesehenen Sicherung von oben. In welchem Umfang negative Faktoren in eine sachgerechte Bewertung einzustellen sein werden, lässt sich erst beurteilen, wenn konkretere Informationen vorliegen.

Für eine endgültige Beurteilung ist es noch zu früh und es sind noch viele Fragen offen, aber durch meine Stellungnahme ist die Grundabwägung für diese Entscheidung aufgezeigt. Ausgesprochen wichtig wird es sein, dass die Antragsteller umfassend und transparent alle positiven, aber auch die unangenehmen Fakten offen legen.“

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