Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Gegen Kreishaussaal-Neubau: Offener Brief an Landrat

Peine Gegen Kreishaussaal-Neubau: Offener Brief an Landrat

Peine. Vor dem Hintergrund knapper öffentlicher Kassen, hat sich eine zwölfköpfige Gruppe von Kommunalpolitikern und Bürgern gegen den geplanten, 3,4 Millionen Euro teuren Neubau des Kreishaussaales (PAZ berichtete) ausgesprochen. In einem offenen Brief an Landrat Franz Einhaus (SPD) und die Kreistagsfraktions-Chefs fordert sie, das Vorhaben noch einmal auf den Prüfstand zu stellen - und schlagen gleichzeitig einige Alternativen vor.

Voriger Artikel
Gewerbegebiet Stederdorf: Einbahnstraße ab Montag
Nächster Artikel
Autobahn 2: Unfall mit 11 000 Euro Schaden

Das Kreishaussaal-Gebäude.

Quelle: mic

„Mit Blick auf die vorhandenen Möglichkeiten für die Abhaltung von Kreistagssitzungen in Schul-Aulen, der Feuerwehrtechnischen Zentrale und dem S-Treff der Kreissparkasse bitten wir Sie, die Notwendigkeit des Neubaus zu überdenken“, heißt es in dem Schreiben.

Die 50 Arbeitsplätze, die in dem Neubau geschaffen werden sollen (im Altbau waren es nur zehn), könnten vollständig in anderen, ganz oder teilweise leer stehenden Gebäuden untergebracht werden, heißt es weiter. Vorgeschlagen werden unter anderem Liegenschaften auf dem Elmeg-Gelände in Telgte oder das ehemals von der Bee-Company genutzte riesige Büro-Gebäude an der Gerhard-Lucas-Meyer-Straße 8. In letzterem gebe es ausreichend Platz, möglicherweise auch, um dort weitere Außenstellen des Kreises zu konzentrieren.

Zweifel haben die Verfasser des Briefes an der Wirtschaftlichkeitsberechnung des Landkreises, die eindeutig für einen Neubau spricht. Konkret geht es um die 165000 Euro Jahresmiete, die vom Kreis für den Fall der Gebäudesanierung zur Anmietung von Büroräumen angesetzt wurden. Dieser Betrag ergebe auf einen einzelnen Arbeitsplatz zu 20 Quadratmetern umgerechnet eine Quadratmeter-Miete von 13,75 Euro.

Der Peiner Stadtrat Hartwig Klußmann, einer der Unterzeichner des Briefes, sagt: „Hervorragend geeignete Räume kann der Kreis für fast die Hälfte, nämlich für 7,50 Euro pro Quadratmeter, in den Peiner Unter­nehmens­parks anmieten.“. Weiter haben den Brief unterschrieben: Die Kreistagsabgeordneten Holger Flöge (FDP), Max Rother (Piraten) und Karl-Heinrich Belte (PB) sowie die Stadt- und Gemeinderatsmitglieder Dr. Rainer Döring (Peine), Matthias Roll (Peine), Carsten Bartels (Edemissen) und Horst Meldau (Ilsede) sowie die Bürger Mustafa Kocoglu (Peine), Marie-L. Rechenberg (Peine), Susann Flegel (Wendeburg) und Veronika Schatz (Peine).

Das Kreishaussaal-Gebäude war im Januar 2011 bei einem Brandanschlag auf die Ausländerbehörde stark beschädigt worden. Der Neubau ist von der Kreispolitik bereits einstimmig beschlossen worden.

Kreis befürwortet Neubau

Nachdem das Kreishaussaal-Gebäude im Januar 2011 bei einem Brandanschlag auf die Ausländerbehörde beschädigt wurde, hatte die Verwaltung zunächst eine Sanierung in Betracht gezogen. Mit der zur Disposition stehenden Versicherungsleistung in Höhe von rund 200000 Euro könnte laut Kreis-Sprecher zwar der „wohlgemerkt äußerst schlechte Zustand des Gebäudes ansatzweise wieder hergestellt werden“. Doch das lohne sich nach aktuellen Wirtschaftslichkeitsrechnungen nicht.

Keller und Dach seien sanierungsbedürftig, zudem gebe es statische Probleme. Das gesamte Objekt sei nicht behindertengerecht und eines der sanierungsbedüftigsten Gebäude des Kreises überhaupt. Mehr als eine Million Euro wären laut Kühn erforderlich um einen akzeptablen Zustand herzustellen. Allerdings müssten dann zusätzlich noch Büroräume für 50 Mitarbeiter angemietet werden. Jährliche Kosten: 165000 Euro. Schon vor dem Brand sei über einen Neubau nachgedacht worden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr