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Frisöre kämpfen um ihre Existenz

Peine Frisöre kämpfen um ihre Existenz

Unglaublich, aber wahr:  Im Peiner Land gibt es aktuell über 60 Frisöre, allein 32 Läden zählt die Frisör-Innung. Beinahe Laden an Laden reihen sich in Peines City die Frisörgeschäfte. Von einem „Problem“ spricht die Frisör-Innung. Doch für viele Salon-Betreiber ist es weit mehr – sie kämpfen um ihre Existenz.

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Vor allem bei der Jugend beliebt: Christina Bunse (links) und Romina Lebek arbeiten in der Dönch Hair Factory.

Quelle: ju

Peine. „Das ist dramatisch“, sagt Irmgard Dönch, Inhaberin des Frisör-Salons am Gröpern. „Wir haben enorme Umsatzeinbußen.“ Der Grund: In den vergangenen zehn Jahren haben immer mehr Frisöre in Peine eröffnet – vor allem sogenannte „Billig-Frisöre“.

„Machen wir uns nichts vor, es sind harte Zeiten und jeder muss sparen. Da gehen viele Kunden auch schon mal zur günstigeren Konkurrenz“, so Frisörmeisterin Ayten Cosgun. Sie betreibt seit 15 Jahren einen Salon in der Gunzelinstraße – „zum Glück“, sagt sie. Denn in der Stadtmitte ballen sich weit mehr Frisörgeschäfte und die Konkurrenz ist größer. „Auf 100 Quadratmeter kommen da schon mal fünf bis sechs Salons“, so Cosgun. Neun sind es allein in direkter Nähe zum Frisör Dönch.

„Einige Anbieter werden häufig zum Problem“, sagt Jörn Krüger, Obermeister der Frisör-Innung Peine. Kritikpunkte: Sie würden nicht ausbilden, zum Teil auch ungelernte Kräfte und viele Aushilfen einstellen und untertarifliche Löhne zahlen. „Nur so können sie so billige Angebote machen“, so Krüger. „Wir hingegen arbeiten mit gut ausgebildeten Frisören, haben eine Rezeptionistin, Reinigungspersonal und aufwendige Büroarbeit. Das sind alles hohe Kostenpunkte“, so Dönch. Sie reagierte schließlich auf die steigende Nachfrage nach Billig-Angeboten und eröffnete vor knapp sechs Jahren die Dönch Hair Factory im ersten Obergeschoss ihres Salons. Günstige Preise, kein Warten auf einen Termin – das ist das Konzept. „Ich habe aber das Glück, dass ich die Hair Factory im gleichen Haus unterbringen konnte und so keine Mietkosten haben“, so Dönch.

Allen Problemen zum Trotz: „Qualität setzt sich durch“, glaubt Dirk Stange vom gleichnamigen Frisörsalon in der Bodenstedtstraße, der bereits seit 56 Jahren dort besteht. „Unsere Stammkunden bleiben uns treu und genügend neue gewinnen wir auch noch dazu“, sagt Stange und lächelt, „nämlich dann, wenn der Billig-Frisör die Haare verschnitten hat.“

ju

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