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Flammen schlagen aus dem Dachstuhl

Peiner Südstadt Flammen schlagen aus dem Dachstuhl

Großeinsatz für die Wehren der Stadt Peine in der Nacht zum dritten Advent: Lichterloh brennt ein seit Jahren leerstehendes Haus in der Südstadt.

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Als Polizei und Feuerwehr in der Jägerstraße eintreffen, steht das Gebäude bereits in Flammen. Das Feuer droht auf das benachbarte Mehrfamilienhaus überzugreifen.

Quelle: Ralf Büchler

Peine. Flammen schießen aus dem Dach eines Hauses an der Jägerstraße in der Nähe der Nord-Süd-Brücke. Zahlreiche Blaulichter spiegeln sich im regennassen Asphalt. Dichter Rauch zieht durch die Häuserschluchten. Mehrere Dutzend Feuerwehrleute sind dabei, den Brand zu löschen, doch das Haus mit der Nummer 34 brennt lichterloh.

Es soll leer stehen, sagen Nachbarn. Doch sie widersprechen sich. Einige meinen, manchmal würden Leute im Obergeschoss übernachten. Dort wütet das Feuer am heftigsten. Die etwa 70 Helfer der Feuerwehr haben keine Chance zum Brandherd vorzudringen, denn auch das hölzerne Treppenhaus hat mittlerweile Feuer gefangen.

„Wir haben gerade Karten gespielt“, sagt eine Nachbarin von gegenüber. Da habe sie etwas blinken sehen. „Dann bemerkte ich, dass es dort brennt.“ Sie zeigt auf die Fenster im ersten Stock, links neben der Eingangstür. „Da war es schon besonders heftig. Ich habe dann die Feuerwehr gerufen.“ Ihr Stiefvater lief derweil auf die Straße und gab den Bewohnern des angrenzenden Hauses Bescheid.

Der Löschzug der Kernstadtwehr greift das Feuer von der Jägerstraße aus an. Die Vöhrumer Wehr übernimmt die Aufgabe vom Spielplatz auf der Rückseite. Der Fachzug Atemschutz, der von den Ortswehren Handorf, Eixe, Essinghausen und Schmedenstedt gebildet wird, sichert das Nachbarhaus. Da es zwischen den Gebäuden keine Brandmauer gibt, fressen sich die Flammen schnell durch. Hinter der Vertäfelung brennt es. „Das haben wir schnell im Griff“, sagt Einsatzleiter Sven Bössel, Peines Ortsbrandmeister. Viele Schaulustige stehen herum. Aus dem brennenden Haus stürzt das Löschwasser in Bächen die fünf Stufen von der Eingangstür hinab. Immer wieder flackern die Flammen im Obergeschoss auf.

Es ist zunächst unklar, ob die Zwischendecken in dem Haus aus Holz sind. Die Männer legen eine Leiter an, um sich ein Bild vom Innern des Gebäudes zu machen. Der Weg über die halb verbrannte Treppe ist zu gefährlich. Auf den verkohlten Stufen stapelt sich Müll und altes Papier, das sich zusammen mit dem Löschwasser zu einem rutschigen Brei verbunden hat. Währenddessen zerschlägt der Mann auf der Drehleiter die Ziegel des Nachbarhauses – dort flammt das Feuer immer wieder auf.

Eine gute Stunde nach der Alarmierung ist das Feuer gelöscht. Nur noch einzelne Brandnester müssen die Wehrleute bekämpfen. Doch an das Fortsetzen der Weihnachtsfeier, von der sie gerufen worden sind, ist nicht mehr zu denken.

Unklar bleibt die Brandursache. Das Feuer sei wohl im ersten Obergeschoss ausgebrochen und habe sich dann durch das Treppenhaus nach oben ausgebreitet, sagt Bössel. Unklar ist auch, wie weit das Nachbargebäude in Mitleidenschaft gezogen wurde. Augenzeugen berichten, dass die Hälfte des Dachstuhls gebrannt habe – im Polizeibericht steht, dass das Nachbarhaus „lediglich“ durch Löschwasser und herabfallende Dachziegel beschädigt wurde.

Am brandbetroffenen Haus entstand wirtschaftlicher Totalschaden. Im Verlauf des Feuerwehreinsatzes wurden zwei in Brandortnähe abgestellte Autos leicht beschädigt, als sie von rangierenden Feuerwehrfahrzeugen touchiert wurden.

Thorsten Pifan

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Fassungslos stehen Anwohner der Jägerstraße am Sonntagmorgen an dem Bauzaun, mit dem das Brandhaus provisorisch abgesperrt ist. Nach dem verheerenden Feuer in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag haben Mitarbeiter der städtischen Betriebe gleich danach die Absperrung aufgestellt, falls Teile vom Dach herunterfallen.

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