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„Familie Dutschke soll alles erfahren“

Hintergründe „Familie Dutschke soll alles erfahren“

Stammte der Dutschke-Attentäter Josef Bachmann aus der Peiner Neonazi-Szene? War rechtsextreme Gesinnung der Auslöser für die schreckliche Tat des 23-jährigen Hilfsarbeiters am 11. April 1968?

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Sichtlich erschüttert steht Rudi Dutschkes Witwe Gretchen (mit Häkelmütze) am Sarg des Studentenführers. Er wurde am 3. Januar 1980 in Berlin-Dahlem beigesetzt.

Quelle: Archiv dpa

Hannover. Die Linke in Niedersachsen interessiert sich für mögliche Kenntnisse des Landesverfassungsschutzes über die Hintermänner des Attentates auf den Studentenführer Rudi Dutschke im Jahr 1968.

„Hintergrund unserer kleinen Anfrage an die Landesregierung sind jetzt veröffentlichte Stasi-Akten, wonach der aus Peine stammende Attentäter Josef Bachmann Beziehungen zur NPD und einer anderen rechtsextremistischen Gruppe hatte“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Pia Zimmermann, gestern in Hannover. Den Akten zufolge soll ein Mitglied dieser Gruppe gleichzeitig ein Verbindungs-Mann des niedersächsischen Verfassungsschutzes gewesen sein.

Zimmermann betonte: „Die Landesregierung soll uns darüber aufklären, was der Verfassungsschutz über diese Organisation und den Attentäter wusste.“ Von besonderem Interesse sei, welche Rolle der Verbindungs-Mann gespielt habe und ob sich niedersächsische Behörden an der Aufklärung des Attentats beteiligt hätten. Auch wenn die Tat mehr als 40 Jahre zurückliege, hätten die Öffentlichkeit und die Familie Dutschke das Recht, sämtliche Hintergründe zu erfahren.

Der Peiner Bachmann hatte Dutschke am 11. April 1968 auf offener Straße niedergeschossen. Bei seiner Festnahme hatte der Attentäter einen Artikel über sein Opfer aus der rechtsextremen „Deutschen National-Zeitung“ bei sich.

Bachmann hatte damals in Peine engen Kontakt zum früheren NPD-Mann Wolfgang Sachse, der mit ihm das Schießen geübt und ihm Schusswaffen und Munition verkauft hat. Bachmann wurde von einem Berliner Schwurgericht im Juni 1969 zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Attentäter nahm sich 1970 in der Haft das Leben.

Rudi Dutschke starb am 24. Dezember 1979 im dänischen Aarhus im Alter von 39 Jahren. Wohl als Folge des auf ihn verübten Attentats erlitt er einen Anfall und ertrank in der Badewanne.

ddp/tk

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