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Stadt Peine Falscher Alarm in Peine: „Toter Mann“ ist quicklebendig
Stadt Peine Falscher Alarm in Peine: „Toter Mann“ ist quicklebendig
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20:23 05.09.2018
Hans Strauß (85) aus Stederdorf steht in seinem Haus vor den Türen, die durch die Feuerwehr wegen eines „Fehlalarms“ aufgebrochen wurde. Er ärgert sich über den Schaden. Quelle: Janine Kluge
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Peine

„Einer von dem Mann beauftragten Gartenbaufirma wurde nicht geöffnet“, schildert Matthias Pintak, Sprecher der Polizei Peine. „Der Briefkasten war nicht geleert, insbesondere die Post vom Samstag lag an diesem Montagvormittag noch draußen. Auch das Auto stand vor der Tür.“

Unter Berücksichtigung des hohen Alters des alleinstehenden Mannes sei diese Konstellation „ein Paradebeispiel“ dafür, dass jemand hilflos im Haus liegt und dringend medizinische Hilfe benötigt.

Polizei ließ Feuerwehr die Tür öffnen

Die Mitarbeiter der Gartenbaufirma hatten daraufhin die Polizei informiert. Nachdem sich die Beamten vor Ort ein genaues Bild von der Situation gemacht hatten, entschieden sie, die Tür durch die Feuerwehr öffnen zu lassen.

Als klar war, dass keine Notsituation vorliegt, wurde von der Feuerwehr ein neuer Schließzylinder eingebaut, die Tür wieder verriegelt und die Schlüssel bei der Polizei hinterlegt.

Ärger über Einsatz

Strauß ärgert sich dennoch über den Einsatz. „Ich war nur beim Arzt. Der Termin mit der Gartenbaufirma war eigentlich für den Dienstag vereinbart – vielleicht haben sie bei der Hitze etwas durcheinander gebracht.“

Auch seinen Briefkasten empfindet der 85-Jährige nicht als überfüllt. „Es war die Werbung und ein Brief drin. Zudem lag die Zeitung von Samstag daneben.“

Grundsätzlich lobt Strauß das Engagement der Einsatzkräfte, über die Vorgehensweise der Feuerwehr ist der pensionierte Sicherheitsingenieur jedoch ziemlich erbost.

„Ich sitze auf dem Schaden!“

„Schief und krumm wurde es eingebaut. Die Schlüssel, die ich erhalten habe, lassen sich gar nicht drehen“, beklagt Strauß. „Ich habe ein defektes Schloss und eine kaputte Tür. Nun sitze ich auf dem Schaden.“

Wer in einem solchen Fall für die Erstattung des Schadens zuständig ist, ist nicht klar. Polizei und Feuerwehr sehen sich nicht in der Pflicht, und auch die Rechtssprechung ist schwammig. „Ich bin ja gern bereit, das aus der Welt zu bringen“, sagt Strauß. „Aber sich nicht mehr zu melden, ist nicht in Ordnung von unseren Sicherheitsbehörden.“

Das sagen Feuerwehr und Polizei

Voller Briefkasten, hohes Alter, keine Reaktion auf Türklingeln: Viele Anhaltspunkte sprachen im Fall von Hans Strauß aus Stederdorf für einen medizinischen Notfall. Deshalb hat die Polizei Peine die Feuerwehr gerufen, um sich Zutritt zum Haus des 85-Jährigen zu verschaffen.

„Ich habe zunächst geschaut, wo wir am besten in das Haus gelangen können, so dass am wenigsten Schaden entsteht“, erklärt Stadtbrandmeister Timm Wiesemann. „Da das Haus insgesamt sehr gut gesichert ist, entschied ich mich für die Kellertür.“

Doch was der erfahrene Feuerwehrmann dort sah, ließ selbst ihn staunen. Wiesemann hatte nicht eine Tür zu öffnen, drei hintereinander gelegene Türen sicherten den Kellerzugang zum Haus. „Wir durchtrennten die Kette der ersten Tür und haben den Schließzylinder einer Stahltür aufgebrochen“, so Wiesemann.

Anschließend habe der Stadtbrandmeister persönlich einen „neuen, funktionierenden Schließzylinder“ eingebaut, die Tür abgeschlossen und die Schlüssel bei der Polizei hinterlegt. „Das ist die gängige Vorgehensweise“, betont Wiesemann. „Letzten Endes war das nur ein Erfüllungsdienst. Die Polizei hätte auch einen Schlüsseldienst nutzen können.“

Dass sich der Schlüssel nach dem Einbau nicht mehr im Türschloss drehen lässt, wie es der Hausbesitzer beklagt, kann sich Wiesemann nicht vorstellen. „Ich habe alles überprüft und das Haus ja auch abgeschlossen. Wir hinterlassen ja kein unverschlossenes Haus“, meint der Stadtbrandmeister.

Er hat dennoch ebenso wie die Polizei Verständnis für den Unmut des Rentners. „Das ist natürlich sehr ärgerlich“, sagt Wiesemann – und Polizei-Sprecher Matthias Pintak ergänzt: „Es ist sicher schmerzhaft und schwer zu verstehen, aber wir haben in bester Absicht gehandelt.“

Von Janine Kluge

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