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Stadt Peine Eröffnung: Peiner Kreismuseum zeigt Ausstellung zur NS-Zeit
Stadt Peine Eröffnung: Peiner Kreismuseum zeigt Ausstellung zur NS-Zeit
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19:00 27.10.2018
Ausstellungseröffnung im Peiner Kreismuseum: Über 130 Besucher begrüßte Landrat Franz Einhaus (vorne). Quelle: Hendrik Götze
Peine

Die Ausstellung im Peiner Kreismuseum mit 37 Schautafeln ist noch bis zum 26. November zu besuchen.

Nach einleitenden Worten von Landrat Franz Einhaus sowie dem Projektleiter Harald Schraepler, der mit seiner Arbeitsgruppe „Heimatpfleger der Braunschweigischen Landschaft“ diese Ausstellung zusammengetragen hat, begann der Vortrag von Dr. Jens Binner, der über den ehemaligen Freistaat Braunschweig im Nationalsozialismus handelte, zu dem auch der Landkreis Peine zählte,

Binner erinnerte an den Peiner Sally Perel

Binner begann seinen Vortrag mit einem Satz von Sally Perel – ein Peiner Junge, der durch seine Mitgliedschaft in der Hitlerjugend seine jüdische Herkunft verbergen konnte. Perel betont immer wieder, wie schön seine Kindheit in Peine war, meint dabei aber eher seine ersten zehn Lebensjahre als die anschießende NS-Zeit, betonte Binner. In Peine werde der Satz gerne als Erklärung dafür genommen, dass der Nationalsozialismus hier nicht so stark ausgeprägt gewesen sei, erklärte der Historiker.

Zur Pogromnacht in Peine wurde immer wieder angeführt, dass ein Großteil der aktiven Gruppe damals Männer aus Braunschweig waren. Das stimmt, so Binner. „Jedoch hatten sie bei allen Taten die Unterstützung von Peiner SS-Männern.“ Grundsätzlich wurde oft der Nationalsozialismus in Peine als etwas Fremdes dargestellt, das eigentlich nichts mit der Stadt zu tun hatte und ihr eher übergestülpt wurde. Es gebe jedoch reihenweise Fakten gegen diese Sichtweise, machte der Historiker den Zuhörern im Kreismuseum deutlich. Ein Beispiel von Binner dazu: Schon weit vor 1933 gab es in Peine Verhandlungen der bürgerlichen Parteien mit der NSDAP, um gemeinsam die Mehrheit gegenüber der Arbeiterpartei zu erlangen.

Offene Feindschaft

Der Historiker sprach über die offene Feindschaft vieler Peiner gegenüber dem Kaufhaus „Brunsviga“ und dessen jüdischem Betreiber Max Herzfeld. Dieser gab das Kaufhaus daher 1936 auf. „1942 wurde er mit seiner Frau deportiert und im Warschauer Ghetto ermordert“, so Binner. Der Historiker betonte zum Abschluss noch einmal deutlich, dass der Nationalsozialismus aus der Mitte der Gesellschaft kam. Er beendete seinen Vortrag mit einem Zitat des italienischen Auschwitz-Überlebenden Primo Levi: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.“

Ausstellung geht bis zum 26. November

Nach Vortragsende widmeten sich viele Besucher noch angeregten Gesprächen und den 37 Schautafeln, welche einzelne Geschichten aus der NS-Zeit in der Region darstellen. Die Ausstellung im Kreismuseum ist noch bis zum 26. November zu sehen, jeweils von Dienstag bis Sonntag in der Zeit von 11 bis 17 Uhr.

Von Hendrik Götze

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