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Stadt Peine Erinnerung an Pogromnacht: „Dunkle Stunde unserer Geschichte“
Stadt Peine Erinnerung an Pogromnacht: „Dunkle Stunde unserer Geschichte“
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20:00 09.11.2018
Kranzniederlegung und Gedenken an die Opfer der Pogromnacht am 9. November 1938 mit Bürgermeister Klaus Saemann (links) und Stadtrat Hans-Jürgen Tarrey. Quelle: Tobias Mull
Peine

„In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 herrschten pure Willkür und offene Gewalt. Heute erinnern wir an diese dunkle Stunde unserer Geschichte“, sagte Peines Bürgermeister Klaus Saemann (SPD) zu Beginn seiner viel beachteten Rede. „Was damals geschah und dass es in unserem Land, in unserer Stadt, geschehen konnte, ist unfassbar.“

Er hoffe, dass solche Verbrechen wie die des zweiten Weltkrieges mit der Judenverfolgung in der heutigen Zeit nicht mehr möglich seien und rief alle Peiner dazu auf, sich immer wieder deutlich gegen Fremdenhass auszusprechen.

„Es ist erschreckende Tatsache, dass Antisemitismus und damit die Herabwürdigung anderer Menschen in letzter Zeit in unserem Land wieder spürbar zugenommen haben. Das darf so nicht weitergehen“, sagte der Bürgermeister.

„Immer wieder Fragen stellen“

Den versammelten Schülerinnen und Schülern riet Saemann, den Lehrern und Lehrerinnen gut zuzuhören und immer wieder Fragen zu diesem Teil der deutschen Geschichte zu stellen. „Fragen beflügeln die Schulstunde – und durch das gemeinsame Gespräch und die Beschäftigung mit diesem Teil der deutschen Vergangenheit lernt man, die Geschichte ein wenig zu begreifen“, so der Verwaltungs-Chef.

Bei dem Termin am Mahnmal fehlte in diesem Jahr Renate Wagner-Redding als Vertreterin der jüdischen Gemeinde in Braunschweig. Sie nahm zeitgleich an einer zentralen Veranstaltung in Hannover teil.

Von Tobias Mull

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