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Eine Schule, drei Logos und ein kluger Kopf

Ratsgymnasium Peine Eine Schule, drei Logos und ein kluger Kopf

Silbergraue Säulen vor einem Oval in Terrakotta: Mit einem ganzheitlichen Werbekonzept rüstet sich das Peiner Ratsgymnasium für die Zukunft. Ganz nebenbei tauchten dabei interessante Histörchen der Schulgeschichte auf.

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Das markante „R“ auf der Brust signalisiert: Wir sind fürs Ratsgymnasium am Start.

Quelle: Privat

Peine. Im Atelier von Wolfgang Glandt rauchen nicht nur die sprichwörtlichen Köpfe. Der Peiner Graphiker und Designer ist leidenschaftlicher Tabak-Konsument. Umgeben von Fotos bekannter Peiner, penibel aufgereihter Aktenordner und leise summender Computer bespricht er die letzten Einzelheiten eines ganz aktuellen Projektes. Der Schulleiter des Peiner Ratsgymnasiums, Hartmut Frenk, ist gekommen, um Flyer, Drucksachen und mobile Plakatständer abzunehmen, die Glandt als ganzheitliches Werbekonzept für die Schule entwickelt hat.

Frenk war durch Zufall auf Glandt gestoßen, und dabei ist eine Besonderheit aus der Vergangenheit aufgetaucht. Glandt hat bereits die beiden Vorgänger-Logos „seiner“ Schule maßgeblich gestaltet.

In ganz geheimer Mission

Und während der Graphiker an der Arbeit für das neue Logo ist, tauchen immer mehr Erinnerungen auf, die zum Teil mit den Logos verknüpft sind. Der „kleine“ Glandt beschäftigte sich schon von frühester Jugend an mit dem Malen und Zeichnen, hätte aber als Schüler kaum daran gedacht, mit dem Entwerfen von Werbekonzepten, Logos und Signets seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Eine Sonderstellung beschert ihm der Einsatz als Zeichner aber schon Anfang der 60er Jahre. Dr. Karl-Heinz „Charly“ Holst ist damals Direktor der höheren Bildungsanstalt. Und nachdem Schüler Glandt auf Anregung seines Kunstlehrers Helmut „Paulchen“ Arndt beim Zeichnen des ersten Ratse-Logos erfolgreich ist, darf er neben seinem Hauptberuf Schüler auch den Nebenjob des Urkundenschreibers ausüben. Glandts Vater stattet den Filius mit Profi-Material aus, und so malt er beispielsweise fünf Urkunden für die Bundesjugendspiele in derselben Zeit, in der sein Kunstlehrer eine Urkunde schafft. Was also liegt näher, als den fingerfertigen Schüler vom Sport freizustellen, ihm ein eigenes Zimmer im ersten Stock nahe des Goltzplatzes zu geben und dort die Siegerlisten der Bundesjugendspiele in Urkunden umzusetzen.

Nach kurzer erfolgreicher Arbeit werden dem Schüler auch heikle, weil ganz geheime Aufträge anvertraut. Burschenschafter „Charly“ Holst organisiert glänzende Schulfeste im Stile von Verbindungsstudenten. Das Sommerfest und der Schulball sind seinerzeit eine gesellschaftliche Institution in Peine. „Wer Rang und Namen hat, buhlte darum, eingeladen zu werden“, erinnert sich Glandt heute.

Höhepunkt des Balles ist die Vergabe der Ehren-Pennälerwürde. Pastor Flick oder Dr. Hilge wird diese Ehre beispielsweise zuteil. Neben Band und Mütze gibt es zum Einmarsch neben „Charly“ Holst auch eine Urkunde, und die malt Glandt, wobei er seinem zweiten Kunstlehrer Eckard „Ecki“ Röder heilige Eide schwören muss, dass er die Namen für sich behält, denn die sind so geheim wie heute noch die Namen der Freischießen-Könige.

Jörg Schmidt

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