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Ein eher durchschnittlicher Seefahrer

Peine Ein eher durchschnittlicher Seefahrer

420 Menschen waren am Freitagabend in die Peiner Festsäle gekommen, um das Stück „Der Seefahrer“ in einer Inszenierung des
a-gon Theaters München und vor allem Weltstar Jürgen Prochnow in der Rolle des Sharky zu sehen. Geboten bekamen sie einen soliden Theaterabend, überragend allerdings waren Stück und Schauspieler nicht und so war der Schlussapplaus eher höflich als euphorisch.

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„Der Seefahrer“: Sharky (Jürgen Prochnow, rechts) mit seinem blinden Bruder Richard (Gustaf Gromer, links) und dessen Freund Ivan (Martin Dudeck). Noch ahnen die Männer nicht, wen sie bald zu Gast haben werden.

Quelle: im

Peine. Sharky ist wohl das, was man eine gescheiterte Existenz nennt. Er trinkt, neigt zu jähzornigen Ausbrüchen, hat kein Glück bei Frauen und hat es im Leben zu nichts als einigen Gelegenheitsjobs gebracht. Jetzt ist er nach Hause gekommen, um seinem erblindeten Bruder Richard (Gustaf Gromer) zur Seite zu stehen. Dieser ist ebenfalls ein trunksüchtiger Sozialfall, doch er macht mit seinen Freunden Nicky Giblin (Peter Albers) und Ivan Curry (Martin Dudeck) das Beste aus der Situation.

Neben den lärmenden Zechkumpanen kommt Sharky, der sich bemüht, so etwas wie Ordnung in dem heruntergekommenen Haus zu bewahren, kaum zum Zuge. Im Charakter dieser Rolle, den Prochnow überzeugend wiedergibt, liegt wohl der Hauptgrund, dass er nicht so recht zu glänzen vermag. Bis zur Pause wird die Situation der Brüder glaubwürdig, aber durchaus mit Längen dargestellt.

Mehr Fahrt nimmt das Stück im zweiten Teil auf, als der Teufel in Gestalt von Mr. Lockhart (Verena Wengler) ins Spiel kommt. In einer hitzigen Pokerrunde geht es nur vordergründig um Geld. Eigentlich will Lockhart Sharky haben, über dessen teils kriminelle Vergangenheit er gut informiert ist. Zunächst sieht es so aus, als müsste Sharky mit ihm gehen, doch durch eine glückliche Fügung entgeht er diesem Schicksal. Für dieses Mal, denn der Teufel gibt sich so schnell nicht geschlagen. Allerdings glaubt er daran, dass Sharky himmlischen Beistand hatte.

Unzufrieden ist das Publikum mit dem Theaterabend nicht, aber Begeisterung sieht anders aus.

wos

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