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„Ein Schock für Griechenland“

Straßenkämpfe in Athen „Ein Schock für Griechenland“

Mit Steinen, Knüppeln und Molotowcocktails sind Demonstranten im griechischen Athen auf Polizisten losgegangen und versuchten, das Parlament zu stürmen. Drei Menschen starben. Der Meerdorfer Albrecht Schultze, der sich momentan in Griechenland befindet, sprach über die Situation im Land.

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Blutige Ausschreitungen in Athen: Meerdorfer Albrecht Schultze schildert Situation vor Ort

Longà/Griechenland. „Das ist ein Schock, hier auf dem Dorf und für ganz Griechenland“, sagt Albrecht Schultze.Der Chef des Meerdorfer „teatr dachs“ und Mitglied der Deutsch-Griechischen Gesellschaft Braunschweig macht seit zwei Monaten Urlaub im griechischen Longà, 260 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Athen, wo sich am Mittwochnachmittag grauenhafte Szenen abspielten.

Die Proteste gegen das massive Sparprogramm eskalierten blutig. Drei Menschen verbrannten bei lebendigem Leib, nachdem Randalierer einer Großdemonstration eine Bank mit Molotow-Cocktails in Brand gesetzt hatten.

„Das waren offensichtlich Autonome“, sagt Schultze, der mit seinen griechischen Nachbarn über das politische Geschehen diskutiert. „Allerdings: 80 Prozent der Griechen stehen hinter den Sparmaßnahmen.“

4,8 Milliarden Euro will die griechische Regierung einsparen: Die Mehrwertsteuer soll um zwei Prozentpunkte angehoben, die Pensionen eingefroren und das Urlaubsgeld für Beamte gekürzt werden.

„Die Griechen sehen ein, dass ihr Land die Krise selbst verschuldet hat, aber sie verstehen nicht, warum nicht die Verursacher, nämlich korrupte Politiker, Banken und Spekulanten dafür bluten müssen, sondern der kleine Mann“, sagt Schultze. Gleichzeitig würden die Griechen die Krise als Chance für einen radikalen Neuanfang sehen – ohne jene Fälle, von denen Schultze gehört hat: „Steuerschätzungen bei Reichen, Ärzten, die Extra-Geld von Patienten bekommen und unverheiratete Töchter von Offizieren, denen, wenn der Vater stirbt, ein Pensionsanteil zufällt.“

Auch wenn die Hilfe aus Deutschland zögerlich anläuft, eine „antideutsche Stimmung“ herrsche nicht. Im Gegenteil – die Griechen schätzten die Deutschen sehr. „Ich liebe meine Griechen“, betont Schultze. „Aber es ist ein sehr junges und unerfahrenes Land – das muss man ihnen nachsehen.“ Gleichzeitig sei auch Deutschland nicht unschuldig an der Krise: „Wir verkaufen hierhin Rüstungsgüter, die nicht gebraucht werden.“

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