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Dietmar Wischmeyer im Forum

PAZ-Interview Dietmar Wischmeyer im Forum

Bissige Unterhaltung im Forum: Am 27. Mai stellt Kult-Komiker Dietmar Wischmeyer ab 20 Uhr sein Programm „Deutsche sehen Dich an“ vor. Bekannt wurde Wischmeyer vor allem durch das Frühstyxradio sowie seine Figuren Günther der Treckerfahrer und Willi Deutschmann.

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Kult-Rolle: Dietmar Wischmeyer als „Kleiner Tierfreund“.

Quelle: Handout

Was verbinden Sie mit Peine?
Die Ilseder Hütte ist mir ein Begriff. Ich habe mich immer für Industriegeschichte interessiert. Aber in erster Linie ist Peine für mich die Stadt, in der Oliver Kalkofe aufgewachsen und zur Schule gegangen ist.

Welches Bild hat Ihnen Oliver Kalkofe von der Stadt vermittelt?
Wie jeder anständige Mensch hat er ein gespaltenes Verhältnis zur Stadt seines Aufwachsens. Schließlich verbindet man mit diesem Ort eine schlimme Zeit voller Fremdbestimmung: die
Schulzeit. Andererseits waren wir auch schon zusammen auf dem Eulenmarkt.

Sie haben knapp 50 CDs veröffentlicht, dazu zahlreiche Bücher. Was erwartet die Besucher bei Ihrem Auftritt?
Das weiß ich selbst noch nicht genau. In meinen Texten stecken viele Alltagsbeobachtungen. Es gibt ständig was Neues und bis zum 27. Mai wird noch eine Menge passieren. Es werden viele Figuren aus dem Frühstyxradio mit dabei sein. Sie haben sich im Lauf der Zeit verändert und immer etwas Aktuelles zu sagen.

Gibt es etwas, das Sie bei Ihrer Arbeit inspiriert?
Es gibt absurde Erlebnisse. Zum Beispiel, wenn der Nachbar nach einem Herzinfarkt aus der Reha abhaut, weil er keine Lust hat, als Erwachsener Ball zu spielen. Auf so etwas kommt man nicht. Davon abgesehen muss man mindestens einmal in der Woche etwas tun, was man bisher nie getan hat. Heute Abend gehe ich zu einem James-Last-Konzert.

In den letzten Jahren gab es einen regelrechten Comedy-Boom. Wie hat sich die Unterhaltungsbranche dadurch verändert?
Im Fernsehen kann man kaum noch Geld verdienen, der CD-Markt ist kaputt. Dadurch drängen alle Comedians in den Live-Sektor. Ich bin seit 25 Jahren dabei. Da hat man sich ein Publikum erspielt, das treu ist. Das ist sehr schön. Inhaltlich ist Comedy heute oft zahmer und familiengerechter, manchmal leider auch total verblödet.

Sie hatten jüngst einen Konflikt mit Mario Barth. Was genau steckt hinter dieser Aktion „Free Uschi“?
Mit dem T-Shirt-Spruch „Nichts reimt sich auf Uschi“ hat sich Barth etwas schützen lassen, das nicht schützenswert ist – und einen T-Shirt-Verkäufer verklagt. Diesem Größenwahn muss Einhalt geboten werden. Wir haben den Spruch beim Frühstyxradio schon vor 20 Jahren benutzt. Wegen mir kann Mario Barth alte Witze nacherzählen, solange er will. Aber Allgemeingut muss frei sein.

In ihrem Frühstyxradio-Porträt steht, dass Sie versuchen, „Niedersachsen so wenig wie möglich zu verlassen“. Wie kommt’s?
Der Osten ist mir zu zonig, Nordrhein-Westfalen zu dicht besiedelt und in Hessen kann ich die Eingeborenen nicht verstehen. So muss ich hübsch im Reservat bleiben. Auf der anderen Seite ist man durch das Land seiner Kindheit geprägt. Wenn mich morgens als Erstes ein Schwabe anspricht, bin ich bedient.

Interview:
Andre Ziegenmeyer

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