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Stadt Peine „Die Platzierung von Einzelhandel könnte sich als kontraproduktiv erweisen“
Stadt Peine „Die Platzierung von Einzelhandel könnte sich als kontraproduktiv erweisen“
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23:00 27.12.2017
Hertie- und City-Center-Brache in der Peiner Innenstadt: Hier soll das Lindenquartier entstehen. Quelle: Foto: Archiv
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Peine

Nachdem sich die OFB Projektentwicklung als möglicher Investor aus den Verhandlungen über die Entwicklung des Stadtviertels im Zentrum der Fuhsestadt kurz vor Weihnachten zurückgezogen hatte (PAZ berichtete), soll nun das Unternehmen THI aus Hannover zum Zuge kommen. Doch was soll auf dem Gelände entstehen? Braucht Peine wirklich eine Shopping Mall, wie es der Investor zunächst geplant hatte – oder könnte das Gelände ganz anders als bisher gedacht entwickelt werden?

Im großen PAZ-Interview hatte der Peiner Bürgermeister Klaus Saemann (SPD) dabei sogar schon konkrete Vorschläge gemacht: Er könnte sich vorstellen, dort Kreisvolkshochschule und Kreismusikschule unterzubringen. Zustimmung kommt in diesem Zusammenhang auf PAZ-Anfrage von Landrat Franz Einhaus (ebenfalls SPD). „Die von Bürgermeister Klaus Saemann geäußerten Überlegungen, beim Lindenquartier über andere Nutzungen als den Einzelhandel nachzudenken, werden von mir sehr begrüßt. Mit der Absage des Investors kann durchaus eine Chance verbunden sein, die Innenstadt durch veränderte Schwerpunkte mit neuen, zentralen Angeboten zu bereichern. Dabei könnten – und auch da stimme ich dem Bürgermeister zu – Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebote möglicherweise prägende Standortmerkmale sein“, erklärt Einhaus und unterstreicht die Beispiele Kreisvolkshochschule und Kreismusikschule.

„Die allgemein veränderten Rahmenbedingungen für den innerstädtischen Einzelhandel verfolge ich mit Sorge“, so der Landrat weiter. „Ein attraktives und leistungsstarkes städtisches Mittelzentrum aber hat für uns als Landkreis und die übrigen kreisangehörigen Gemeinden eine ganz wesentliche Bedeutung. Die weitere Platzierung von Einzelhandel könnte sich dabei letztlich als kontraproduktiv erweisen, sodass durchaus versucht werden sollte, den Bereich des Lindenquartiers mit alternativen Ideen nachhaltig neu zu konzeptionieren.“

Wichtig sei es nun, schnell in Erfahrung zu bringen, welche Gestaltungsmöglichkeiten die Stadt im Moment rechtlich und inhaltlich habe. „Auf dieser Basis bin ich sehr gern bereit, den Landkreis im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten in die weiteren Überlegungen zur Gestaltung und Entwicklung des Lindenquartiers als zentralem Standort für Kultur und Bildung in der Peiner Innenstadt einzubringen. Maßgeblich hierfür sind natürlich unsere politischen Gremien. Insofern bliebe abzuwarten, ob und in welchem Umfang sich auch die Abgeordneten des Kreistags mit entsprechenden Vorschlägen anfreunden könnten“, sagt Einhaus. „Insgesamt scheint es mir nun besonders wichtig, dass alle politisch und fachlich Beteiligten innerhalb eines hierfür zweifellos erforderlichen angemessenen Zeitraums konstruktiv parteiübergreifend nach vorne schauen und sich für alternative Perspektiven öffnen.“

Von Tobias Mull

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