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Der vorwitzige Federschopf

Hilfe für den Kiebitz Der vorwitzige Federschopf

Frühling und Vogelgezwitscher – das gehört einfach zusammen. Doch in Niedersachsen werden die Vogelstimmen immer weniger, denn mehr und mehr Wiesenvögel verlieren ihre Lebensräumen. Daher fordert der Naturschutzbund Niedersachsen den Erhalt von artenreichen Grünlandflächen.

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Ein brütender Kiebitz.

Quelle: Archiv

Kreis Peine. Einer der auffälligsten Vögel der Wiesenlandschaften ist der Kiebitz, der mit gaukelnden Flügen und lauten Rufen auf sich aufmerksam macht. Mit seinen oft raschen, aufgeregten Bewegungen und dem charakteristischen Federschopf gilt der Kiebitz als ausgesprochen vorwitziger Wiesenvogel. Die Kiebitze beginnen jetzt mit ihrer Brut, dabei werden die Eier in flache Mulden auf den Boden gelegt. Das Nest wird aus wenigen Grashalmen gebildet.

Die Intensivierung in der Landbewirtschaftung durch verstärkte Milchviehhaltung und Futteranbau für Mast und Bioenergie hat dazu geführt, dass bereits viele Gelege bei der derzeit laufenden Wiesen-Bewirtschaftung verloren gehen. Auch die massiven Entwässerungen der vergangenen 30 Jahre zeigen Wirkung: Die Nahrung nimmt auf den Flächen ab, und Bodenfeinde wie Hermelin, Fuchs und Hauskatze können in die Wiesenbrutgebiete vordringen. Sie finden sowohl die Nester als auch später die wenigen Küken.

Wo Grünland umgebrochen wurde, kann man den Brutplatz-treuen Kiebitz auch auf Äckern antreffen. Meist brütet er dort aber nur mit geringem Erfolg, sodass auch solche Brutplätze nach einigen Jahren verwaisen. Die Bestände des Kiebitzes gehen daher seit Jahren dramatisch zurück. Der einst sehr häufig „Allerweltsvogel“ wird in Niedersachsen schon in der Roten Liste in der Kategorie „stark gefährdet“ mit 25 000 Brutpaaren geführt. Der Bestand hat seit dem Jahr 1980 um mehr als 50 Prozent abgenommen.

„Das muss und lässt sich ändern“, sagt Uwe Baumert, stellvertretender Landesvorsitzender des Naturschutzbundes. „Kiebitz und Feldlerche beispielsweise werden nur bei schonenden Bewirtschaftungsformen, stärkerer Förderung des ökologischen Landbaus sowie Verbesserungen bei den Agrar- und Umweltvorhaben aus Geld des Landes Niedersachsen und der Europäischen Union überleben.“ Blüh-, Rand- und Saumstreifen, die Einführung einer Weideprämie für Milchvieh, Umweltprämien für Grünland, die Extensivierung oder Förderung halboffener Weidelandschaften und die Wiedervernässung von Feuchtwiesen gelte es umzusetzen – auch im Kreis Peine. „Die Teilnahme an den Programmen muss für Landwirte vereinfacht, der Anteil am EU-Geld erhöht werden“, fordert er.

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