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Stadt Peine Der Jakobsweg hält stets neue Überraschungen bereit
Stadt Peine Der Jakobsweg hält stets neue Überraschungen bereit
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22:37 14.03.2018
Ein Labsal für die schmerzenden Füße war das warme Wasser in Caldes de Reis. Ob es nun tatsächlich Thermalwasser oder ganz profanes warmes Regenwasser war, war Michaela völlig egal. Quelle: privat
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Peine

Heute, am 10. Tag ihrer Wanderung auf dem Jakobsweg, haben PAZ-Reporterin Michaela Gebauer und ihre Freundin Kristin Willecke „ihren Weg“ gefunden. Im Zuge der PAZ-Gesundheitswochen berichtet Michaela vom Aha-Effekt ihrer Pilgerreise, Reiseblindheit und warmen Thermalquellen. Dass lautes Singen zur guten Laune beiträgt, haben die beiden ebenfalls ausführlich ausprobiert:

Auf unseren nächsten Etappen entschieden Kristin und ich uns dagegen, einen Bus zu nehmen und nahmen uns vor, die letzten 100 Kilometer zu Fuß zu gehen. Wir hatten uns nämlich bereits an die schmerzenden Füße gewöhnt und waren nun richtig motiviert, unsere Reise auf dem „altertümlichen“ Weg fortzusetzen.

Von Pontevedra gingen wir also nach Portela zu unserem nächsten, kleinerem Etappenziel. Über den Weg an sich kann ich nicht viel sagen: Kristin und ich waren inzwischen etwas „reiseblind“ geworden. Wir hatten uns nämlich nach zwei fast zwei Wochen Reisezeit an die kleinen Dörfer und das einfache Leben ohne viel Schnickschnack gewöhnt. Irgendwie fühlte es sich auch allmählich so an, als würden wir nicht zusammen mit den Einheimischen leben, sondern eher in unserer kleinen Pilger-Blase. Passend zu diesem Gedanken gab es in der Pilgerherberge in Portela ein riesiges Wandgemälde, auf der sich zahlreiche Pilger aus verschiedenen Teilen der Welt verewigt hatten. Von außen sah die Pilgerherberge aber nicht anders aus, als die anderen Häuser in der Umgebung. An diesem Punkt hatte ich begriffen, dass sich unser Jakobsweg nicht um das Land, die Kultur oder Einheimische dreht, sondern um die vielen kleine Momente und Pilger-Begegnungen.

Apropos Pilger-Begegnungen: In der Pilgerherberge in Portela waren wir mehrere Stunden ganz alleine. Der Pilgervater war nicht vor Ort und hatte seine Herberge nicht abgeschlossen. Mitten in der Nacht kamen weitere Pilger hinzu, die wir aber nicht weiter kennengelernt haben. Wir waren zu diesem Zeitpunkt schon zu müde...

Am nächsten Tag führte uns der Weg nach Caldas de Reis. Dieser Ort ist bei Pilgern sehr beliebt, da es zahlreiche öffentliche Thermalquellen gibt, in denen man sich unglaublich gut entspannen kann. Kristin und ich krempelten daher kurzerhand unsere Hosen hoch und planschten mit den Füßen im Wasser einer Thermalquelle. Dabei wurden wir allerdings mehrfach schief von Passanten angesehen. Warum wissen wir bis heute noch nicht – vielleicht lag es daran, dass wir nicht an einer heißen Quelle saßen, sondern an einem warmen Regen-Rückhaltebecken? Wer weiß das schon. In Spanien ist ja auch nicht so viel ausgeschildert...

Am Abend gönnten wir uns in der Pilgerherberge frisches Brot mit Aufschnitt. Dieses Mal hatten wir die Herberge wieder ganz für uns alleine. Wir konnten also tun und lassen was wir wollten, weshalb wir so laut Karaoke sangen, wie wir nur konnten.

Von Michaela Gebauer

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