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Stadt Peine Das plant der neue Geschäftsführer der Peiner Umformtechnik
Stadt Peine Das plant der neue Geschäftsführer der Peiner Umformtechnik
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08:04 25.04.2018
Von links: Gewerkschafter Frank Raabe-Lindemann, Geschäftsführer Dr. Thomas Dückers, Evelin Sebulke (die „gute Seele“ der PUT), Betriebsrats-Chef Uwe Simon und Werkleiter Torsten Steger. Quelle: Thomas Freiberg
Peine

 Ein schmuckloser Raum mit einem großen runden Tisch in der Mitte – so sieht das Büro des neuen PUT-Geschäftsführers Dr. Thomas Dückers aus. „Ich mag keine klassischen Schreibtische. Ein Tisch ist für mich ein Ort der Begegnung und der Kommunikation“, erklärt er.

Und so standen am Anfang seiner Tätigkeit im März auch vor allem Gespräche. Egal ob Meisterrunde oder einfacher Arbeiter, Dückers sprach mit den Menschen im Werk. „Ich wollte verstehen, wie das Unternehmen tickt“, so der neue Geschäftsführer.

Gespräche gab es auch mit den Kunden und Lieferanten, dort galt es, in der Vergangenheit verlorenes Vertrauen wieder aufzubauen. Anscheinend mit Erfolg. „Als ich herkam, war die PUT auf Null, selbst die Beschaffung von Toilettenpapier war ein Problem – jetzt atmen wir zumindest wieder“, sagt Dückers. Über den Berg sei man jedoch noch nicht.

In den kommenden zwei Wochen sollen nun die Kapazitäten weiter aufgebaut werden. „Eigentlich brauchen wir 75 Tonnen Stahl pro Tag, momentan sind wir bei rund 45 Tonnen – an den restlichen arbeiten wir noch“, so der neuen Geschäftsführer.

Das Engagement der Kunden und Lieferanten habe Dückers dabei durchaus positiv überrascht. „Das habe ich in dieser Form noch nie erlebt. Die Peiner Umformtechnik hat wirklich einen enorm guten Ruf“, so der Geschäftsführer. Dazu qualitativ hochwertige Produkte und gewissenhafte Mitarbeiter, die in dieser Phase eindrucksvoll an einem Strang ziehen würden.

„Ich kann nicht verstehen, wie ein so potentes Unternehmen so tief sinken konnte“, sagt Dückers. Ob er die Gründe im Handeln der alten Geschäftsführung sieht, dazu wollte sich Dückers nicht äußern, auch weil ihm dort die Einblicke in deren Arbeitsweise fehlen würden.

Vorwürfe gegen den ehemaligen Geschäftsführer

Betriebsrats-Chef Uwe Simon wird hingegen deutlich, wirft dem ehemaligen PUT-Geschäftsführer Marc Eberle, der auch Geschäftsführer der PUT-Gesellschafterin Hanse Industriekapital ist, abermals den Ausverkauf des Unternehmens vor. Deshalb sei die Skepsis am Anfang auch groß gewesen, als eine sogenannte Insolvenz in Eigenverwaltung angeordnet wurde, man fürchtete einen bleibenden Einfluss von Eberle.

Doch die anfänglichen Bedenken zerstreuten sich anscheinend schnell, man arbeite mit der neuen Geschäftsführung vertrauensvoll zusammen, erklärt Simon. „Man hat mittlerweile wieder das Gefühl, dass am Ende alles gut werden könnte“, so der Betriebsrats-Chef.

Bis dahin sei es aber noch ein steiniger Weg, unterstreicht auch der neue Geschäftsführer. Derzeit würden nicht nur die Kapazitäten in der Produktion Schritt für Schritt aufgebaut werden, es laufe außerdem die Suche nach einem Investor, der die PUT übernehmen soll.

Den Zeitplan diktiere dabei das Insolvenzverfahren. „Bis zum 31. Mai muss die Peiner Umformtechnik so aufgestellt sein, dass sie überlebensfähig ist“, sagt Dückers. Nicht ausgeschlossen sei dabei auch ein Stellenabbau.

Standort-Erhalt hat Priorität

„Der Standort-Erhalt steht an erster Stelle – und natürlich sollen auch so viele Arbeitsplätze wie möglich erhalten bleiben“, sagt Frank Raabe-Lindemann von der IG Metall. „Belegschaft und Gewerkschaft sind aber im Fall der Fälle bereit, auch schmerzhafte Schritte mitzugehen“, so der Gewerkschafter. Wie viele Stellen am Ende gestrichen werden könnten, darüber wollten weder Geschäftsführung noch Gewerkschaft spekulieren. Derzeit hat die PUT rund 260 Mitarbeiter.

Eine weitere Schwierigkeit auf dem Weg zur Rettung der Peiner Umformtechnik: Dem ehemaligen Geschäftsführer Eberle gehört noch immer das Grundstück, auf dem das Unternehmen steht, zu seinen Plänen wollte er sich auf PAZ-Anfrage nicht äußern. „Wir arbeiten hier an einer nachhaltigen Lösung, die in einem Verkauf aber auch in einer Vermietung bestehen könnte“, sagt Dückers.

Also auch hier wieder: Gespräche, Gespräche, Gespräche. Ob sich diese am Ende auszahlen werden? Betriebsrats-Chef Simon zumindest gibt sich optimistisch: „Da bin ich mir mittlerweile ziemlich sicher, schließlich steht in drei Jahren ja auch der 100. Geburtstag der Peiner Umformtechnik an!“ Und bestimmt gibt es dann auch einen runden Tisch, an dem man gemeinsam reden kann. Und feiern – den Geburtstag und den Erhalt der Peiner Umformtechnik.

Von Tobias Mull

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