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Stadt Peine CDU zum Lindenquartier: „Etliche Fehler“
Stadt Peine CDU zum Lindenquartier: „Etliche Fehler“
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14:18 24.01.2019
Hier soll das Peiner Lindenquartier entstehen: Das Areal rund um die Hertie-Brache. Quelle: Kathrin Bolte
Peine

Der Christdemokrat erklärt: „Nach mittlerweile fast zehn Jahren befinden wir uns mit der Entwicklung des Lindenquartieres kurz vor dem Zieleinlauf zum Vertragsabschluss im Investorenwettbewerb und dem finalen Angebot des Investors THI zum Grundstückskauf. Das heißt noch nicht, dass morgen bereits die Bagger anrollen, aber der avisierte Zeitplan ist jetzt doch mehr als sportlich, wird den Bürgermeister in dieser Wahlperiode möglicherweise in Lage bringen, die Fertigstellung, oder sogar die Inbetriebnahme, zu verkünden – und das ist auch bitter nötig!

„Lange Entwicklungsphase“

Endlich auch ein sichtbares Zeichen nach außen, dass die lokale Politik ein Großprojekt doch noch umsetzen kann und nicht zuletzt die Aussicht auf Belebung eines Filetstückes in unserer Fuhsestadt, das bisher ausschließlich für negative Schlagzeilen verantwortlich war. In dieser langen Entwicklungsphase, in der aus unserer Sicht etliche Fehler begangen und einmal richtiger Schiffbruch erlitten wurde, sind aber auch am heutigen Vorstellungstag, mit der aktuellen Präsentation durch den Investor THI, noch nicht alle Fragen beantwortet. Zunächst gilt unser Dank Herrn Hoppe von der Firma THI, der früh versucht und auch eingehalten hat, uns so gut wie möglich einzubinden und uns entsprechende Unterlagen, Skizzen und Pläne zur Verfügung zu stellen. Vielen Dank!

Punkte, die uns bewegen

Nun aber zu den Punkten, die uns nach wie vor bewegen. Es ist viel in den Gremien gesagt und in den letzten Tagen noch mehr geschrieben worden. Daher in aller Kürze: Städtebaulich ist der Entwurf für uns eher enttäuschend, denn mag auch ein moderner Nahversorger hier sein mehrere tausend Quadratmeter großes Verkaufsareal neuester Bauweise präsentieren, bleibt es doch architektonisch hinter unseren Erwartungen UND Ideen zurück! Eine mögliche Fassadenbegrünung in unmittelbarerer Nachbarschaft zum neuen Lindenplatz mit Gastronomie und Außenplätzen hätte doch eine völlig andere Atmosphäre und einen Wohlfühlcharakter entwickelt und das nackte und blanke Parkdeck wird spätesten bei Wind und Regen die einkaufenden Peinerinnen und Peiner aufzeigen, wie es mit dem Verladen der Waren in Sekundenschnelle funktionieren muss und eine Teilüberdachung, wie wir es vorgeschlagen hatten, wäre schon sinnvoll gewesen.

Ungeklärte Verkehrssituation

Eine ungeklärte Verkehrssituation im Zufahrtsbereich muss erst im „Arbeitskreis integrierter Verkehrsentwicklungsplan“ betrachtet, besprochen und geklärt werden, das Thema Grundwasser nach Abbruch ist aus unserer Sicht überhaupt nicht betrachtet worden und auch eine unbekannte Menge an Schadstoffen und deren Entsorgung kann noch zu ungeahnten Überraschungen führen. Was wir aber zutiefst bedauern ist die Tatsache, dass wir noch immer nicht wissen, wie die tatsächliche Bestückung mit Einzelhandel und, offensichtlich Arztpraxen, Apotheken und Sanitär – also Gesundheit, im sogenannten Nordgürtel der neuen Bebauung aussieht und was geplant ist, wenn diese Linie nicht zu realisieren ist. Bedenklich wäre, wenn wir mit Teillehrstand starten würden!

Mieten sind nicht definiert

Auch die Mieten der neu zu schaffenden Wohnungen, immerhin mit Tiefgarage, sind nicht definiert und der Ruf nach bezahlbarem Wohnraum kann hier offensichtlich nicht realisiert werden – zumindest finden wir drüber nichts in den Vorlagen. Insgesamt also etwas schwammige und in Teilfragen offene Vorlagen mit Unbekannten, die uns nicht wirklich behagen! Aber auch die CDU-Fraktion möchte, dass es dort im Areal des Lindenquartieres endlich losgeht und wird sich den Planungen und der heutigen Entscheidung nicht entgegenstellen.

Edeka als optimale Lösung?

Zum Schluss noch zwei Hinweise: Auch wir können 100-seitige Vorlagen über ein Wochenende lesen und verstehen. Allerdings ist eine Beteiligung und der Austausch mit der Fraktion über zwei Tage bis zur Entscheidungsreife unserer VA-Mitglieder nicht immer möglich und den intensiven Austausch mit einer guten und tiefgreifenden Diskussion pflegen wir; zumindest in der CDU-Fraktion. Bisher war es auch üblich, dem eingeforderten Beratungsbedarf einer Fraktion nachzukommen. Das scheint sich leider zu ändern. Abschließend der kurze Blick auf die Nachbarkommune Wolfenbüttel und deren Karstadt/Hertie-Hinterlassenschaft. Ein Vergleich ist fehl am Platze da zwei völlig verschiedene Ansätze verfolgt werden und ist m.E. nicht geeignet, sich selbst auf die Schulter zu klopfen. Ob die damalige Idee vom „Shopping in Peine“ zum jetzigen Ankermieter Edeka die optimale Lösung darstellt, entscheiden letztendlich die Peinerinnen und Peiner.“

Von Thomas Kröger

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