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Stadt Peine Busprobleme in Peine: Jetzt spricht Unternehmenschef Melskotte
Stadt Peine Busprobleme in Peine: Jetzt spricht Unternehmenschef Melskotte
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00:20 13.01.2019
Bernd Melskotte (l.) und Service- und Teamleiter Dirk Schmidt (r.) arbeiten mit Hochdruck daran, alle Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen. Quelle: Kathrin Bolte
Peine

„Sie müssen sich vorstellen, dass wir zum 1. Januar 2019 die Buslinien der RBB übernommen haben, am 31. Dezember 2018 aber praktisch erst in das Büro am Bahnhof konnten. Die ersten Tage im neuen Jahr lief auch alles soweit gut, bis dann die Schule begann, und wir von Problemen überrollt wurden“, gibt der Unternehmer an. „Schnell mussten wir leider merken, dass die vom Vorgänger überlassenen Fahrpläne große Lücken enthalten. Da sind beispielsweise Umsteige-Beziehungen und Stoßzeiten, zu denen Verstärkerbusse erforderlich sind, nicht ersichtlich. Man hat uns schlichtweg Insider-Informationen zu den Fahrplänen vorenthalten“, hieß es weiter.

„Alle Pläne lagen vor“

Um zu verstehen, wie es zu so einer „Panne“ kommen kann, müsse man weiter in die Vergangenheit gehen, so Melskotte. „Die Antragstellung zur Linienübernahme musste bis zum 31. Dezember 2017 erfolgen, was von unserer Seite auch passiert ist. Dabei haben wir neue Busfahrpläne eingereicht, die auf den bisherigen Plänen fußten, durch unsere Verbesserungen aber ergänzt wurden. Anfang 2018 lagen die Pläne allen beteiligten Stellen vor, das sind der Landkreis und die Stadt Peine, der Regionalverband und die Gemeinden, und wurden praktisch abgesegnet. Im Mai 2018 wurde die Genehmigung erteilt. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewähren, boten wir unserem Vorgänger an, nach den Sommerferien nach und nach die Linien zu übernehmen, damit auch unsere Fahrer die Strecken kennenlernen. Das wurde abgelehnt.“

Aktuelle Fahrpläne sind jetzt online einsehbar

Erschwerend sei hinzugekommen, „dass ein Mitarbeiter, der die Leitung unserer Dienststelle zusagte hatte, kurzfristig nicht zur Verfügung stand. Und leider findet man solche Fachleute, die auch noch Ortskenntnis besitzen, nicht überall. Gleiches Problem fanden wir auch bei den Busfahrern wieder. Obenauf kappte unser Vorgänger entgegen der Absprachen die Telefonleitungen im Bahnhofsbüro und holte ebenfalls entgegen der Absprachen die Server am letzten Mittwoch ab. So stehen wir derzeit ohne Internet- und Telefonverbindung da.“

Lesen Sie auch: Beschwerden: „Schulbusse fahren vorbei oder kommen gar nicht“

Schlussendlich könne man sich nur entschuldigen. Melskotte: „Wir haben es versäumt, nochmals in der Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass Busnutzer bitte die neuen Fahrpläne, die in den Bushaltestellen aushängen, beachten. Inzwischen ist unsere Webseite fertig. Unter www.ons-melskotte.de sind alle aktuellen Fahrpläne veröffentlicht.“

Das sagt der Landkreis Peine zur Thematik

Der Kreis Peine äußerte sich ebenfalls zu dem Thema. Er trägt die Kosten für die Schülerbeförderung und ist daher maßgeblich an einer Beilegung der Schwierigkeiten interessiert. „Wir als Landkreis verfolgen die Geschehnisse mit Sorge. Jedoch konnte uns Herr Melskotte im Vorfeld vermitteln, dass er ein Profi in diesem Geschäft ist. Dass es anfangs Schwierigkeiten geben wird, war uns klar. Doch die ONS war bereits jahrelanger Subunternehmer von RBB und hat den Eindruck hinterlassen, dass es funktionieren wird. Gemeinsam mit ONS hätte der Kreis Eltern und Schulen eingehender über die Fahrplanänderungen informieren können. Die Startschwierigkeiten bei der Schülerbeförderung wären dadurch sicherlich geringer ausgefallen", sagte der Erste Kreisrat Hennig Heiß.

So reagiert RBB auf die Vorwürfe

Die Firma Regionalbus Braunschweig (RBB), die als Tochterunternehmen der Deutschen Bahn bis Ende 2018 für den Busverkehr zuständig war, äußerte sich zu den Vorwürfen von ONS Melskotte. Eine Sprecherin sagte auf Anfrage der PAZ: „Die Vorwürfe sind haltlos und für uns nicht nachvollziehbar. Wir haben alle erforderlichen Unterlagen zu dem bestehenden Verkehr den Aufgabenträgern Regionalverband Großraum Braunschweig und Landkreis Peine vorgelegt. Grundsätzlich ist der Betreiber eigenständig für die Fahrplangestaltung und Streckenführung in Abstimmung mit dem Aufgabenträger zuständig.“

Ein Vorwurf von ONS: RBB habe sich gegen eine Idee von ONS entschieden. Diese sah vor, dass ONS bereits ab dem Ende der Sommerferien 2018 nach und nach die Linien übernehmen wollte. So hätte man einen reibungslosen Übergang gewährleisten können.

Es sei richtig, dass man sich gegen diese Idee entschieden habe, sagte eine Bahnsprecherin. Die Begründung: „Die Konzessionen lagen der RBB vor, ein vorzeitiges Ausscheiden der eigenen Mitarbeiter am Standort Peine war zur reibungslosen Absicherung der Verkehre bis zum 31. Dezember 2018 nicht geplant.“

Auch gestalte sich die Verhinderung eines früheren Einzugs des Service-Centers am Bahnhof nicht so, wie von ONS geschildert. „ONS Melskotte hat kein Angebot zur Übernahme der Räumlichkeiten bis zum Jahresende 2018 vorgelegt. Dieses wurde durch RBB bereits im November nach mehreren gemeinsamen Besprechungen mit dem Regionalverband Großraum Braunschweig an Herrn Melskotte durch die RBB proaktiv übersendet“, heißt es.

Zum Vorwurf der abgemeldeten Telefone und dem demontierten Server sagte die Bahnsprecherin: „Der Altbetreiber ist nicht zuständig für die Verwaltung eines neuen Betreibers. Der ONS ist deutlich gemacht worden, dass sämtliche Hardware im Service-Center nicht übernommen werden kann. Der Serverschrank war Eigentum der RBB. Netzwerkleitungen, der Serverschrank sowie die Patchfelder wurden der ONS kostenlos überlassen und nicht abgebaut. Bis zum 9. Januar lief das Internet über die RBB und konnte durch ONS genutzt werden. ONS wusste, dass Anfang Januar sämtlich Komponenten abgeholt werden.“

Ist auch Ihr Kind von den Busausfällen betroffen oder sind Sie heute aufgrund der Schwierigkeiten im ÖPNV zu spät zur Arbeit gekommen? Schreiben Sie uns über Facebook oder melden Sie sich per E-Mail an redaktion@paz-online.de.

Von Kathrin Bolte

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