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Bernd Lüttgerding aus Vöhrum veröffentlicht seinen ersten Gedicht-Band

Themen aus dem Alltag Bernd Lüttgerding aus Vöhrum veröffentlicht seinen ersten Gedicht-Band

Schon in der Schulzeit unternahm er erste Gehversuche in der Welt der Literatur, nun beschreitet er selbstbewusst den Pfad der Lyrik: Bernd Lüttgerding (44), im Peiner Ortsteil Vöhrum aufgewachsen und heute in Brüssel wohnhaft, hat kürzlich seinen ersten Gedichtband veröffentlicht: „Stäubungen“ lautet der Titel des nur 14-seitigen Bandes, der im Verlag Parasitenpresse erschienen ist.

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Bernd Lüttgerding an seinem Schreibtisch.
 

Quelle: privat

Peine. Stück Nummer eins – „Nervös“ – startet beispielsweise so: „Blinzelnd, tastend im Staub zersplitterter Ordnung, man sieht nicht richtig, Flügel schlagen, aus Scherben wächst ein Block, vielleicht verklebt.“

Lüttgerding schreibt von Augenblicken, Situationen, Menschen und reißt ihre gesellschaftlichen Themen wie Glyphosat-verseuchte Äcker an. Die insgesamt acht Gedichte kommen in schlicht gehaltener, geklammerter Japanbindung daher. Der Verlag Parasitenpresse hat sich auf die Fahnen geschrieben, junge deutschsprachige Dichter zu fördern.

Zum Band „Stäubungen“ schreibt der Verlag: „Lüttgerding bewegt sich in seinen Texten zwischen dem ,verkommenen Dorf’ und der ,Großstadt’, sondiert und inspiziert mit sprachlichen Mitteln das Terrain, sowohl das existierende als auch das imaginierte. Manchmal sind seine Texte knapp, manchmal üppige Langgedichte, aus denen Sprache und Welt hervorquellen.“

Der ambitionierte Autor lebt seit 2008 in Belgien. Nach geisteswissenschaftlichen Studien arbeitete er als Gärtner, im antiquarischen Buchhandel, Skriptschreiber für TV-Produktionen und zur Zeit als Techniker im Kunstmuseum in Löwen. Einige seiner Gedichte wurden in Zeitschriften publiziert. Derzeit schreibt er an einem Roman über Liebe, Psychiatrie und den Antiquariatsbuchhandel.

Aus seinem letzten, noch unveröffentlichten Roman „Gesang vor Türen“, in dem es um einen ängstlichen jungen Mann geht, dessen Vorstellungswelt seine Wirklichkeit überwuchert, liest Lüttgerding regelmäßig bei Literaturveranstaltungen in Köln und Berlin. Die nächsten Veranstaltungen sind am 8. Januar im Literaturklub in Köln, am 13. Januar im Salon Parasitaire in Brüssel, und am 9. Februar in der Brotfabrik in Berlin.

Schriftstellerisch kreativ wird Lüttgerding am liebsten in seiner Wohnung, „bei zugezogenen Gardinen und verschlossener Tür“. Ihn inspirieren besonders Themen, die vom alltäglichen Leben ausgehen und sich der Fragestellung „Wie leben wir?“ widmen. „Gedichte sind ja immer auch Spiel mit Sprache, formalen Regeln und Regelbrüchen. Da finde ich wichtig, dass es einen Ankerpunkt gibt, damit nicht alles in eine schmucke, klingende Beliebigkeit treibt“, sagt Lüttgerding.

Seinen Heimatort Vöhrum und seine dort im „Mühlenhaus“ lebenden Eltern besucht der 44-Jährige mehrmals im Jahr, so ist die Verbindung nach Peine nie ganz abgerissen. An seine Jugend in der Fuhsestadt erinnert er sich gern, rückblickend werden ihm dabei auch viele Veränderungen bewusst: „Mir kommt es so vor, als hätten sich in den frühen 90er-Jahren noch mehr jüngere Leute in Peine gehalten, und als seien damals das Nachtleben und das kulturelle Leben lebendiger gewesen.“ Und dennoch: „Wenn ich in Vöhrum aus dem Zug steige, fühle ich mich auf einer gewissen Ebene angesprochen.“ Vielleicht gibt es dann demnächst ja mal ein Gedicht über Peine...

Weitere Informationen zum Autor und dem Gedicht-Band „Stäubungen“ gibt es auf der Internetseite des Verlags unter https://parasitenpresse.wordpress.com.

Von Michael Lieb

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