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"Bei der Schulentwicklung gibt es keine Tabus"

Kreis Peine "Bei der Schulentwicklung gibt es keine Tabus"

Im Kreishaus wird überlegt, wie sich die Schullandschaft im Peiner Land verändern könnte. Der Erste Kreisrat Henning Heiß: Maßgeblich ist der Elternwille.

Kreis Peine. Wende um 180 Grad: Wollten weder Politik noch Verwaltung im Mai einen neuen Schulentwicklungsplan aufstellen, hieß es nur wenige Wochen später: Kommando zurück. Nun wollen sich Erster Kreisrat Henning Heiß und Schulamtsleiter Rainer Göldner von allen Tabus befreien und bis Sommer kommenden Jahres einen neuen Plan vorlegen.
Ein Tabu war zum Beispiel bisher eine zweite Gesamtschule im Kreis. Doch schon beim Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Gesamtschule in Vöhrum wurde deutlich, dass die Front dagegen bröckelt (PAZ berichtete). Auch die Gräben zwischen den politischen Lagern seien „vielleicht gar nicht mehr so tief“, sagte Heiß. Maßgeblich sei jedoch für ihn der Elternwille. Und die Eltern haben bei den Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen vor den Sommerferien gezeigt, „dass es im Peiner Land Potenzial für eine zweite Gesamtschule gibt“.
Weiter entscheidend sei aber auch, dass keiner der bestehenden Schulstandorte gefährdet wird. So gebe es zum Beispiel Probleme, wenn die zweite Gesamtschule auch in der Kernstadt oder ihren Ortschaften gebaut werden müsste. Denn Schulraum steht dafür nicht zur Verfügung. Dafür aber ausreichend im Landkreis. Dort muss also mit der Suche nach einem Standort begonnen werden. Denn Geld für einen Neubau hat der Kreis nicht. Heiß' Kommentar dazu: „Am Ende ist es jedoch der Wille der Politik, ob neu gebaut wird oder nicht.“
Das Schulzentrum in Ilsede war die Keimzelle der ersten Peiner Gesamtschule. Dass sie Standort der zweiten Schule dieser Art wird, hält Heiß eher für unwahrscheinlich: „Wir haben in Groß Ilsede ein gutes Gymnasium.“ Das sollte nicht gefährdet werden. Gleiches sagt er über Vechelde. Dort hat der Kreis gerade acht Millionen Euro in ein Gymnasium investiert. „Damit wollten wir ein Zeichen setzen, dass wir unsere Schüler nicht nach Braunschweig schicken wollen. Nun müssen wir auch für Kontinuität sorgen“, betont der Erste Kreisrat.
Wenn es grundsätzlich genügend Schulraum im Peiner Land gibt, könnte demnach nur ein Schulzentrum in Frage kommen, in dem es Probleme gibt. Das sind laut Heiß die Zentren in Edemissen und Lengede. Die Hauptschulen dort drohen künftig bis zur Einzügigkeit zu schrumpfen, ergänzt Göldner. Edemissen liegt zu nah an Peine. Bliebe also Lengede. „Dort müssen wir auf jeden Fall etwas machen“, sagt Heiß offen, will aber nicht so verstanden werden, dass dort eine zweite Gesamtschule entstehen soll. Es könnte auch eine kombinierte Haupt- und Realschule sein, wie es sie in Peine und Wendeburg bereits gibt. Allerdings sagt Heiß auch, dass Lengedes Bürgermeister Hans-Hermann Baas (SPD) seinerzeit vehement für die erste Gesamtschule im Peiner Land gestritten habe. Er stünde einer zweiten Gesamtschule in seinem Gebiet also sicher offen gegenüber.

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Lengede

Punktsieg im zweiten Satz: Die Elternbefragung zur geplanten Gesamtschule in Lengede hat im zweiten Anlauf das nötige Ergebnis gebracht. Nun muss die Landesschulbehörde schnell eine Entscheidung treffen. Spätestens Anfang Februar müssen die Planungen für die neue Schule beginnen, sonst gerät der Zeitplan ins Wanken.

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