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Stadt Peine Batterie-Forschungszentrum: Peine noch immer im Gespräch
Stadt Peine Batterie-Forschungszentrum: Peine noch immer im Gespräch
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00:21 01.02.2019
Arbeit an der Zelle einer Batterie für ein E-Auto. In Braunschweig soll in diesem Bereich nun geforscht werden. Peine macht sich Hoffnungen, Nebenstandort zu werden. Quelle: Archiv
Peine

Am 7. Februar soll nun in der Löwenstadt der Startschuss für das Projekt fallen. Prominente Gäste wie der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil und der Braunschweiger Oberbürgermeister Ulrich Markurth sind zur Auftaktveranstaltung für das Fraunhofer-Projektzentrum für Energiespeicher und Systeme in Braunschweig eingeladen – und auch für die Fuhsestadt könnte der 7. Februar ein wichtiges Datum werden. Denn obwohl man beim Standort-Wettbewerb damals den undankbaren dritten Platz belegt hatte, könnten wenigstens Teile des 60-Millionen-Euro-Projektes in Peine realisiert werden.

„Der Standort Peine spielt als Dependance in den Planungen für das Fraunhofer-Projektzentrum für Energiespeicher und Systeme weiterhin eine Rolle, nach Etablierung der Primäraktivität in Braunschweig“, sagte Fraunhofer-Sprecher Roman Möhlmann auf PAZ-Anfrage. Und diese Aussage kommt bei den Stadtwerken als mögliche Projektpartnerin vor Ort sowie der Stadt Peine natürlich gut an.

Innovative Speichersysteme

„Es freut uns, dass die Fraunhofer-Gesellschaft weiterhin Interesse an einer Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Peine hat – und wir sind offen für Gespräche“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Ralf Schürmann. „Im Rahmen einer solchen Kooperation könnten innovative Speichersysteme in einem Reallabor erprobt werden und Erkenntnisse aus der Praxis in die Entwicklung einfließen. Erfolgreich erprobte Anwendungskonzepte ließen sich schnell als Good-Practice-Lösungen multiplizieren.“

Und auch Peines Bürgermeister Klaus Saemann freut sich über die positiven Signale. „Eine Kooperation zwischen der städtischen Tochter Stadtwerke Peine GmbH und dem Fraunhofer-Institut wäre ein toller Erfolg im Nachgang zu den seinerzeit intensiv geführten Gesprächen mit den führenden Vertretern des Instituts“, so Saemann. „Sollte städtische Unterstützung bei dieser Kooperation gewünscht sein, so steht das Angebot der Stadt Peine dazu nach wie vor.“

„Hohe Eignung als Forschungsstandort“

Die PAZ fragte auch beim Peiner SPD-Bundestagsabgeordneten Hubertus Heil nach, was er zu den aktuellen Aussagen des Instituts meint – er hatte sich immer wieder für die Ansiedlung des Projektzentrums in der Fuhsestadt stark gemacht. „Ich freue mich, dass Peine weiterhin Teil der Planungen für eine Dependance des Fraunhofer-Projektzentrums ist. Die Stadt Peine hatte bereits im ursprünglichen Verfahren ihre hohe Eignung als Forschungsstandort klar aufgezeigt. Die zukunftsfähigen Arbeitsplätze, die hier entständen, wären ein großer Gewinn für unsere Region“, sagt Heil, der auch Bundesarbeitsminister ist.

Der Standort-Wettbewerb

Der Standort des neuen Batterieforschungszentrums wurde innerhalb eines Wettbewerbs ermittelt. Insgesamt 20 Grundstücke hatte die Fraunhofer-Gesellschaft für die Ansiedlung des Forschungszentrums untersucht, zahlreiche Kommunen der Region hatten sich für das Projekt beworben. Nach 20 Kriterien in drei Kategorien waren die einzelnen Bewerberstandorte bewertet worden. Am Ende fiel die Wahl auf den Standort Forschungsflughafen Braunschweig – vor dem Campus TU Braunschweig und eben der Stadt Peine auf dem dritten Platz. Erforscht werden sollen neue Lösungen für Batterien und Brennstoffzellen im Bereich Elektromobilität sowie für stationäre Speicher.

Stadtwerke-Chef zu den Hintergründen

Die Fuhsestadt als Nebenstandort des 60-Millionen-Euro-Projektes der Fraunhofer-Gesellschaft in Braunschweig? Stadtwerke-Geschäftsführer Ralf Schürmann könnte sich das gut vorstellen – und zwar nicht nur aus lokalpatriotischen Gesichtspunkten. Auch technologisch würde das Sinn ergeben, sagt er und erläutert die Idee hinter einer solchen Kooperation.

„Die Liberalisierung der Energiemärkte und der rasante Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor haben in den letzten Jahren einen grundlegenden Strukturwandel in der Energiewirtschaft eingeleitet. Durch den steigenden Anteil dezentraler Energiekonzepte, zum Beispiel Photovoltaik-Anlagen in Kombination mit Lithium-Ionen-Speichern, entwickelt sich der Energiemarkt von einem Consumer- zu einen Prosumer-Markt“, so Schürmann.

Insbesondere modernisierte Verteilernetze sind wichtig

Die erneuerbaren Energien seien zur wichtigsten Stromquelle in Deutschland geworden. Deshalb müssten die Stromnetze grundlegend um- und ausgebaut werden. Insbesondere modernisierte Verteilnetze seien nötig, da diese den Großteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen aufnehmen würden.

„Die zukünftig größte Herausforderung für den Strommarkt ist die Synchronisation von Angebot und Nachfrage. Kostengünstige stationäre Batteriespeicher für den großtechnischen Einsatz könnten einen wesentlichen Beitrag zum Flexibilitätsmanagement in Stromverteilnetzen leisten“, erklärt der Peiner Stadtwerke-Chef. „Daneben ist die Sektorenkopplung unverzichtbar, um auch die Potenziale der Sektoren ,Mobilität’ und ,Wärme’ zu erschließen.“

Angesichts des rasanten Anstiegs netzstabilisierender Eingriffe und der ambitionierten Klimaschutzziele sei ein schneller und sektorenübergreifender Umbau des Energiesystems erforderlich. „Dies lässt sich nur durch eine enge Verzahnung von Forschung, Energiewirtschaft und Politik erreichen“, so Schürmann.

Von Tobias Mull und Thomas Kröger

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