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Barocke Schönheit: Der Klostergarten

Peine Barocke Schönheit: Der Klostergarten

Im Anfang war das Wort: Lange war vom Peiner Klostergarten nur der Name übrig – sonst nichts. Dank unermüdlicher Arbeit blüht das Gelände nun wieder in barocker Pracht.

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Gartenarbeit als Chefsache: Pfarrer Thomas Blumenberg im Klostergarten.

Quelle: im/2

Peine . „Einst war dieser Garten eine Berühmtheit“, sagt Pfarrer Thomas Blumenberg. Doch als er 2007 nach Peine kam, habe es statt blühender Beete Beton-Garagen und Hühnerställe gegeben.

„Andererseits brauche ich die Gartenarbeit als Ausgleich“, erklärt Blumenberg. Also wurden die Garagen abgerissen. Anschließend begab sich Blumenberg auf historische Spurensuche.

Die Ursprünge des Klostergartens reichen weit zurück: 1669 wurde ein Konvent des Kapuziner-Ordens in Peine gegründet. Einige Jahre später entstand das namensgebende Kloster. „Die Mönche sollten sich um die katholische Burgbesatzung, das Amtspersonal und die kleine Gemeinde kümmern“, erklärt Blumenberg.

Mit ihrem Garten verbanden die Mönche zwei Ziele: Einerseits bauten sie Lebensmittel an. Die Klosterchronik erwähnt sogar Teiche zur Fischzucht. „Andererseits war es ein Ort der Meditation und Erholung.“ Doch 1829 starb der letzte Mönch und das Gelände wurde ein schlichter Gemüsegarten. Nicht einmal ein Plan der ursprünglichen Anlage ist erhalten. „Der heutige Grundriss ist ein Fantasieprodukt“, sagt Blumenberg.

Es sei ihm darum gegangen, durch geometrische Form, Buchsbaumhecken und Steine den barocken Charme wieder herzustellen. Dafür wurden sogar steinerne Kapitelle aus Hildesheim besorgt.

Bei der Pflege des Gartens hat Blumenberg tatkräftige Unterstützung. Diplom-Gartenbauingenieur Frank Tenbrink kümmert sich um den Küchengarten, die beiden Gemeindemitglieder Gerhard Handzik und Albert Heuer haben ein Auge auf den Klostergarten. „Ich achte darauf, dass die Rabatten immer sauber sind und zupfe das Unkraut“, sagt Handzik. „Aber das Pflanzen ist Chefsache“, meint Blumenberg schmunzelnd.


HINTERGRUND: Die drei Teile des Klostergartens

Die heutige Anlage besteht aus drei Bereichen mit jeweils unterschiedlichem Zweck. Der Küchengarten hat die Gestalt eines alten Bauerngartens. Hier zieht Diplom-Gartenbauingenieur Frank Tenbrink Gemüse und Kräuter für die Theresienküche der Caritas.

Außerdem bekommen die Kinder des St.-Elisabeth-Kindergartens bei regelmäßigen Besuchen Anschauungsunterricht in Sachen Gartenarbeit. „Hier können sie sehen, wie Gemüse angebaut wird, das sie sonst im Supermarkt kaufen“, sagt Pfarrer Thomas Blumenberg. Auf Chemie wird verzichtet: „Wir düngen und spritzen nur mit Pflanzenextrakten“, verrät Tenbrink.

Der eigentliche Klostergarten liefert mit seiner Blütenpracht den Blumenschmuck für die Kirche. Der Theresiengarten als dritter Teil ist eine mit Obstbäumen bestandene Wiese. „Bei Veranstaltungen wie dem Gemeindefest verwandelt sie sich in einen Biergarten“, sagt Blumenberg.

azi

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