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Ausgetrockneter Ton lässt Häuser reißen

Hämelerwald Ausgetrockneter Ton lässt Häuser reißen

Mehr als 120 Hämelerwalder Bürger bei der Ortsratssitzung wollten’s wissen: Was lässt die Häuser in Hämelerwald-Süd und auch in Mehrum reißen? Kurze Antwort auf komplexe Fragen: Tonboden und Wetterbedingungen sind die Ursachen der Schäden.

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Gespannt folgten mehr als 120 Bürger den Ausführungen der Experten zum Problem der Rissbildung an Häusern in Hämelerwald und Mehrum.

Quelle: Grit Storz

Hämelerwald. Erkundungen, Erkenntnisse, Emotionen – und kein Schuldiger auszumachen. Für die Rissbildung in Häusern in Hämelerwald und Mehrum gibt es keinen anderen Grund als die Natur und das Wetter. Die Ergebnisse der Ursachenforschung, die seitens der Stadt Lehrte und des Landesamtes für Bergbau und Geologie aus Hannover betrieben wurde, wurden in der Ortsratssitzung in Hämelerwald vorgestellt.

Zu den im Vorfeld befürchteten emotionalen Ausbrüchen kam es nicht. Der Experte des Landesamtes, Dr. Thomas Nix, trug die gewonnenen Erkenntnisse vor und beantwortete brennende, aber sehr sachlich gestellte Fragen. Besonders im Bereich Hämelerwald-Süd ist eine sehr starke Tonsteinschicht der unteren Kreide im Boden vorhanden. Diese sei sehr anfällig für Veränderungen, das heißt, bei starker Trockenheit wie im laufenden Jahr trocknet die Schicht und schrumpft, bei großer Nässe quillt sie auf. Diese Veränderungen bewirken Bodenbewegungen, die zu Rissbildungen in Häusern und im Boden führen können.

Diese Rissbildung tritt nicht erst seit diesem Jahr auf, bereits in den neunziger Jahren beklagten Anwohner Schäden. Allerdings kam es nun zu einer Häufung. Eine Interessengemeinschaft bildete sich, Presse und Fernsehen wurden informiert. Über die Ursachen wurde wild spekuliert, Schuldige gesucht. Von Grundwassersenkungen, „heimlicher“ Wasserentnahme und dergleichen mehr wurde gemunkelt. All diese Annahmen seien falsch, führten Nix und auch der Sachverständige der Stadt Lehrte, Volker Kemmling aus.

Richtig sei, dass der Boden und speziell die Tonschicht im südlichen Teil Hämelerwalds nicht mit dem Grundwasser in Berührung kommt. „Hier gibt es schlicht und einfach kein Grundwasser mehr, nur Schichtwasser“, sagte Kemmling.

Die Vermutung, dass es früher sehr viel trockenere Jahre gegeben hätte, wurde mit Hilfe des Wetterdienstes und den aufgezeichneten Daten entkräftet. Die Tonsteinschicht ist durch die lang anhaltende trockene Witterung geschrumpft. Auch die Vegetation trage zur Austrocknung bei, da speziell sehr hohe Bäume, die dicht an Häusern stünden, begrenzt Wasser aus dem Ton zögen, machte Kemmling deutlich. Eine mit Augenmaß betriebene Stutzung könne helfen.

Obwohl natürlich die Schäden sehr bedauerlich seien, gebe es keinen Grund zur Panik. Unterirdische Höhlungen durch Bergbau gäbe es nicht, ein Abrutschen der Häuser müsse also nicht befürchtet werden. Das durch die Erdbewegungen die Böschung des Schierker Teich abrutsche, wurde ebenfalls ausgeschlossen, vorsichtshalber werden jedoch Messpunkte gesetzt und plombiert. Die Stadtwerke Lehrte haben mit speziellem Gerät Schäden in Gas- und Kanalleitungen nachgespürt und glücklicherweise keine gefunden.

Grit Storz

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