Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Aus für Diekmann: „Das ist ein herber Verlust“

Peiner Traditionsgeschäft Aus für Diekmann: „Das ist ein herber Verlust“

Inhaberin Elisabeth Schrader hatte am Dienstag mitgeteilt, dass das Geschäft nach 84 Jahren zum Jahresende schließt. Die Reaktionen in der Stadt waren sehr unterschiedlich, auch auf der Homepage der Peiner Allgemeinen Zeitung unter www.paz-online.de gab es zahlreiche Kommentare.

Voriger Artikel
200 Jacken auf einen Schlag
Nächster Artikel
Becken beugen, Haare zupfen

Diekmann schließt zum Jahresende: Selbst die Konkurrenz beklagt den Verlust des Modegeschäfts für Peine.

Quelle: cb

Peine. Bürgermeister Michael Kessler (SPD) sagte auf Anfrage der PAZ, dass diese Entwicklung nicht schön sei für Peine. Es sei aber eine bundesweite Entwicklung, dass es von Inhabern geführte Fachgeschäfte immer schwerer haben. Die Stadt könne aber nur Rahmendaten setzen, dies geschehe zurzeit bei der Weiterentwicklung des Einzelhandelskonzeptes.

Ole Siegel, Vorsitzender der neuen City-Gemeinschaft, fand deutlichere Worte: „Das ist ein herber Verlust für den Standort und damit auch für die Mitbewerber!“ Es sei traurig, wenn solch‘ traditionsreiche Geschäfte wie Helbsing oder Diekmann schließen, weil erfahrungsgemäß die von Inhabern geführten Geschäfte mit viel Kraft am Markt aktiv seien. Trotz der Trauer müsse man den Blick nach vorne richten.
Es gebe Potenzial für Bekleidungseinzelhandel in der Stadt, bestätigte Siegel eine weitere Aussage des Bürgermeisters. Man dürfe aber auch die Mieten nicht außen vorlassen. Er selbst habe extrem lange gebraucht, um von den Eigentümern der Hertie-Immobilie oder dem Postgebäude eine Aussage über den Mietpreis zu bekommen.

Ulrich Ginsburg, Vorstandsmitglied der City-Gemeinschaft und direkter Wettbewerber von Diekmann, sagte: „Wir bedauern das sehr, weil es bestimmte Marken in Peine braucht, und die gab es nur bei Diekmann.“ Diese Zugpferde seien notwendig, damit der Kunde nicht gleich woanders hinfährt. Ginsburg wollte zwar keine Details nennen, aber mit seinem Geschäftspartner Carsten Senge denke er über neue Pläne in Peine nach.

Ohne über die Ursachen für die Schließung des Wettbewerbs reden zu wollen, sagte Ginsburg, dass es heutzutage auf den Kundenservice ankomme. Eine vernünftige Beratung müsse im Vordergrund stehen, und das Preis-Leistungs-Verhältnis müsse stimmen. Entgegen anders lautender Argumente, könne man nicht immer alles auf die „Geiz-ist-geil-Mentalität“ schieben.

Eine 1700 Quadratmeter großer Fläche wie von Diekmann zu betreiben, das könne in heutigen Zeiten nur funktionieren, wenn die Immobilie Eigentum sei.

Jörg Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Peiner Modehaus
Diekmann schließt zum Jahresende in Peine: Die Nachricht verbreitete sich gestern wie eine Schockwelle in der Fuhsestadt.

„Das klassische Herrengeschäft ist richtig eingebrochen“, sagte Elisabeth Schrader gestern der PAZ, aber auch der Wettbewerb mit dem Internet und neuen Geschäften in Peine mit gleichen Sortimenten habe zu starken Umsatzeinbrüchen geführt.

  • Kommentare
mehr
Mehr aus Stadt Peine

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr