Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Auf den Spuren von Gemälden und Skulpturen

6. Peiner Kunst-Pfad Auf den Spuren von Gemälden und Skulpturen

Kunst kennt keine Grenzen. Von Abbensen im Nordkreis bis Gadenstedt im Südkreis erstreckte sich der 6. Peiner Kunst-Pfad. Um einen Anreiz zu schaffen, tatsächlich alle acht Stationen anzusteuern, gab es eine Stempelkarte – und wenn die voll war ein Geschenk.

Voriger Artikel
Beschmiert, zerstört, arisiert
Nächster Artikel
Malen für sauberes Trinkwasser
Quelle: im

Peine. Schrille Lichtgrafiken, surreale Farbräume, Musik und Skulpturen – elf Künstler präsentierten am Wochenende ihre Werke an acht Orten im Peiner Land. Kunst zum Anfassen und Künstler zum Ansprechen: Das war die Idee, die hinter dem 6. Peiner Kunst-Pfad stand. Und die kam offenbar gut an. Zahlreiche Peiner nutzten die Gelegenheit zu einer Rundreise durch den Kreis – natürlich auch, um am Ende eine volle Stempelkarte abgeben zu können, und dafür ein kleines Geschenk zu bekommen.

Über ein „ständiges Kommen und Gehen“ freute sich die Diplom-Designerin und Künstlerin Kerstin Nieto-Madrid im Atelier im Meisterhaus auf dem Ilseder Hüttengelände. Die 50-Jährige stellte dort 69 Bilder in Acryl-Mischtechnik aus. Ihren Stil beschreibt sie als abstrakt an der Grenze zum Gegenständlichen. Wer sich ihre Bilder genauer ansieht, kann darin verblüffenden, teils rätselhafte Details erkennen. Eine Rose etwa in dem großformatigen, in Rottönen gehaltenen Werk, das die Besucher gleich am Eingang „begrüßte“.

Ein anderes Bild zeigt die schmenhaften Konturen einer Frau und eines Mannes. „Viele Leute erkennen sich selbst oder jemand anderes, den sie kennen, darin“, sagte Nieto-Madrid, die ihre Bilder nach Farben sortiert in zwei „Farbräumen“ ausgestellt hatte. Im ersten Zimmer waren grüne Farbtöne dominant, im zweiten Rottöne. Der Versuch, damit eine besondere Atmosphäre zu schaffen, ist gelungen. „Viele haben hier auf dem Hüttengelände ihre erste Station eingelegt“, sagte die Künstlerin, die sich besonders darüber freute, mit kunstinteressierten Besuchern ins Gespräch kommen zu können.

Beige, braun, rot – das waren die vorherrschenden Farben im neuen Ausstellungsraum des Peiner Kreismuseums, in dem Erika Schewski-Rühling ihre Terrakotta-Skulpturen präsentierte. Besonders ins Auge fielen die 35 Figuren auf Backsteinen, die in unterschiedlichen liegenden Positionen abgebildet waren. „Strom“ lautete der Titel des Werks, wie ein Fluss waren die Figuren am Boden angeordnet. Gleich gegenüber hing eine Wand voller Hemden und Blusen, zerknittert, erstarrt, mit Wachs übergossen.

An den Wänden Kohlezeichnungen – auf Packpapier gemalt und gleichzeitig darin eingewickelt, dazwischen standen mitten im Raum Skulpturen, menschliche Körper, manche nur Hüllen, grobe, stark vereinfachte Formen. Ihre „Haut“ wurde gedehnt, bis sich Risse zeigten. Oft waren die Figuren kopflos, Köpfe oder Hände waren mit dicken Bandagen versehen. Der „Kleine Zyklop“ erinnerte an das Bein eines Riesen, das mit Stoffresten und Schiffstauen umwickelt wurde. Alle Figuren hat die Künstlerin in architektonischen Verfahrensweisen erfasst und aus geometrischen Elementen aufgebaut. Trotz des Statuarischen wirken sie verletzlich.

„Interessant und ungewöhnlich“, fand Gabriele Mierse aus Peine die Werke der 1935 in Bremerhaven geborenen Künstlerin. Charlotte von Bülow-Faerber faszinierte besonders die „Verformung des menschlichen Körpers“. Die Ilsederin bewertete den Kunstpfad insgesamt positiv: „Es sind zwar weniger Stationen, aber das Angebot ist trotzdem vielfältig und gut organisiert. Die Erläuterungen der Künstler vor Ort habe ich sehr genossen.“

Mirja Weber und Michael Lieb

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadt Peine

Lesen Sie alles rund um das traditionsreiche Peiner Fest. mehr