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Attraktiv, Angebote wie Unterhaltungselektronik fehlen

Einkaufsstadt Peine Attraktiv, Angebote wie Unterhaltungselektronik fehlen

Die Peiner Innenstadt ist nach wie vor ein attraktiver und leistungsfähiger Einkaufsstandort: Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung zur Einzelhandelsentwicklung, die von der Stadt Peine in Auftrag gegeben wurde. Die Ansiedlung zahlreicher überregionaler Filialisten spreche für eine hohe Attraktivität - obwohl Umsätze und Verkaufsflächen geschrumpft sind. Gleichwohl fehlen in der City bestimmte Geschäfte.

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Fußgängerzone in Peine: Die Breite Straße ist die wichtigste Einkaufsmeile.

Quelle: Archiv

Peine. Verbesserungspotenzial sieht die CIMA Beratung + Management aus Lübeck vor allem beim Branchen-Mix in der Innenstadt. Als vergleichsweise problematisch wird der geringe innerstädtische Verkaufsflächenanteil für Elektroartikel, Unterhaltungselektronik, Foto und PC beurteilt.

- „Absatzwirtschaftliche Potenziale“ sehen die Experten darüber hinaus in den Warengruppen Sportartikel, Hobbybedarf, Möbel und Antiquitäten. Auch das Angebot an Uhren, Optik, Bekleidung, Wäsche, Schuhen, Lederwaren, Glas, Porzellan und Hausrat sei ausbaubar. Für Neuansiedlungen von Geschäften sei allerdings die Bereitstellung geeigneter Flächen in 1A-Lage, also im Bereich der Fußgängerzone zwischen Markt und Bahnhofstraße erforderlich, sagt CIMA-Projektleiter Martin Kremming.

- Durch den Bau der City-Galerie sei im südlichen Teil der Fußgängerzone ein neuer Einzelhandelsschwerpunkt entstanden, der die Schließung des Hertie-Kaufhauses funktional und hinsichtlich des Warenangebots - mit Ausnahme von Elektronikartikeln - kompensieren könne. Der Wegfall des früheren Einkaufsmagneten habe in der Einzelhandelsstruktur nur geringe negative Auswirkungen erzeugt, heißt es. Die CIMA konzentrierte sich in der Untersuchung auf den Zeitraum zwischen 2006 und 2011.

- Auf den Prüfstand nahm die CIMA auch die bestehenden städtebaulichen Entwicklungsmodelle für das City Center mit dem ehemaligen Hertie-Kaufhaus. Von einer Wiederbelebung des Bereichs Lindenstraße raten die Experten ab - und unterstützen damit die Pläne der Stadt Peine, die das City-Center möglicherweise mit einem Neubau von der Fußgängerzone abkoppeln will.

Einzige Möglichkeit für das City Center sei die Ansiedlung von neuen „Magnetbetrieben“ wie Kaufland, H&M, C&A oder einem Elektrofachmarkt wie Saturn, Medimax oder MediaMarkt. Letzteren gibt es in Peine bekanntlich bereits an anderer Stelle. Die Chance, dass sich ein solcher Betrieb im Ex-Hertie ansiedelt schätzen die Experten allerdings als gering ein, weil weder Umfeld noch Lage attraktiv genug seien.

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Das beklagte Fehlen von Elektronikartikeln besteht schon seit Jahren und ist mit der Verlagerung des seinerzeitigen Geschäftes Menz vor knapp zehn Jahren zementiert worden. Bekanntlich wurde das Unternehmen von Media-Markt übernommen.

Die Zukunft der „Hertie-Brache“ ist derzeit völlig offen. Strukturwandel ist dort vorprogrammiert. Jegliche Nutzung kann allerdings nicht ohne Investor realisiert werden. Ein solcher müsste natürlich Magnetbetriebe mitbringen, da er ansonsten nicht genügend Attraktivität für das Gelände schafft. Solange es allerdings Media-Markt vor den Toren gibt, kommt ein Elektronik-Fachmarkt dort nicht in Frage.

Eine mögliche Lösung darf man sich aber nicht in der heutigen „Hertie-Ruine“ vorstellen, sondern sie würde sich wahrscheinlich aus der Lindenstraße heraus entwickeln, mit direkter Anbindung an die Fußgängerzone. Und an dieser Stelle kommt das städtische Eigentum vorne zum Tragen. Es ist meines Erachtens unwahrscheinlich, dass die gesamten 12800 Quadratmeter der Hertie-Brache wieder belebt werden können, weshalb auch Mischnutzungen denkbar sind.

Nicht ganz nachvollziehbar ist für mich die Forderung nach mehr Optik- und Möbelgeschäften: Optiker sind in allen Niveaustufen vorhanden, und Möbelgeschäfte gibt es in Innenstädten nur noch sehr selten. Die Stadt hat mit der Aktualisierung des Einzelhandelskonzeptes versucht, eine ausgewogene Ansiedlungsstruktur zu schaffen. Durch die Ergebnisse der Studie sehen wir uns unter dem Strich in unserer Politik bestätigt. Mit dem Ausbau des Leerstand-Managements werden wir versuchen, die Attraktivität der Innenstadt zu erhalten.

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